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Das zwei Jahre alte Video zeigt ein U-Boot mit verlängertem Turm, der wohl auch Raketen aufnehmen kann - ähnlich den ersten chinesischen U-Booten mit Raketenbewaffnung ( Golf-Klasse), die aber noch konventionell angetrieben waren.
Zwar erfolgte der Stapellauf des nordkoreanischen U-Bootes mit Atomantrieb (SSBN) angeblich bereits im September 2023 (siehe auch Bericht der Tagesschau). Die Größe des Rumpfes lässt mich an dem behaupteten Antrieb zweifeln. Reaktoren benötigen deutlich mehr Platz als in diesem U-Boot im Rumpf vorhanden ist.
[Bild: https://media0.faz.net/image/w1000/a09b5...eiter.webp]
Ich hatte die seinerzeitigen Ausführungen daher für mich unter SSB abgeheftet.
Das Hamburger Abendblatt bringt nun einen neuen Bericht - mit Fotos eines anscheinend modifizierten, d.h. wohl vergrößerten Bootes (vgl. z.B. den Turm).
[Bild: https://img.sparknews.funkemedien.de/410..._1200.webp]
Zitat:Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat eine Produktionsanlage für U-Boote mit Atomantrieb besucht und den Teststart „neuartiger“ Flugabwehrraketen überwacht. Während seines Besuchs in der Anlage habe Kim die jüngsten Bemühungen Südkoreas kritisiert, gemeinsam mit dem Verbündeten USA eigene atomgetriebene U-Boote zu entwickeln, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Kim sprach demnach von einer „Bedrohung, der begegnet werden muss“.
KCNA zufolge besuchte Kim die Fabrik am Mittwoch. Dabei habe er von der derzeitigen „negativen Sicherheitslage“ gesprochen. Sie mache es zu einer „dringenden Aufgabe und unverzichtbaren Option“, die „Nuklearbewaffnung der Seestreitkräfte“ schneller voranzutreiben.
Das Atom-U-Boot soll der US-amerikanischen Virginia-Klasse entsprechen und eine Verdrängung von etwa 8700 Tonnen haben. ...
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Einen Bericht zu der neuen Entwicklung gibt es auch auf SPIEGEL Online
Zitat:Machthaber posiert in Werkshalle
Nordkorea präsentiert neue Bilder von erstem U-Boot mit Atomantrieb
Sie können länger unter Wasser bleiben, sind leiser und schneller: Nordkorea baut nach eigenen Angaben erstmals ein atomar betriebenes U-Boot. Aufnahmen zeigen Kim Jong Un bei der Inspektion.
[Bild: https://cdn.prod.www.spiegel.de/images/f...fpy30.webp]
Nordkorea hat am Donnerstag neue Aufnahmen veröffentlicht, die nach eigenen Angaben das erste atomar betriebene U-Boot des Landes zeigen sollen. Die Bilder, auf denen auch Machthaber Kim Jong Un zu sehen ist, wurden in einer Produktionshalle gemacht, was nahelegt, dass das U-Boot noch nicht einsatzbereit ist.
...
Kopie hier
Was das Thema "Geräuschsignatur" betrifft - da halte ich die konventionellen U-Boote tatsächlich für leiser. Bei einem Nuklearantrieb klönt immer irgendwo eine Pumpe ... das "leiser" im Bericht kann sich also nur auf bestehende U-Boote Nordkoreas beziehen, nicht generell auf den Nuklearantrieb.
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btw.: die KRONEN-Zeitung vermutet einen gigantischen bluff hinter dem Ding
Zitat:Sieht aus wie Attrappe
Bedrohung aus Plastik? Zweifel an Kims Atom-U-Boot
Erst Raketen, dann ein U-Boot – und mittendrin Kim Jong Un. Nordkoreas Machthaber inszeniert erneut militärische Stärke. Doch bei genauem Hinsehen wirft vor allem eines Fragen auf: Ist das präsentierte Atom-U-Boot tatsächlich einsatzbereit – oder könnte es sich nur um eine Attrappe handeln?
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ich weiß nicht - bisschen viel Aufwand für eine Attrappe, die allenfalls auf ein paar Fotos auftauchen wird ...
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Das Ganze sieht mir sehr stark nach KI-generierten Bildern aus. Zumal die untergelegten Rollen im Sinne eines Tatzelwurmes extremst wacklig wären, sollte das denn so der Wahrheit entsprechen, nimmt man die Höhe der Konstruktion als Maßstab heran.
Ich habe mal ein Fragezeichen gesetzt.
Schneemann
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Oha:
Gesunkenes russisches Schiff transportierte Teile eines Kernreaktors für Nordkorea
Zitat:Ein russisches Frachtschiff, das im vergangenen Jahr unter ungewöhnlichen Umständen auf den Grund des Mittelmeers gesunken ist, soll Teile für einen Typ maritimer Kernreaktor transportiert haben, wie aus einem neuen Bericht hervorgeht.
Die spanische Zeitung La Verdad berichtet, dass Ermittler vermuten, die Ladung sei für Nordkorea bestimmt gewesen, um die Modernisierung seiner Marine zu unterstützen.
...
Misstrauen kam auf, als der Kapitän den Ermittlern erklärte, die Ladung habe aus mehr als 100 leeren Containern, Teilen für einen russischen Eisbrecher und einigen riesigen Kränen bestanden, die auf dem Deck sichtbar waren. Aufklärungsflugzeuge sichteten zudem zwei große Objekte auf dem Deck, abgedeckt mit blauen Planen, von denen jedes Schätzungen zufolge rund 70 Tonnen wog.
Auf Grundlage früherer Luftaufklärung wurde geschätzt, dass jedes dieser beiden Objekte etwa 70 Tonnen wog – erheblich schwerer, als es für „Mannlochdeckel“ zu erwarten wäre.
... Laut Berichten, die von La Verdad eingesehen wurden, kamen spanische Ermittler ... zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um Gehäuse von VM-4SG-Kernreaktoren für U-Boote handelte – ein sowjetisches Design, das noch immer auf einem halben Dutzend russischer U-Boote der Delta-IV-Klasse mit ballistischen Raketen im Einsatz ist.
...
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(31.12.2025, 14:33)Kongo Erich schrieb: Oha:
Gesunkenes russisches Schiff transportierte Teile eines Kernreaktors für Nordkorea
Hätte es nicht direktere Wege gegeben das nach Nordkorea zu liefern?
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(31.12.2025, 16:26)lime schrieb: Hätte es nicht direktere Wege gegeben das nach Nordkorea zu liefern?
Dann muss China zustimmen, will es das?
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(31.12.2025, 19:00)ede144 schrieb: Dann muss China zustimmen, will es das?
Warum? Rußland und Nordkorea haben eine Eisenbahn- und mindestens eine Straßenverbindung über den Grenzfluß Tumen. Davon abgesehen könnte ja auch ein russischer Hafen im Osten genutzt werden, wenn man es unbedingt hätte verschiffen müssen.
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(31.12.2025, 20:27)lime schrieb: Warum? Rußland und Nordkorea haben eine Eisenbahn- und mindestens eine Straßenverbindung über den Grenzfluß Tumen. Erlauben denn die Abmessungen einen Landtransport?
Zitat:Davon abgesehen könnte ja auch ein russischer Hafen im Osten genutzt werden, wenn man es unbedingt hätte verschiffen müssen.
Das hängt vmtl. davon ab, wo diese Reaktoren hergestellt werden. Weiß das hier jemand?
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Also zumindest in Petropawlowsk und in Wladiwostok werden auch Schiffsturbinen hergestellt, ebenso Komponenten für die Atom-U-Schiffe der Pazifikflotte. Ob das nun spezifisch auch Reaktoren sind, weiß ich nicht. Aber Schwer- bzw. Großmaschinen werden in Fernost durchaus hergestellt.
Es wäre allerdings auch denkbar, dass der Bau und die Versendung schon länger geplant waren, d. h. man hat schon vor dem Ukrainekrieg mit der Konstruktion andernorts aufgrund von Wettbewerbsentscheidungen begonnen und wollte dann die Komponenten nach Kriegsausbruch doch noch stillschweigend nach Nordkorea verschiffen. Und da der Transport per Bahn nach Fernost wegen der Größe nicht möglich war, um es dann von dort weiter per Schiff zu transportieren, hat man es per Schiff dann eben um die halbe Welt karren wollen.
Schneemann
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(31.12.2025, 16:26)lime schrieb: Hätte es nicht direktere Wege gegeben das nach Nordkorea zu liefern? für große, nicht über Land transportierbare Lasten, kommt eigentlich nur der Schifftransport in Frage.
Zur Reiseroute der Ursa Major:
Am 2. November vor Petersburg in der Ostsee dokumentiert ( Vesselfinder)
Zitat:Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax verließ die Ursa Major zwölf Tage vor ihrem Untergang den Hafen von Sankt Petersburg.
( Wikipedia)
Zitat:Das russische Handelsschiff »Ursa Major« war von Sankt Petersburg nach Wladiwostok unterwegs.
...
Demnach sank das Schiff in internationalen Gewässern zwischen der spanischen Hafenstadt Águilas an der Costa Cálida und dem algerischen Oran.
( Spiegel)
Zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil Russlands wäre lediglich der Seeweg über die Arktis eine Alternative - aber das mitten im Winter? Aus dem Link:
Zitat:Die spanischen See-Behörden reagierten am 23. Dezember 2024 auf den Notruf der Ursa Major und trafen das Schiff stark über die Seite geneigt rund 70 Meilen südlich von Cartagena in Spanien an.
Demnach ist das Schiff von Anfang November bis um den 10. Dezember 2024 in Petersburg beladen worden. Das scheint wegen der Dauer ein eher komplexerer Vorgang gewesen zu sein.
Danach - also ab ~ Mitte Dezember - war das Schiff beladen und wohl zum Auslaufen fertig.
Auf welchem Weg?
Trotz Klimawandel - die Route über die Arktis bietet zumindest derzeit jahreszeitlich bedingt noch Schwierigkeiten.
Da scheint mir der gewählte Weg über das Mittelmeer der schnellste und auch sicherste Weg zu sein.
Weiteres zum Untergang:
Die ZEIT: Eigentümerfirma von gesunkenem Frachter spricht von Terror
Zitat:...
Das russische Unternehmen Oboronlogistika erklärte nach Angaben staatlicher russischer Nachrichtenagenturen, es gehe davon aus, "dass am 23. Dezember ein gezielter terroristischer Angriff auf das Schiff Ursa Major verübt wurde".
Es habe nacheinander drei Explosionen auf dem Schiff gegeben, bevor Wasser in dieses eingedrungen sei, teilte das Unternehmen mit. Es wurde jedoch nicht näher ausgeführt, warum die Explosionen als möglicher Anschlag eingestuft werden.
Die Ursa Major war in internationalen Gewässern im Mittelmeer zwischen Spanien und Algerien gesunken. An Bord befanden sich 16 Besatzungsmitglieder, alle von ihnen Russen.
...
Das Schiff hatte sich nach Angaben von Oboronlogistika auf dem Weg von St. Petersburg nach Wladiwostok im Fernen Osten Russlands befunden. Es hatte demnach Hafenkräne und Lukendeckel für Eisbrecher geladen. Oboronlogistika untersteht dem russischen Verteidigungsministerium, bietet aber auch zivile Dienstleistungen für Transport und Logistik an.
=> Zumindest Stoff für einen Roman, mit Russland und Nordkorea auf der einen Seite, einem undurchsichtigen China, sowie der Ukraine, Südkorea, den USA, Japan und möglicherweise auch noch den Israeli auf der anderen Seite ...
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(31.12.2025, 22:03)Broensen schrieb: Erlauben denn die Abmessungen einen Landtransport?
Das hängt vmtl. davon ab, wo diese Reaktoren hergestellt werden. Weiß das hier jemand?
Ich weiß nicht wo diese Reaktoren Hergestellt werden, aber interessant könnte das sein:
Die Hauptwerft für Russische Atom U-Boote ist in Sewerodwinsk. Das Heißt Land/Binnentransport dahin ist auf jeden Fall Möglich.
In St.Petersburg wurden die Titan Atom U-Boote der UDSSR gebaut, weshalb Land/Binnentransport dahin auch möglich sein sollte.
Beide Orte sind durch den Weißmeer-Ostsee Kanal gut angebunden, der von bis zu 5200t schiffen befahren werden kann, weshalb Binnenschifftransport zumindest auf deinem Teil der Strecke nicht unwahrscheinlich ist.
https://www.water-ways.net/de/laender/Ru.../index.php
Das Wasserstraßen Netz in Russland ist westlich des Urals relativ gut ausgebaut, was den Transport übergroßer Objekte erlaubt. Eine verbindung östlich des Urals existiert nicht, was übergroße Transporte wesentlich erschwert.
Deshalb gehe ich von einer Produktionsstätte in Westrussland und keiner Möglichkeit des Transports durch Sibirien aus.
PS: In der UDSSR wurden auch ganze Atom U-Boote über dieses Wasserstraßennetz von ihrer Werft zur See Transportiert(Charlie Klasse).
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