Türkische Werftindustrie - Heli- und Flugzeugträger
#1
Dass die Türkei Hubschrauberträger bauen kann, ist ja schon erwiesen. Mit der TCG Anadolu (L-400) (nach einer Lizenz das spanisch-türkische Firmenkonsortiums Sedef-Navantia) wurde ein erstes Schiff gebaut, das speziell für den Einsatz von Drohnen und Hubschraubern konzipiert ist.
Ursprünglich sollte die Anadolu mit neuen Kampfjets vom Typ F-35 aus US-amerikanischer Produktion ausgestattet werden. Da die USA den Kaufvertrag jedoch 2019 aufkündigten sind die Bayraktar Kizilelma und die TB3, eine Marine-Version der TB2, zur Verwendung von dem Schiff vorgesehen. Es werden auch See Drohnen des Herstellers ARES auf dem Schiff stationiert.
Der Sinn eines solchen Trägerschiffes wurde vielfach hinterfragt, weil die Türkei die potentiellen Einsatzgebiete im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer von Landbasen her sehr gut kontrollieren kann.

Nun gibt es noch größere Ambitionen:
Türkei plant Super-Flugzeugträger für die Marine – diese Details sind bekannt
Zitat:Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gab am Samstag bekannt, dass der neue Flugzeugträger seines Landes noch länger sein werde als ursprünglich geplant.

Die Türkei gab am Samstag bekannt, dass die Länge ihres künftigen ersten Flugzeugträgers 300 Meter betragen soll. Das macht das Schiff zu einem der längsten der Nato-Verbündeten.

Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hob die geänderte Größe des Flugzeugträgers hervor, als er in einer Istanbuler Werft über die türkische Marinebauindustrie sprach.

Erdogan sagte, die Arbeiten an dem neuen Flugzeugträger hätten bereits begonnen. Er nannte ihn einen „älteren Bruder“ der TCG Anadolu, eines amphibischen Angriffsschiffs der türkischen Marine, das 80 Meter lang ist.

Die Länge eines Kriegsschiffs ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit seiner tatsächlichen Größe, die eher in Tonnen des verdrängten Wassers gemessen wird.

Die Länge eines Flugzeugträgers kann jedoch den auf dem Flugdeck zur Verfügung stehenden Platz erheblich beeinflussen. Das wirkt sich wiederum auf die Anzahl der unterzubringenden Flugzeuge, die Länge der Startbahn und die Art des Katapultstartsystems oder der Rampe aus.

Der Flugzeugträger macht den USA Konkurrenz
Als die Türkei Ende 2024 damit begann, Details zu ihrem Flugzeugträger – vorerst als MUGEM-Klasse bezeichnet – zu enthüllen, war das Schiff für eine Verdrängung von 60.000 Tonnen Wasser und eine Länge von 285 Meter ausgelegt.

Ursprünglich war geplant, dass der Flugzeugträger bis zu 50 Flugzeuge, davon 20 auf dem Flugdeck, mit einer Besatzung von 800 Personen aufnehmen kann.

Damit nähert er sich der Länge US-amerikanischer Flugzeugträger, welche die größten der Welt sind. Die USS Gerald R. Ford ist etwa 337 Meter lang und hat eine Verdrängung von 100.000 Tonnen bei Volllast. Währenddessen sind die älteren Träger der Nimitz-Klasse etwa 333 Meter lang und haben ebenfalls eine Verdrängung von etwa 100.000 Tonnen.

Die neue Länge des Schiffes der Türkei übertrifft auch bei weitem die der britischen Queen-Elizabeth-Klasse, die ca. 294 Meter lang ist und etwa 80.000 Tonnen verdrängt. Die französische Charles De Gaulle, ein viel älteres Schiff, ist 261 Meter lang und verdrängt etwa 42.500 Tonnen.

Die Türkei stellt noch weitere Militärtechnik vor
Obwohl die Türkei der Nato angehört, ist sie seit langem bestrebt, ihre Verteidigungsautonomie durch eine eigene Militärtechnologie zu erreichen.

Ursprünglich sollte der neue Flugzeugträger mit einer Sprungrampe für den Start von Flugzeugen ausgestattet werden. Doch nun wird erwartet, dass er ein vor Ort hergestelltes Katapultsystem verwendet. Es ist unwahrscheinlich, dass die Türkei auf dem Schiff senkrecht startende F-35B-Flugzeuge einsetzt, da sie von den USA nach dem Kauf russischer S-400-Flugzeuge im Jahr 2019 aus dem Kampfflugzeugprogramm herausgenommen wurde.
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Die Türkei unterhält die zweitgrößten ständigen Streitkräfte der Nato, nach den USA, was die Zahl der aktiven Soldaten betrifft.
Übersetzung des Originalartikels auf Business Insider
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#2
(22.12.2025, 19:04)Kongo Erich schrieb: Dass die Türkei Hubschrauberträger bauen kann, ist ja schon erwiesen. Mit der TCG Anadolu (L-400) (nach einer Lizenz das spanisch-türkische Firmenkonsortiums Sedef-Navantia) wurde ein erstes Schiff gebaut, das speziell für den Einsatz von Drohnen und Hubschraubern konzipiert ist.
Ursprünglich sollte die Anadolu mit neuen Kampfjets vom Typ F-35 aus US-amerikanischer Produktion ausgestattet werden. Da die USA den Kaufvertrag jedoch 2019 aufkündigten sind die Bayraktar Kizilelma und die TB3, eine Marine-Version der TB2, zur Verwendung von dem Schiff vorgesehen. Es werden auch See Drohnen des Herstellers ARES auf dem Schiff stationiert.
Der Sinn eines solchen Trägerschiffes wurde vielfach hinterfragt, weil die Türkei die potentiellen Einsatzgebiete im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer von Landbasen her sehr gut kontrollieren kann.

Nun gibt es noch größere Ambitionen:
Türkei plant Super-Flugzeugträger für die Marine – diese Details sind bekannt
Übersetzung des Originalartikels auf Business Insider


Für all das was unmittelbar um die Türkei liegt wird kein Flugzeugträger benötigt, frühestens beim Libyen Einsatz im Jahr 2020 war der Mangel dieser Fähigkeit klar zum tragen gekommen. Der Türkei fehlte es schlicht und ergreifend an Kapazitäten um Mach in diese Region des östlichen Mittelmeers zu projizieren. Das fing schon damit an das keine geeigneten weit reichenden AAW Fähigkeiten verfügbar waren. Die Fregatten der Gabya Klasse (ehemalige O.H Perry Klasse), waren gezwungen nah an die lybische Küste heranzufahren um Flugabwehrschutz zu geben. Dabei haben sich die Schiffe mehr oder weniger der Gefahr von Überraschungsangriffen der Haftar nahen Luftwaffe ausgesetzt, die sich im Tiefflug hätte näheren können und das Gelände als Schutz vor Radarentdeckung nutzen könnte.

Es fehlten bzw. fehlen immer noch LACM die von Über und Unterwasserkampfschiffen aus gestartet werden können und wichtige strategische Ziele tief im gegnerischen Hinterland treffen können. Landgestützte Basen in Anatolien wären im Fall eines Konflikt in Libyen weit vom Kampfgeschehen entfernt. Dabei geht es nicht nur um Libyen alleine, selbst gegen mit Kalashnikow bewaffnete Schwerkriminelle wie die Al-Shabab in Somalia ist man mit den jetzigen Kapazitäten fast machtlos ! Im Falle des Sudan wäre man mit einem Flugzeugträger gegen die von den VAE unterstützte Verbrecherbande RSF handlungsfähig !

Die Bayraktar TB-3 ist eine Weiterentwicklung die auf die Bayraktar TB-2 basiert, sie hat im Gegensatz zum Vorgängermodell eine höhere Waffenzuladefähigkeit und vergügt über SATCOM. Dadurch kann die Drohne Kampf und ISR Einsätze über die Reichweite des Datenlinks hinaus fliegen. Die ersten Exemplare Bayraktar TB-3 sind bereits an die türkischen Landstreitkräfte ausgeliefert worden.
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#3
(22.12.2025, 22:49)Skywalker schrieb: Für all das was unmittelbar um die Türkei liegt wird kein Flugzeugträger benötigt, frühestens beim Libyen Einsatz im Jahr 2020 war der Mangel dieser Fähigkeit klar zum tragen gekommen. Der Türkei fehlte es schlicht und ergreifend an Kapazitäten um Mach in diese Region des östlichen Mittelmeers zu projizieren. Das fing schon damit an das keine geeigneten weit reichenden AAW Fähigkeiten verfügbar waren. Die Fregatten der Gabya Klasse (ehemalige O.H Perry Klasse), waren gezwungen nah an die lybische Küste heranzufahren um Flugabwehrschutz zu geben. Dabei haben sich die Schiffe mehr oder weniger der Gefahr von Überraschungsangriffen der Haftar nahen Luftwaffe ausgesetzt, die sich im Tiefflug hätte näheren können und das Gelände als Schutz vor Radarentdeckung nutzen könnte.

Es fehlten bzw. fehlen immer noch LACM die von Über und Unterwasserkampfschiffen aus gestartet werden können und wichtige strategische Ziele tief im gegnerischen Hinterland treffen können. Landgestützte Basen in Anatolien wären im Fall eines Konflikt in Libyen weit vom Kampfgeschehen entfernt. Dabei geht es nicht nur um Libyen alleine, selbst gegen mit Kalashnikow bewaffnete Schwerkriminelle wie die Al-Shabab in Somalia ist man mit den jetzigen Kapazitäten fast machtlos ! Im Falle des Sudan wäre man mit einem Flugzeugträger gegen die von den VAE unterstützte Verbrecherbande RSF handlungsfähig !
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mit der Entwicklung und dem Bau dieses Schiffe geht es der Türkei also nicht um Verteidigung, sondern um (globale) Angriffsfähigkeit - auch weit entfernt vom eigenen Territorium und einer Bedrohung des eigenen Landes
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#4
(23.12.2025, 12:14)Kongo Erich schrieb: mit der Entwicklung und dem Bau dieses Schiffe geht es der Türkei also nicht um Verteidigung, sondern um (globale) Angriffsfähigkeit - auch weit entfernt vom eigenen Territorium und einer Bedrohung des eigenen Landes


Es geht auf jeden Fall um eine regionale Machtprojektion die den gesamten Raum des östlichen Mittelmeers mit einschliesst, um das Horn von Afrika und das arabische Meer. Nennen wir es mal überregionale Machtprojektion wenn ich die zuletzt genannten Gebiete hinzu zähle. Es ist auf keinen Fall eine globale Machtprojektion.
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#5
Zitat:🔺Türkiye’s national aircraft carrier will be equipped with a radar system with a range of 750 kilometers. This will enable Türkiye to monitor the airspace of an entire region using the radar of a single ship. The national aircraft carrier will carry more aircraft than the air forces of many countries.

https://x.com/savunmasanayix/status/2003...19201?s=20
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