alphall31 schrieb:Das man Personal von Heer oder Luftwaffe ausleiht weis ich jetzt nichts direkt . Das wäre ja auch nicht so einfach möglich ohne die grundlagenausbildung die man für seegehende Einheiten braucht . Zum reinen landeinsatz zur Bewachung von Hafenanlagen da ja.
Wurde
hier nochmal bestätigt. (Minute 1:40+)
Der EGV Berlin war demnach mit einem Trupp der Luftwaffensicherer an Bord unterwegs die für die Bedienung der Deckswaffnung zuständig waren, da die Stammbesatzung dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen konnte. Das soll auch kein Einzelfall sein, was ich bereits auch mehrfach schon gehört habe.
Zitat:[...]
Die Mangelausbildungen sind eh bekannt , alles was Technik oder Radar ist.
[...]
Naja jedenfalls kann man in Bezug auf diese Thematik hier wohl festhalten, dass zumindest keine zusätzlichen Personalressourcen zu Verfügung stehen, mit denen man "spielen" könnte. Den Konsens sollten wir hier insgesamt erreicht haben.
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Broensen schrieb:Wir sollten unbedingt mal anfangen, zwischen möglich und realistisch zu unterscheiden. Sonst dürften wir hier nichts mehr diskutieren, was nicht bereits beschlossen, oder besser noch: schon passiert ist.
Ich gehöre hier zu denjenigen, die das Personalproblem als entscheidendes Kriterium betrachten und daher bspw. eher für wenige, teure, kampfstarke und multifunktionale Einheiten plädieren, als für viele kleine, billige Spezialisten. Aber deshalb spreche ich einem anderen Ansatz nicht die Sinnhaftigkeit ab. Man muss dann halt die Voraussetzungen und Bedingungen benennen. Also bspw. sagen, welche Schiffe außer Dienst gehen müssten, um die neuen zu bemannen oder wie man sich die erforderliche Personalgewinnung vorstellt, um einen Aufwuchs zu erreichen.
Da bin auch bei dir, die Betrachtung meinerseits erfolgt diesbezüglich aktuell außerhalb meiner persönlichen Befindlichkeiten.
Ansonsten würde ich hier sitzen und seit Wochen über die Verbandsflugabwehr predigen, aber das hilft ja niemandem
Die Personalproblematik existiert mEn aber inhärent mit einer Interims-Ergänzung, vollkommen unabhängig davon, wie die Einheit letztendlich aussieht. Die beiden Fälle in diesen diese mEn nicht auftreten würde, wäre eine Nichtbeschaffung oder ein Interims-Ersatz.
Zitat:Aber ein Aufwuchs ist halt nicht grundsätzlich ausgeschlossen, nur weil wir ihn für unrealistisch halten und auch noch kein konsequent durchdeklinierter Aufwuchsplan niedergeschrieben und veröffentlicht wurde.
Ich glaube mit dem Niederschreiben von Planungen sollte sich die Marine generell zurückhalten. Kurs Marine erschien vor ziemlich genau einem Jahr und wenn ich jetzt mal einen flüchtigen Blick hinein wage, meine ich zu erkennen, dass wohl die Hälfte der Beschaffungsvorhaben nun irgendwie anders von statten geht oder anders aussieht. Und das ist schon die zweite Iteration eines solchen Papiers, das Marinezielbild gabs ja auch noch.
Ich kann dir aber sagen, warum ich einen (ausreichenden) Aufwuchs in Naher Zukunft für unwahrscheinlich halte. Die Gründe für diesen Personalmangel sind nicht kurzfristig behebbar. Von der Unterbringungssituation über das generelle Arbeitsumfeld, den Ausbildungsprozess usw usw sind alle diese Probleme strukturell. Teilweise werden diese mWn angegangen, aber bis das Wirkung zeigt, vergehen Jahre. Sofern es aber zu einer A-200 Beschaffung kommt, müssten die, die darauf dienen sollen, eigentlich schon nächstes Jahr anfangen, besonders weil spezialisierte Posten (an denen es besonders mangelt) oft sehr lange Ausbildungszeiten mit sich bringen.
Würden wir hier über einen Aufwuchs bis 2035 sprechen hätte ich das geglaubt, aber 2029 halte ich für vollkommen unrealistisch.
Zitat:Das tut man ja nicht grundlos. Man hat die Anforderung, ab 2029 Schiffe mit Schleppsonar für die U-Jagd zu haben, ohne dafür in die Bestandsflotte eingreifen zu müssen. Die A-200 ist die erhoffte Lösung dafür. Der Bedarf ist also schon gegeben. Man kann sich jetzt natürlich darüber streiten, ob die NATO-Zusagen diesbzgl. nicht auch durch die F123B zu erfüllen wären, aber dazu kennen wir leider die Details nicht. Also wird, soweit wir wissen, die A-200 aufgrund einer Anforderung an die Flotte beschafft.
Das sagst du jetzt so aber diese Aussage habe ich so noch nie irgendwo gehört. Das beißt sich auch sehr mit der genannten Aufrüstung der F123B, dessen Ertüchtigung weiter in die ASW-Domäne spielt. "NATO-Zusagen" spielen dabei überhaupt keine Rolle, da es diese fix überhaupt nicht gibt. Das ist im nach meinen Beobachtungen ein rein deutsches Phänomen mit den NATO-Zusagen, in britischen oder bspw auch niederländischen Foren hört man da nie was von. Staaten beschaffen die Assets, die sie beschaffen wollen, der Rest ist in den meisten Fällen zu 100% freiwillig. Niemand zwingt uns eine Fregatte für ASW bereitzustellen, die keine F123B ist.
Und als solche wurde die A-200DEU auch nicht präsentiert. Die Idee dazu kam erstmals auf, als Hiobsbotschaften einer F126-Verzögerung bis 2034+ durch die Gegend kursierten und man sich parallel auf die Fahnen geschrieben hatte, bis 2029 kriegstüchtig zu werden. Nicht (!) von der Marine und auch nicht vom BMVg, dieses musste per Maßgabebeschluss gezwungen werden eine solche Option überhaupt zur Debatte zu stellen.
Ist dir mal aufgefallen, dass die A-200 erst seit Mitte/Ende 2025 als F126-Brückenlösung gehandelt wird, obwohl die ersten Berichte über Verspätungen dieser bereits im
Oktober 2024 aufkamen? Was hat sich Mitte 2025 denn im Vergleich zum bspw Frühjahr 2025 geändert? Kann ich dir sagen, im August 2025 verlor die A-200 die SEA3000 Ausschreibung. Wollen wir glauben, dass TKMS einen solchen Vorschlag wie die A-200DEU unterbreitet hätte, wenn es jetzt gerade fröhlich 11x Fregatten für Australien bauen würde?
Ich würde definitiv "nein" sagen.
Die A-200-Lösung kam nicht auf, weil sie wie auch immer gearteten Anforderungen entsprach, sondern weil irgendwelche Politiker außerhalb des BMVg der Meinung waren, dass die A-200 den wie auch immer gearteten Anforderungen entsprach. Wofür dann die Verspätung der F126 und die Kriegstüchtigkeit 2029 als Begründung herhalten mussten. Nur um das mal klar zu benennen. Politiker, die teilwiese zuvor bei TKMS zu Gast waren und im besten Fall über leicht mangelnde und im schlimmsten Fall über vollkommen unzureichende Sachkenntnisse in dieser Domäne verfügten. Dafür ist die Verspätung der F126 ja prinzipiell ja auch eine gute Begründung und ich denke, dass einige der Beteiligten auch ernsthaft gute Absichten damit verfolgen, aber das wird nie im Leben der Beschaffungsgrund für diese Einheiten sein. Wir leben hier immer noch in der Lobbyrepublik Deutschland, nicht vergessen.
Darauf angesprochen stritt das BMVg noch im Spätjahr 2025 ab, dass man diese Option überhaupt verfolge. Anschließend wurde es per Maßgabebeschluss gezwungen, Ausschüssen einen Vorschlag zu präsentieren, netterweise organisiert von eben jenen Politkern, die sich für diese Projekt einsetzten. Anschließend erfolgte ein Vorvertragsschluss in dem das BMVg in letzter Minute eine verpflichtende Beschaffung nach Fristende verhinderte.
Ist das nicht ein bisschen viel Verhinderungsaufwand für ein Produkt, dass doch so toll den eigenen Anforderungen entspricht?
Also entweder war bis Neujahr ständiger Gegenteiltag im Ministerium oder es handelt sich um ein Paradebeispiel für gelebten Lobbyismus.
Zitat:Das auf jeden Fall. Ohne den festen Glauben an den zeitgerechten Zulauf ergibt das Projekt keinen Sinn.
Da scheinen wir tatsächlich auch mal die BMVg einer Meinung zu sein, siehe oben.
Was die jüngsten Entwicklungen dafür bedeuten kann ich aktuell nicht einschätzen.
Entweder ist das hier eine tatsächliche Beschaffungsabsicht, hat seine Meinung also entsprechend geändert, oder man bleibt beim ursprünglichen Kurs und hält die Politikszene hin damit diese keinen Widerstand leistet bis Rheinmetall "zur Rettung eilt". Vorstellen kann ich mir beides.