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Militärischer Nahkampf bei der Bundeswehr:
https://www.youtube.com/watch?v=6CmgTHf4_u0
Zumindest etwas besser als gar nichts, bis auf den Murks am Ende von wegen die Soldaten sind gefangen und müssen sich den Weg frei kämpfen. Was für ein Schwachfug !!!
Das Gehaue und Gestoße mit dem Sturmgewehr ist auch Unfug. Zum einen schneidet und sticht scharfer Stahl sie alle gleich auf, zum anderen sollte man die Primärwaffe nicht für irgendwelche Nahkampfexperiemente opfern.
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Im Video wird auch noch erklärt wann es zur Anwendung kommt das schlagen mit dem Gewehr . Also warum sollte ich de Waffe nicht einsetzen wenn sie eh kaputt ist oder keine Munition mehr vorhanden
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(28.02.2026, 02:21)alphall31 schrieb: Im Video wird auch noch erklärt wann es zur Anwendung kommt das schlagen mit dem Gewehr . Also warum sollte ich de Waffe nicht einsetzen wenn sie eh kaputt ist oder keine Munition mehr vorhanden
Wenn keine Mun mehr vorhanden ist, kann man..
1) sterben vom offensichtlich stsrk überlegenen angreifenden Feind getötet ... oder...
2) Rechtzeitig(!) fersengeld geben = schnellen Rückzug in gesicherte Position antreten
Nahkampf mit Gewehrkolben ohne Munition setzt voraus, dass der Gegner auch keine Waffen!/ Munition mehr hat... Das ist, sorry, Blödsinn!
Einer von beiden hst immer sowas... Und gewinnt!
Ansonsten ist das für mich Nahkampf nur ein Szenario für Hinterhalte durch Sabotage oder SOF Kräfte in inland.
(allerdings garantiert im Krieg hier häufiger anzutreffen)
Aber auch da wird garantiert nicht mit Gewehrkolben verteidigt.
Ehrlich gesagt frage ich mich, in was fur einer Situation im BV/LV ein BW Soldat dem Feind so nahe käme...Ohne Knarre MIT MUNITION?
Hsuserkampf?
Ernsthaft?
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alphall31:
Nahkampf mit dem Gewehrkolben setzt voraus, dass man damit überhaupt irgendeine sinnvolle Wirkung erzielt. Fast alle hier gezeigten Techniken würden den Gegner keineswegs ausschalten, den Nahkampf siegreich beenden oder sonst ausreichende Wirkung erzielen. Wenn ich mit dem Kunststoffklappschaft eines G36 oder der Einschubschulterstütze eines HK416 jemanden schlage, hat das schlicht und einfach zu wenig Wirkung und es ermöglicht es dem Gegner darüber hinaus nahe heran zu kommen.
Das gleiche gilt für die völlig absurden Stöße mit dem Magazin voran oder die seitlich mit dem Lauf. In diesem Kontext ist auch noch zu bedenken, dass der Gegner etwaig doch ein feindlicher Soldat ist, der Helm trägt, eine Weste usw. so dass die gezeigten Techniken nochmals viel weniger Wirkung haben. Kurz und einfach: das gezeigte ist falsch weil: unwirksam, zu begrenzt, zu artifiziell, zu wirklichkeitsfremd.
So wie hier der Nahkampf mit dem Gewehr gelehrt wird, würde man schlicht und einfach wegen dieser Techniken verlieren. Vom ganzen Rest, Boxen usw. fange ich erst gar nicht an.
Zitat:warum sollte ich de Waffe nicht einsetzen wenn sie eh kaputt ist oder keine Munition mehr vorhanden
Oder sie hat eine Ladehemmung oder ein Zivilist greift einen unbewaffnet an und man hat strikten Befehl keine unbewaffneten Zivilisten zu erschießen oder man greift selbst einen unbewaffneten an um ihn unter Kontrolle zu bringen (Gefangennahme als Ziel / Kontrolle der Situation als Ziel) - natürlich gibt es Situationen in welchen man dann ohne zu schießen agiert.
Und ja, man kann dann dafür in manchen / bestimmten Situationen auch die Feuerwaffe einsetzen. Nur halt nicht so wie hier gezeigt (größtenteils). Da es sich um ein extrem spezielles Szenario handelt, ist zudem hochgradig in Frage zu stellen, wieviele Techniken und was für Techniken genau man hier beibringt für den Einsatz der Feuerwaffe im Nahkampf. Das muss so weit reduziert werden wie möglich. Die hier gezeigten Kombinationen aus: Stoß mit der Seite (Magazin voran), seitlicher Hieb mit dem Lauf, Stich mit dem Lauf, Schlag mit dem Gewehrkolben, und wie diese kombiniert und wechselnd eingesetzt werden ist für den Einsatz des Gewehrs im Nahkampf bereits zu viel, sachlich falsch (weil wirkungslos / zu wenig gesicherte Wirkung) und konzeptionell falsch, weil es dem Gegner erlaubt zu nahe heran zu kommen und problematisch weil die heutigen modernen Gewehre für so etwas ziemlich ungeeignet sind.
Aber selbst in früheren Zeiten, im Ersten Weltkrieg, als die dort verwendeten Feuerwaffen noch explizit für den Nahkampf geeignet waren, einschließlich eines Gewehrkolben mit Metallbeschlag am Ende, setzten sich für die damals noch häufig auftretenden Nahkämpfe an allen Fronten Dolche durch. Der Grabendolch ersetzte sehr schnell Gewehrkolben und Bajonett und dies keineswegs nur im Graben. Ringen und Dolch, beides kombiniert, war das was sich evolutionär aus einer enormen Zahl an Nahkämpfen durchsetzte. Mit den heutigen flimigen leichten "Plastikgewehren" gilt dies noch umso mehr. Und wo es heute noch (beispielsweise in der Ukraine) ausnahmsweise mal zu Nahkämpfen kommt, sieht man genau die gleiche Kombination vorherrschend: Ringen plus Messer.
Stattdessen lehrt die Bundeswehr Boxen und Kolbenschläge......(ja ich weiß, die gesamte Nahkampfausbildung umfasst noch viel mehr, ich will es nur illustrativ verdeutlichen)
Das ganze zeigt nur einmal mehr auf, wie artifiziell die Awendung von Gewalt bei der Bundeswehr gelehrt wird. Reine Theoretiker die sich da durchaus bemüht etwas ausdenken und dann in die Soldaten rein drillen, so dass diese genau deshalb dann im Nahkampf verlieren werden. Weil sie genau das tun werden, was hier so einprägsam in sie hinein trainiert wurde.
Damit stellt sich die Frage, ob die Bundeswehr dieses Training überhaupt durchführen sollte, und inwieweit hier nicht mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird. Das einzig positive ist die psychologische Seite dieses Trainings. In dieser der Gewalt zu weitgehend entwöhnten "Gesellschaft" führt es die jungen Soldaten zumindest geistig ein klein wenig hin zur Gewaltanwendung.
Zitat:oder keine Munition mehr vorhanden
Für diesen Sonderfall wie auch für die Ladehemmung sollte man auf die Sekundärwaffe umsteigen (Pistole), wozu schleppt man sie auch sonst überhaupt mit?! Hat man keine Pistole, ist auch diese leer oder fällt aus (wie wahrscheinlich ist das eigentlich) sollte man die eigene primäre Feuerwaffe nicht so einsetzen, dass diese dadurch ausfällt. Hier sind zwei verschiedene Reichweiten zu bedenken: 1. der Gegner ist noch so weit weg, dass man nicht sofort im direkten Nahkampf mit ihm ist (das ist der Fall bei welchen man auf die Pistole wechselt weshalb entsprechende Wechseldrills so maßgeblich sind) oder 2. der Gegner ist so nah, dass man nicht mehr auf die Pistole wechseln kann, dass sind Situationen in welchen der Gegner aber so nah dran ist (Überraschender Begegnungsnahkampf weil man ineinander hinein läuft), dass der Einsatz der Feuerwaffe in der hier gezeigten Art entweder nicht richtig möglich ist, oder nachteilig ist oder man ohnehin im Ringkampf befindlich ist.
Verbleibt noch der Supersonderspezialfall aller Sonderextraordinärenspezialfälle: 3. Man steht noch so weit weg dass man nicht sofort im Ringen ist, aber der Gegner rennt nach vorne und greift einen im Nahkampf an (warum eigentlich?) und Gewehr wie Pistole gehen nicht und der Gegner hat auch keine. Nur und ausschließlich nur in diesem Fall, der wahrscheinlich drei- bis viermal pro Jahr des Krieges vorkommt würde es Sinn machen den Gegner durch die Feuerwaffe möglichst auf Abstand zu halten, und dies geht am geeignetsten mit Stichen mit dem Lauf. Kombiniert etwaig mit Stopptritten, aber primär mit Stichen. Warum keine Schläge mit dem Gewehrkolben oder seitlich mit dem Magazin? Höchst einfach: keine ausreichende Wirkung und genau diese Techniken würden es dem Gegner ermöglichen nahe an einen heran zu kommen was man nicht erlauben sollte, weil der Gegner etwaig ein Messer hat. Nun kommt das Gegenargument, dass der Gegner ja etwaig den Stich beiseite schlagen kann und hier kam (früher!) der Kolbenschlag ins Spiel um den Gegner der am Stich vorbei in die Nahdistanz kommt nochmal treffen zu können. Auf das Widerherstellen des Abstands zielt ja auch der seitliche Stoß hier offenkundig ab. Nur funktioniert das so mit den heutigen Gewehren nicht mehr und hängt der Gegner dann sofort in Messerreichweite an einem dran.
Entsprechend müsste man die Stiche nach vorne (Reichweite) intensiv trainieren und man kann diese so erlernen, dass der Gegner keineswegs so leicht an diesen vorbei kommt - und wie man diese auch noch in der Nahdistanz anwenden kann. Statt einem Kolbenschlag ist es beispielsweise sinnvoller dann von schräg unten nach oben in den Hals zu stechen. Hat der Gegner das Gewehr gegriffen (das wäre ein häufiges Ergebnis) muss man dies hingegen sofort nutzen (weil seine Hände am Gewehr festliegen) und das eigene Gewehr loslassen um mit den Händen die durch das Greifen des Gegners entstehende Lücke zu nutzen usw. usw. Insgesamt wäre es viel einfacher und kosteneffizienter und sinnvoller einfach jedem Soldaten ein gutes, leichtes und schnellziehbares Kampfmesser zu geben, denn für den Fall 3. der sich ja allenfalls aus einem Fall 1. ergeben kann, wenn die Pistole auch noch ausfällt oder man keine hat, würde man das Messer noch heraus bringen. Der Offensive Einsatz des Messers wird aber bei der Bundeswehr auch nicht richtig gelehrt. Man will den Soldaten (abgesehen von Sonderverwendungen) ja gar nicht richtig beibringen, wie man mit einem Messer andere Leute gezielt so schneidet und sticht, dass diese dadurch schnell handlungsunfähig werden.
Man sieht einfach bei allem was die Bundeswehr hierzu veröffentlicht, wie wenig Gewaltanwendung in dieser Form tatsächlich verstanden wird. Ein paar Beispiele:
https://www.facebook.com/Bundeswehr/phot...165585782/
Stehen da mit Handschuhen in einer Boxhaltung. Allein das Bild spricht mehr als Tausend Worte. Ungeeignet. Oder hier:
https://www.reservistenverband.de/magazi...aillon-10/
Lassen wir das unsägliche Bild mal beiseite. Ein dreitägiger Kurs....kann man sich komplett sparen. Sollte man lieber drei Tage lang schießen gehen und üben wie man Drohnen abschießt. Würde man aber nun wenigstens drei Tage nur ganz wenige sinnvolle, ausgewählte Drills einüben - aber nein:
Zitat:Die Inhalte des Lehrgangs waren die Abwehr eines Angriffes ohne Waffe, eines Angriffs mit Lang- oder Kurzwaffe, eines Stockangriffs, Abwehr eines Messerangriffes und die Abwehr eines Versuchs, die Pistole aus dem Beinholster zu entwenden. Die Ausbilder ließen die Teilnehmer in Zweierteams, an einer Puppe oder an einem Sandsack üben.
Abwehr, Abwehr...Abwehr. Schon die Sprache allein verrät die völlige Untauglichkeit. Dann die Vielzahl. Und dem folgend die Inhalte.
Zitat:Zur Lockerung und zur Steigerung der Kondition gab es zudem in regelmäßigen Abständen Drill- und Kraftausdauerübungen. Diese sorgten dann wieder für einen erheblichen Anstieg der körperlichen Belastung mit dem Anspruch, nicht vor Übungsende aufzugeben.
Kämpfen lernt man nur durch Kämpfen, weshalb jedwede Art von Sport oder körperlicher Übung die nicht unmittelbar Kämpfen darstellt falsch und Zeitverschwendung ist. Und körperliche Belastung lässt sich ganz genau so durch Kämpfen erzeugen, statt durch dieses übliiche dumme Rumgetue (Liegestützen und im Kreis laufen und Ballspiele und was sonst noch alles)
Es fehlt einfach an jedem realen praktischen Grundverständnis.
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(27.02.2026, 20:56)Quintus Fabius schrieb: Militärischer Nahkampf bei der Bundeswehr:
https://www.youtube.com/watch?v=6CmgTHf4_u0
Halbwegs in Ordnung, bis auf den Murks am Ende von wegen die Soldaten sind gefangen und müssen sich den Weg frei kämpfen. Was für ein Schwachfug !!!
Das Gehaue und Gestoße mit dem Sturmgewehr ist auch Unfug. Zum einen schneidet und sticht scharfer Stahl sie alle gleich auf, zum anderen sollte man die Primärwaffe nicht für irgendwelche Nahkampfexperiemente opfern.
Selten so einen Quatsch gesehen  Die Hoffnung bleibt dass der bessere Teil der Ausbildung nicht im Video zu sehen war. Mit solchem Gehampel besteht man ja nicht einmal gegen eine Gruppe besoffener Halbstarker. Ich war letztens in einer Reha und selbst dort war der Sport wesentlich anspruchsvoller. Allein an den unbedeckten Armen erkennt man schon den mangelhaften Fitnessgrad. Immerhin kein bis kaum Übergewicht aber die Drahtigkeit fehlt eindeutig.
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Ein funktionales Nahkampfsystem muss unabhängig vom Fitnessgrad richtig sein. Zumal dieser im Einsatz durch Verletzung, Schlafmangel, Mangelernährung, Dauerstress, Durchfallerkrankung usw. ebenfalls deutlich reduziert sein kann.
Die Funktionalität muss über allem stehen. Und diese muss Faktoren wie mangelnde Fitness etc. mit berücksichtigen. Und das ist das eigentliche Problem der Bundeswehr in zu vielen Bereichen: die Funktionalität wird zu wenig beachtet. Weil man zu verkopft, zu theoretisch, zu sehr auf organisatorische, soziale und politische Zielsetzungen hin ausgerichtet ist.
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(28.02.2026, 09:53)Quintus Fabius schrieb: Ein funktionales Nahkampfsystem muss unabhängig vom Fitnessgrad richtig sein. Zumal dieser im Einsatz durch Verletzung, Schlafmangel, Mangelernährung, Dauerstress, Durchfallerkrankung usw. ebenfalls deutlich reduziert sein kann.
In dieser Hinsicht ist das Gezeigte aber erst Recht völlig sinnlos. Da hätten die Soldaten mit einem passenden Messer immer noch die besten Chancen.
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Hab ja nichts anderes geschrieben.
Aber um nicht nur zu nörgeln und um etwaig interessierten Kameraden mit nur drei einfachen Punkten die sie hier mit diesem Forumsbeitrag tatsächlich lernen können im Rahmen des Ausgebildeten (!) eine Verbesserung zu bieten:
1. Keine seitlichen Stöße, weder mit der ganzen Waffe noch mit dem Lauf und keine Kolbenschläge. Nur Stiche mit dem Lauf, nichts anderes. Auch wenn der Gegner nahe heran kommt, kann man immer noch stechen. Beispielsweise von unten / schräg unten nach oben in den Hals (also in den Winkel zwischen Adamsapfel und Kinn schräg nach oben), was übrigens einer der effektivsten Stiche mit Stöcken usw. überhaupt ist. Also nur Stiche üben und diese eben nicht nur gerade nach vorne wie hier gezeigt, sondern auch und insbesondere nach oben und schräg oben, und in der Nahdistanz (Technikminimalismus - Reduzierung - Stressichere Anwendbarkeit). Und gezielte Stiche üben in Richtung Gesicht. Damit man dies praktisch kann druckt euch einfach ein echtes menschliches Gesicht aus auf Papier (Foto) und stecht gezielt in dieses und zielt dann auf Hals, Augen usw. Auch bei Stichen in Richtung Augen ist zu bedenken, dass Gegner heute Schutzbrillen tragen.
2. Falls noch möglich den Griff am Gewehr ändern und zwar wie folgt: die Hand weg vom Pistolengriff an die Stelle wo der Kolben ins Gewehr endet (also am Kolbenhals). Beim G36 also dort, wo der Klappmechanismus ist. Die gezeigte Haltung mit der Hand noch am Pistolengriff ist äußerst nachteilig.
3. Falls man nicht mehr dazu kommt den Kolbenhals zu greifen (denkbar weil zu plötzlich und zu schlagartig und zu nah) und die Hand halt noch am Pistolengriff ist, auf keinen Fall den Zeigefinger ausgestreckt lassen (so wie hier zu sehen, auch bei den Ausbildern). Der ausgestreckte Zeigefinger ist äußerst nachteilig. Stattdessen den Pistolengriff mit dem Zeigefinger einfach unter dem Abzugsbügel in einem ganz normalen festen Hammergriff (geballte Faust) packen.
Das blitzschnelle richtige Umgreifen für 2. und 3. muss man intensiv üben. Am besten an einer einfachen Ecke (Gangecke, Hausecke, Türe). Man geht um die Ecke und greift gleichzeitig blitzschnell um während man sich vorstellt ein Gegner stünde unmittelbar vor einem und führt mehrere harte schnelle Stiche gegen den imaginären Gegner aus. Dann wieder normaler Griff, umdrehen und erneut um die Ecke und dabei wieder gleichzeitig blitzschnell umgreifen mit Visualisierung eines Gegners in den man hinein läuft und Stiche. So kann man an einer Ecke sehr leicht das ganze intensiv reindrillen. Man benötigt dazu nicht einmal per se ein Gewehr. Ein Stock mit einem unten quer angebrachten kurzen Seitengriff reicht schon. .
Bereits nur das dürfte das hier von der Bundeswehr ausgebildete bereits signifikant praxistauglicher machen.
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So etwas möglichst effizient zu lehren, muss doch möglich sein.
Ich denke an das "Gutter Fighting" von William E. Fairbairn. Damals war es das erklärte Ziel, auch ungeübte Männer schnell und wirkungsvoll zum siegreichen Nahkampf zu befähigen. Wie mache es die Marines heute?
Es gäbe mit Gewissheit innerhalb der NATO Lehrmethoden, die praxisbezogen sind und in einer akzeptabelen Zeit zu erlernen sind. Aber ganz klar: Ein Lehrgang von 3 Tagen bringt absolut nichts. Ich kann mich gut erinnern, wie lange es im Kampfsport dauert, bis Bewegungsabläufe nahezu automatisch ablaufen (und da hatte ich nicht den Stress, dass mich mein Gegner töten wollte). So etwas sollte über einen deutlich längeren Zeitraum geübt werden. Und ganz klar: Es muss dieser Wille zum unbedingten Überleben real trainiert werden. Mit der Konsequenz, das kompromisslose Vernichten des Gegners richtig zu üben. Ist halt nicht so sexy.
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Die NVA hat genauso mit dem Gewehr ausgebildet. Nur war vorne noch ein Bajonett dran. Aber auch ein scharfkantiger Mündungsfeuerdämpfer eitert schlecht aus dem Gesicht. Mein AKS74N war auch schlecht für den Kolbenstoß geeignet. Für das G3 hatten wir ja dann leider kein Bajonett. Man sollte vielleicht auch mal die Psychologie betrachten. Für viele ist es erheblich einfacher, sein Gegenüber mit dem Gewehr zu bearbeiten als mit einem Messer. Bei einem überraschenden Angriff auf kurze Distanz kommt man vielleicht gar nicht dazu, zu einem Messer zu greifen oder das Gewehr in Anschlag zu bringen. Beim Gegenstoß im Orts- und Häuserkampf wird es auch schnell heftig. Da sind ein paar Grundlagen für alle Soldaten gar nicht so schlecht, auch wenn die Wenigsten jemals in ihrer Dienstzeit in die Verlegenheit kommen, das mal anwenden zu müssen. Die Kampftruppe muß das natürlich vertiefen. Im Kosovo gab es auch mal was mit dem Kolben, wenn die Anweisungen nicht befolgt wurden. Das hat manchmal Wunder bewirkt. Den Klappspaten sollte man übrigens nicht unterschätzen. Der steckte bei Übungen im Angriff vorne im Koppel. So schlecht war die Nahkampfausbildung, die ich auf dem EK geniessen durfte, gar nicht. Hat mir privat mal den Arsch gerettet.
Wenn das alles so schlecht ist, kann man sich ja mal als Dummie melden. Kann ja eigentlich nichts passieren.
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NVA:
https://www.youtube.com/watch?v=RAhubDCVDos
https://www.youtube.com/watch?v=wnAIz2e7MMI
https://www.youtube.com/watch?v=t900U9nLvXU
Zum Vergleich Bundeswehr heute:
https://www.youtube.com/watch?v=z_NEWUYu...5haGthbXBm
https://www.youtube.com/watch?v=wf2CulyNw1U
https://www.youtube.com/watch?v=obuJvZW0dVY
aramiso:
Zitat:Ich denke an das "Gutter Fighting" von William E. Fairbairn. Damals war es das erklärte Ziel, auch ungeübte Männer schnell und wirkungsvoll zum siegreichen Nahkampf zu befähigen. Wie mache es die Marines heute?
Spezifisch für dich und in diesem Kontext:
https://www.youtube.com/watch?v=mBlfTj01eDM
KBG32:
Zitat:Man sollte vielleicht auch mal die Psychologie betrachten. Für viele ist es erheblich einfacher, sein Gegenüber mit dem Gewehr zu bearbeiten als mit einem Messer.
Das ist ein valides (Gegen)-Argument. Ganz allgemein ist die Psychologie hier am wesentlichsten, weil der Gros der Soldaten damit die größten Probleme haben dürfte.
Zitat:Wenn das alles so schlecht ist, kann man sich ja mal als Dummie melden. Kann ja eigentlich nichts passieren.
Jederzeit. Einfach per PN anschreiben. Absolut ernst gemeint.
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Ähnlich wie im ersten Film war meine Ausbildung in der Grundausbildung auch. Ich war noch einen Monat bei der NVA und wir hatten dann bei der Grundausbildung BW noch die NVA-Ausbilder, die da viel Wert drauf gelegt haben. Bei der Vorbereitung auf den Einzelkämpferlehrgang und beim Einzelkämpferlehrgang hat sich das aber auch nicht allzusehr unterschieden. Da ist wohl einiges verschütt gegangen. Heute hängt es wahrscheinlich auch von den Chefs und Zugführen ab, wie das umgesetzt wird. Man kann die Stunden machen, weil sie auf den Dienstplan stehen oder man steckt Herzblut rein und sagt den Leuten, dass es um ihr Leben geht und es in der Ausbildung auch mal wehtun kann. Die Anzahl der Stunden ist vermutlich auch eher übersichtlich. Die ersten Berührungspunkte mit Nahkampfausbildung hatten wir Ende der 9.Klasse im Wehrlager. Das war eher so Demonstration von Techniken durch die Offiziersschüler, die uns ausgebildet haben.
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Habe mir mal die Videos mal angeschaut. Es ist offensichtlich, dass sich der militärische Nahkampf schwerpunktmäßig halt auf Stabilisierungseinsätze ausgerichtet hat, wo man halt nicht jeden ein Messer oder gar Bajonet in den Bauch rammen kann. Und ein 4kg Sturmgewehr in die Fresse tut doch schon weh.
Jenseits von Feldjägern sollte man natürlich halt dann doch wieder umdenken und nicht das überwältigen sondern das Messer in den Baum rammen üben.
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Pmichael:
Zitat:Es ist offensichtlich, dass sich der militärische Nahkampf schwerpunktmäßig halt auf Stabilisierungseinsätze ausgerichtet hat, wo man halt nicht jeden ein Messer oder gar Bajonet in den Bauch rammen kann. Und ein 4kg Sturmgewehr in die Fresse tut doch schon weh
Ich stimme dir in Bezug auf die Ausrichtung zu, aber das macht es nicht besser, sondern noch schlechter.
Nehmen wir also Zivilisten, Demonstranten, Protestierende, Typen die unbewaffnet aggressiv auf Soldaten losgehen usw. Also das was hier explizit gezeigt wird. Dann steht man mit einem seitlichen Stoß mit dem Gewehr mit dem Magazin voran vor folgenden immensen Problemen:
1. Man streckt einer aggressiven Person die eigene Waffe hin. Diese kann die Waffe etwaig greifen, kommt an den Abzug, löst etwaig einen Schuss, kriegt die Waffe unter Kontrolle und man produziert so eine Situation in welcher der Gegner zu nahe steht und alles ganz schnell dermaßen außer Kontrolle gerät das man nicht mehr von außen (Gruppe / Gruppenkampf) groß eingreifen kann.
2. In diesem Fall muss man von funktionsfähigen Waffen ausgehen. Das heißt diese sind eben nicht kaputt, haben eben keine Ladehemmung usw. Das bedeutet, dass man ein Gewehr welches man eventuell kurz darauf benötigt als Nahkampfwaffe missbraucht und damit die Beschädigung von Optik und Magazin riskiert, darüber hinaus auch noch dass die Waffe sonst Schaden nimmt. Ich nehmen also das Risiko einer Beschädigung des Sturmgewehres in Kauf für was?! Um einen Zivilisten wegzuschubsen?
3. So wie hier gezeigt, offensiv nach vorne, den Gegner vor sich her stoßend / treibend, und immer in einem eins zu eins Verhältnis (Duellsituation) lässt man das allerwesentlichste für diese Art von begrenztem Nahkampf außer Acht: nämlich das agieren als Gruppe. Also den Gruppennahkampf. Wenn ich den Kampf nicht mit maximaler Mannstoppwirkung (und das bedeutet meist mechanische Zerstörung) stoppen kann, weil die ROE etc. das verhindern, dann muss ich immer als Gruppe agieren, gemeinsam agieren, und nicht eins zu eins während der andere zusieht. Das wesentlichste ist aber dann, auch als Gruppe eng zusammen zu bleiben, und sich auf keinen Fall nach vorne "zwischen" potentielle Angreifer locken zu lassen, welche einen dann flankieren können.
4. Ungeeignete Ausrüstung. Bin ich in einem solchen Stabilisierungseinsatz, so wäre es ein leichtes, sich entsprechende Riot-Batons / längere Schlagstöcke zu beschaffen sowie Pfefferspray. So was muss bei solchen Einsätzen für jeden beschafft werden (Pfefferspray / Pfefferschaum) und Stöcke könnte man selbst noch vor Ort improvisiert oder dezentral beschaffen. Man benötigt dann eine Gruppe die vorne agiert (diese sollte ihre Sturmgewehre abgeeben damit diese im versperrten Fahrzeug verstaut werden können) und eine die mit der Feuerwaffe von hinten absichert (sinnvollerweise mit MG).
5. Ungeeignete Techniken: Gerade für Stabilisierungseinsätze etc. sind Boxen etc. kurz und einfach Schlagtechniken, wenig sinnvoll. Hier wäre erst recht eine Ausbildung in Ringtechniken besonders relevant, insbesondere um Gegenüber auf der Stelle zu Boden bringen zu können und um selbst auch unter widrigen Umständen nicht zu fallen
6. Bajonette und auch Messer sind keineswegs so ungeeignet zur Crowd Controll wie von dir angenommen (wenn auch dann Medial / im Informationsraum ausschlachtbar vom Feind). Tatsächlich verhält es sich so, dass waffenlose Angreifer die aggressiv auf Soldaten zugehen diese eventuell zu greifen versuchen obwohl der Soldat ein Gewehr in der Hand hält. Sie versuchen ihm dann etwaig das Gewehr zu entreißen etc. Oder sie greifen im Gerangel nach seinem Pistolenholster. Eine scharfe Klinge hingegen bildet psychologisch eine viel stärkere Barriere und man greift nicht nach einer Person die eine scharfe Klinge in der Hand hat. Dabei geht es gar nicht darum dem Gegenüber ein Messer oder Bajonett reinzurammen, sondern um die rein psychologiscche Wirkung der Klinge. Wenn ich beispielsweise rigide ROE habe, und eine zahlenmäßig größere Menschenmenge, geht das mit den gezeigten Bundeswehrmethoden ganz schnell in die Hose. Gerade in einem solchen Szenario droht man glaubhaft den Schusswaffengebrauch an und gibt Warnschüsse ab und ist dann auch bereit zu feuern (auf Unbewaffnete !) - dann muss man allerdings auch die Hintergrundgefährdung bedenken (Schwanger Frau mit Kind in Schusslinie etc) - oder man manipuliert den Gegner psychologisch (Bajonett / Messer) wenn keine geeignete sinnvollere Ausrüstung vorhanden ist.
7. Und sollte man aus was für Gründen auch immer dennoch mit dem Sturmgewehr agieren wollen, müsste man halt viel zielgerichteter und gezielter arbeiten. Man sieht das perfekt vom Unterschied her bei den NVA und Bundeswehr Filmen. Die NVA Soldaten schlugen mit dem Kolben sehr gezielt, beispielsweise auf den Kiefer. Bei der Bundeswehr wird hingegen ziemlich ziellos herumgestoßen und geschubst und seltsame kurze Hiebe mit dem Lauf ausgeführt welche dann vorgeblich wirksam sind.
Du hast absolut recht, dass 4 kg Sturmgewehr "in die Fresse" wirksam sind, aber: dazu muss man auch gezielt den Kiefer treffen, die Seite des Kopfes treffen usw. und nicht irgendwie hektisch mit dem Gewehr vor sich herumstoßen und ungezielt und unkoordiniert irgendwelche Stöße ausführen die keine gezielte Wirkung hätten. Statt diesem seltsamen seitlichen Gestoße, den noch seltsameren kurzen "Laufhieben" und seitlich geführten Schlägen mit dem Kolben (schlecht wegen Klappmechanismus bzw. Enschubmechanismus), sollte man Stöße mit dem Kolben anwenden, also mit der Schaftkappe zustoßen. Das ist insbesondere bei den modernen Sturmgewehren wesentlich. Und dann muß ein solcher Stoß mit der Schaftkappe sehr gezielt geführt werden. Das muss man intensiv üben. Absolut jeder sinnvolle Stoß oder Schlag mit dem Kolben bzw. der Schaftkappe bedarf zudem des Umgreifens an den Kolbenhals. Mit dem hier von der Bundeswehr gezeigten Griff mit langem Zeigefinger instabil am Pistolengriff macht das erst recht keinen Sinn.
Am allerwenigsten Sinn aber machen die seitlichen Stöße mit dem Magazin voran mit der Hand am Pistolengriff mit ausgestrecktem Zeigefinger. Das ist absurd. Das endet allein wegen dieser Greifweise zwingend in entrissenen Waffen, verletzten Zeigefingern der Schußhand usw.
Ebenso muss der Gruppennahkampf intensiv geübt werden. Das kostet alles Zeit. Die man nicht hat und in andere Dinge investieren sollte.
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In einem der Videos wurde ja gesagt, dass das wichtigste Ziel des Nahkampfes ist die Wiederherstellung der Kontrolle über die Feuerwaffe. Hier muss man halt zwei unterschiedliche Zielsetzungen unterscheiden:
Kontrolle über die eigene Feuerwaffe
Töten des Gegners im Nahkampf
Ich denke mal es muss auf zwei unterschiedliche Grundschulungen hinauslaufen. Auch muss man natürlich sagen, dass es in den Übungen immer etwas blöd aussieht wie da hantiert wird, man kann ja schlecht den Sparring Partner die Waffe wirklich ins Gesicht rammen.
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