(Allgemein) Bundeswehr – quo vadis?
Wie sich eine Bevölkerung im Krisenfall verhält, hängt ohnehin auch von unvorhersehbaren Faktoren ab, z.B. von aufrüttelnden Schlüsselerlebnissen. Umfragen und Meinungsbilder aus dem Jahr 2021 hätten auch nicht darauf hingedeutet, dass sich die Ukrainer derart verbissen wehren würden.
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(02.03.2026, 12:51)Broensen schrieb: Sei doch froh, dass die anderen Truppenteile nicht damit belastet werden, noch WDL auszubilden, die ihnen keinerlei Mehrwert liefern.

Je kürzer der Wehrdienst, desto sinnvoller ist es, ihn nur im Heimatschutz durchzuführen.

(Gestern, 20:33)Quintus Fabius schrieb: Milspec1967:


Was deine poltischen Ansichten angeht (abseits von reinen Technikfragen) lebst du leider in einer Phantasiewelt.

Im übrigen ist die Kampfbereitschaft gerade in den Ländern, auf welche es im Kriegsfall am meisten ankämpfe (Polen, Baltikum, Finnen usw.) extrem hoch. Viel höher als in Russland - und auch viel höher als bei uns. Die Finnen haben sogar die höchste Wehrbereitschaft weltweit und Polen folgt nicht weit danach. Da reicht dann selbst eine nicht ganz so engagierte Rückendeckung durch den Rest und die Russen würden bereits an Polen scheitern.

Das wäre doch super... Hoffentlich klappt es.Angel
Eine AfD Regierung würde sämtlichen Nachschub von Hafen und durch Deutschland nach Baltikum und Polen verbieten.
Viel. Spaß, Liebe Polen Cool
Allerdings wäre dann quasi jeder deutsche Soldat... Nein jeder deutsche insgesamt... zu aktiven Widerstand gegen die AfD Russen Nazis verpflichtet. Ein Bürgerkrieg hierzulande nicht ausgeschlossen.
Sorry... Ich bin so pessimistisch...

(Gestern, 21:06)muck schrieb: Wie sich eine Bevölkerung im Krisenfall verhält, hängt ohnehin auch von unvorhersehbaren Faktoren ab, z.B. von aufrüttelnden Schlüsselerlebnissen. Umfragen und Meinungsbilder aus dem Jahr 2021 hätten auch nicht darauf hingedeutet, dass sich die Ukrainer derart verbissen wehren würden.

Das kann tatsächlich niemand vorhersagen, was passiert, wenn in Kreuzberg die ersten Türken durch russische Fehl gelaufene Mittelstrecken BM sterben....
... Deutsche Gutmenschen allerdings machen dann NICHTS... AUßER BETROFFENHEIT HEULEN... Und zur Kapitulation aufrufen
(Russland ist ja nicht soooo schlimm, ne?) Angry
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Zitat:Eine AfD Regierung würde sämtlichen Nachschub von Hafen und durch Deutschland nach Baltikum und Polen verbieten

AfD Angehörige haben die höchste Wehrbereitschaft in Deutschland. Junge AfD Anhänger aus Ostdeutschland haben die größere Bereitschaft gegen Russland zu kämpfen, sollte es zum Krieg kommen.

Der wesentliche Punkt ist also nicht, dass die nicht kämpfen wollen würden, sondern dass sie fest glauben, dass es nie dazu kommen wird. Sollte es aber dazu kommen, dann würden sie eher als die anderen hierzulande.
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(Gestern, 22:10)Quintus Fabius schrieb: AfD Angehörige haben die höchste Wehrbereitschaft in Deutschland. Junge AfD Anhänger aus Ostdeutschland haben die größere Bereitschaft gegen Russland zu kämpfen, sollte es zum Krieg kommen.

Der wesentliche Punkt ist also nicht, dass die nicht kämpfen wollen würden, sondern dass sie fest glauben, dass es nie dazu kommen wird. Sollte es aber dazu kommen, dann würden sie eher als die anderen hierzulande.

Belastbare Quellen dazu?
Meine "Ossi" Erfahrungen sind andere!
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@Milspec_1967

Du verlangst belastbare Quellen, während Du selbst nur Deine Meinung wiederkäust?

Lies die Studie, die ich in meinem vorletzten Beitrag verlinkt habe, sie wurde von der Bundeswehr selbst in Auftrag gegeben.

Sie belegt, dass AfD-Anhänger tatsächlich die höchste Wehrbereitschaft haben, gefolgt von denen von CDU und SPD. (Allerdings ist die Wehrbereitschaft in Ost- und Süddeutschland deutlich geringer als in West- und Norddeutschland.)

Die Zahlen zur Wehrbereitschaft in der Umfrage (37%) sind auf den ersten Blick nicht gut—obwohl sie immer noch eine Verbesserung gegenüber der Vergangenheit darstellen—, müssen aber auch in Relation zur Bevölkerungsgröße gesetzt werden.

Denn wenn es dort heißt, dass 54% der deutschen Männer und 21% der deutschen Frauen unter 50 Jahren bereit wären, Deutschland "mit der Waffe zu verteidigen", versteckt sich dahinter immer noch eine sehr große Zahl.

Aufgrund unserer Datenschutzmanie hat es seit Jahrzehnten keinen richtigen Zensus mehr gegeben, doch aus der Mikrozensus-Zusatzerhebung lässt sich immerhin ableiten, dass ca. 33 Mio. deutsche Staatsangehörige unter 50 Jahre alt sind. In dieser Altersgruppe gibt es einen leichten Frauenüberschuss. Wenn wir mithin als Rechengröße 16 Mio. männliche und 17 Mio. weibliche Deutsche unter 50 Jahren annehmen, würde die Studie auf 8,64 Mio. wehrbereite Männer und 3,57 Mio. wehrbereite Frauen im passenden Alter hindeuten.

Selbst das träge, überalterte Deutschland könnte also immer noch über 12 Mio. Menschen aufbieten.

Aber bevor Deutschland ein Heer mit 12 Mio. Menschen braucht, ist jeder Krieg mit Russland längst beendet, auf die eine oder die andere Weise.

Alle Daten, die wir haben, deuten darauf hin, dass im Kriegsfall Millionen Menschen dazu bereit wären, ihren Beitrag zur Verteidigung dieses Landes zu leisten. Und an die Daten müssen wir uns halten. Deine Meinung sei Dir unbenommen, selbst wenn sie als polemisches Staccato daherkommt, aber sie ist nun einmal nur das: deine Meinung.
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Der wesentlichste Punkt in Bezug auf AfD Anhänger und spezifisch Ostdeutsche AfD Anhänger ist, dass diese Russland halt querschnittlich nicht negativ sehen, dass sie oft den Krieg in der Ukraine relativieren bzw. Verständnis für russische Positionen haben. Daraus folgt aber nicht umgekehrt, dass sie nicht wehrbereit wären.

Ironischerweise bedingt das eine das andere. Gerade weil diese Kreise nationalistisch denken und gerade weil sie kriegerische Gewalt weniger ablehnen (deshalb ja auch die Befürwortung russischer Angriffskriege etc), gerade eben deshalb sind sie kriegsbereiter. Auch gegen die Russen. Wie geschrieben ist man lediglich der Auffassung, dass er gar keinen Krieg mit den Russen geben wird oder gar, dass Deutschland und Russland eigentlich natürliche Verbündete wären. Darin liegt der Unterschied, nicht in der Wehrbereitschaft.

Dasselbe übrigens mit Russlandeutschen und Russen in der Bundeswehr. Das sind meiner Ansicht nach querschnittlich die kriegbereiteren Soldaten. Zugleich aber sind sie in Wahrheit querschnittlich natürlich nicht so russlandfeindlich wie es vielleicht geboten wäre. Das bedeutet aber nicht, dass sie im Fall der Fälle nicht genau so gegen Russland kämpfen würden.

Deine Sichtweise Milspec, ist schlicht und einfach, zu einfach. Zu sehr schwarz und weiß, zu wenig differenziert. In diesem Kontext könnte man übrigens darauf hinweisen, dass es jede Menge Russen gibt, die extrem Putinfeindlich sind, und dass in der Ukraine gar nicht wenige Russen gegen Russland kämpfen. Und ganz genau so ist bei den Russen hierzulande Putin keineswegs bei allen gut angesehen, ganz im Gegenteil. Gerade die nationalistischen Kreise, also gerade eben die fanatischen Russen, sind querschnittlich Putinfeindlich - was nicht umgekehrt heißt, dass sie Pro-Westen wären oder unsere Werte teilen würden, ganz im Gegenteil. Aber der Frust und Hass auf das System Putin überwiegt die Ablehnung des Westens.
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(Vor 11 Stunden)muck schrieb: Sie belegt, dass AfD-Anhänger tatsächlich die höchste Wehrbereitschaft haben, gefolgt von denen von CDU und SPD. (Allerdings ist die Wehrbereitschaft in Ost- und Süddeutschland deutlich geringer als in West- und Norddeutschland.)

Die Studie belegt, dass von den Personen mit der Wahlabsicht AfD prozentual die meisten angeben, Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen. Das mag gleich klingen, ist aber ein Unterschied. Die tatsächliche Wehrbereitschaft lässt sich erst im Ernstfall feststellen und kann durchaus auch unterschiedlich ausfallen, das nur am Rande.

Was ich eigentlich anmerken möchte, singuläre Betrachtungen geben nur ein so grobes Bild wider, dass zu detaillierte Aussagen dadurch nur scheinbar gedeckt werden. In der aktuellen (von dir verlinkten) Studie beispielsweise ist die Wehrbereitschaft (ja, ich verkürze das jetzt auch Wink ) in Ostdeutschland mit 34% niedrig im Vergleich zu Norddeutschland mit 43%, bei der vorherigen Umfrage liegt sie in Ostdeutschland bei 48% und in Norddeutschland bei 39%, also deutliche Unterschiede und ein Tausch in der gesamtdeutschen Positionierung. Für die Personen mit Wahlabsicht AfD wurden 2025 55% genannt (höchster Wert), CDU 49%, SPD 49%, Grüne 29% (ich nehme jetzt bewusst nur die vier), 2024 waren es AfD 61% (höchster Wert nach der FDP mit 73%), CDU 51%, SPD 45% und Grüne 22%.

Was "belegen" die Zahlen? Sowohl AfD- wie auch CDU-Wähler sind "heute" (Stand 2025) weniger bereit Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen als "gestern" (Stand 2024), Grüne- und SPD-Wähler hingegen sind dazu "heute" mehr bereit als gestern. Auch Ostdeutsche sind "heute" weniger bereit Deutschland zu verteidigen als gestern, Norddeutsche hingegen mehr.

"Vorgestern" (Stand 2023) war die Wehrbereitschaft bei Personen mit Wahlabsicht AfD übrigens 64% (höchster Wert), CDU 48%, SPD 46% und Grüne 29%, Norddeutschland lag bei 44% und Ostdeutschland bei 41%. Übrigens auch interessant, Männer zwischen 16 und 29 Jahren, 2023 52%, 2024 60%, 2025 45%.

Was sagt das alles nun über "morgen" aus (denn der Krieg kommt ja erst)? Wenig. Diese feine Aufgliederung eignet sich gut für Schlagzeilen ist aber nicht zielführend, und Aussagen wie "junge, ostdeutsche AfD-Anhänger haben die höchste Wehrbereitschaft" sind völlig willkürlich und letztlich sowieso irrelevant. Die signifikanten Auffälligkeiten (bspw. Rechtsaußen mit deutlich höherer Wehrbereitschaft als Linksaußen) können wohl noch am ehesten als belegt gelten, der Rest ist eher Statistik.

Lustigerweise stößt man bei einer schnellen Suche auch auf eine INSA-Umfrage im Auftrag der Bild (weshalb ich ausnahmsweise mal auf diese Schundseite geklickt habe), die prozentuale Verteilung zur Aussage: "Bei einem Angriff auf Deutschland würde ich mich zur Verteidigung bei der Bundeswehr melden"

CDU/CSU: 42%
Grüne: 39%
SPD: 35%
AfD: 29%
BSW: 23%
Linke: 17%

Ist es nun die Variation in der Frage, der hier zu den deutlich anderen Ergebnissen führt (bedeutet das dann, dass AfD-Wähler zwar mit der Waffe das Land verteidigen würden, aber nicht als Teil der Bundeswehr?), oder die wissenschaftliche Basis, oder konnte da ein Redakteur die Zahlen nicht richtig lesen (was mich bei der Quelle auch nicht wundert)?

In meinen Augen ist das Wesentliche, das wirklich Relevante folgendes:
Zitat:Alle Daten, die wir haben, deuten darauf hin, dass im Kriegsfall Millionen Menschen dazu bereit wären, ihren Beitrag zur Verteidigung dieses Landes zu leisten.

Der Rest ist statistisches Rauschen.

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Quellen:
ZMSBw-Forschungsbericht 139/2025
ZMSBw-Forschungsbericht 137/2024
ZMSBw-Forschungsbericht 136/2023
Bildartikel 14.10.2025
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Zitat:Alle Daten, die wir haben, deuten darauf hin, dass im Kriegsfall Millionen Menschen dazu bereit wären, ihren Beitrag zur Verteidigung dieses Landes zu leisten.

Das ist im übrigen immer leicht gesagt, aber real dann schwer getan. Man sieht das in eigentlich allen Kriegen, dass die tatsächliche Bereitschaft zu kämpfen, also tatsächlich das eigene Leben einzusetzen in Wahrheit viel niedriger ist. Weshalb im modernen Krieg ja das mit Zwang rekrutierte Massenheer (Wehrpflicht) erforderlich wurde. Weshalb auch im Krieg von Morgen Zwang notwendig sein wird und angewendet werden wird.

Aber selbst wenn es in Wahrheit nur Bruchteile sind, trägt das schon recht weit. Nehmen wir mal die Zahl von 12 Mio Menschen. Und nehmen wir ferner an, nur jeder 10 te (!) würde dann tatsächlich kämpfen. Dann wären das immer noch 1,2 Mio und damit mehr als genug. Nur um diese Zahlen mal richtig zu rücken.

Das wesentliche ist also nicht die Zahl derjenigen die tatsächlich bereit wären das eigene Leben zu riskieren, sondern das wesentliche ist die Frage der Unterstützung des Krieges durch die Gesellschaft insgesamt. Es nützt rein gar nichts wenn man im Kriegsfall mehrere hunderttausend Freiwillige hätte, wenn die Gesellschaft insgesamt den Kampf nicht trägt.

Und da sieht es (nach allen Daten die man so hat) hier und jetzt im Friedensbetrieb nicht so rosig aus. Ohne die Bereitschaft der Gesellschaft insgesamt Krieg zu führen ist die Zahl der Kriegsfreiwilligen welche tatsächlich kämpfen jedoch irrelevant bzw. nicht so von Belang. Auch Staaten mit einer starken Armee und auch Staaten mit einer quantitativ großen Armee können sehr leicht militärisch verlieren oder rasant in die totale Niederlage abgleiten. Dies gilt heute umso mehr, da unsere Vorstellungen von Kriegsführung arg begrenzt sind und wir gegen bestimmte Kriegsformen weitgehend wehrlos wären.

Entsprechend ist die Frage wieviele tatsächlich kämpfen würden meiner Ansicht nach völlig nachrangig der Frage, ob die Gesellschaft insgesamt für diesen Staat bzw. diese Bundesrepublik kämpfen würde.
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