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(21.08.2025, 15:01)Broensen schrieb: War das die Grundausbildung für Ungediente Reservisten? Ist das jetzt gar nicht mehr möglich?
Zitat:Neu ist auch, dass die Rubrik Freiwillig Wehrdienst Leistende im Heimatschutz gestrichen wurde. Auf Nachfrage hieß es aus dem Ministerium, dieses Projekt sei Ende Juni eingestellt worden. Ob darüber hinaus weitergehende Kürzungen im Heimatschutz bereits vollzogen wurden oder geplant sind, bleibt vorerst offen.
https://augengeradeaus.net/2025/08/perso...ent-page-1
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(21.08.2025, 15:17)lime schrieb: https://augengeradeaus.net/2025/08/perso...ent-page-1 Ah okay, das dürfte ja nicht das gleiche sein wie die Grundausbildung für Ungediente, dabei geht es ja um Reservisten.
Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz ergibt für mich auch nicht wirklich Sinn. Wenn ich mich für einen Vollzeit-Wehrdienst verpflichte, warum dann im Heimatschutz und nicht in der regulären Truppe?
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(21.08.2025, 14:45)alphall31 schrieb: Die richtigen Personalzahlen für den Juli stehen jetzt zur Verfügung : 182.984 . Das Projekt heimatschutz ist zum Juni gestrichen worden . Damit steht nun fest das es keine Entspannung oder Verbesserung gibt auf Seiten des Personales .
Das scheint man "oben" anders zu sehen
https://esut.de/2025/08/fachbeitraege/61...n-es-auch/
Zitat:Sieger: Ich glaube, man muss zunächst mit dem ein oder anderen Missverständnis aufräumen. Die Vorgabe von 203.000 Soldatinnen und Soldaten war auf einen Zeitraum bis 2031 angelegt – ein langfristiger Aufwuchspfad, Jahr für Jahr. Mit den Maßnahmen der Task Force Personal, die ich mitverantwortet habe, wären wir in der Lage gewesen, dieses Ziel zu stemmen. Es ist uns im Jahr 2024 gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen, und wir sind in diesem Jahr bereits mit rund 2.000 Soldatinnen und Soldaten im Plus.
Herrlich, diese Selbstkritik
Wir blicken mal zurück nach 2020:
https://www.dbwv.de/aktuelle-themen/blic...trendwende
Was sehen wir? Eine wunderschöne Fortschreibung...
Das MPP 2019 sah für 2025 eine Kopfzahl von 203.000 vor...
Das MPP 2020 sah für 2027 eine Kopfzahl von 203.000 vor...
Jetzt sind wir bei 203.000 im Jahr 2031.
Wieso tue ich mir schwer, dieses "Fortschreiben" statt als "Missverständnis" als "Erfolg" zu sehen?
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Das Personal heimatschutz war nach aktiven Dienstzeit für einen festgeschriebenen Zeitraum in der Reserve Heimatnah eingeplant . Normale wehrdienstleistende unterliegen dem nicht.
Diese wurden außerdem im Katastrophenschutz ausgebildet. Die gleiche Ausbildung erhalten die Freiwilligen ab nächstem Jahr .
Falls es dazu kommt überhaupt , bisher ist der neue Wehrdienst noch nicht beschlossen von Seiten der Politik.
Ab Januar gibt es auch keine Fwdl mehr .
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(21.08.2025, 16:44)alphall31 schrieb: Das Personal heimatschutz war nach aktiven Dienstzeit für einen festgeschriebenen Zeitraum in der Reserve Heimatnah eingeplant . Normale wehrdienstleistende unterliegen dem nicht. Das wäre jetzt für mich als FWD-Interessent kein Pro-Argument gewesen. Aber dass es eingestellt wird, spricht ja auch dafür, dass das ganze nicht so erfolgreich war.
Zitat:Diese wurden außerdem im Katastrophenschutz ausgebildet. Die gleiche Ausbildung erhalten die Freiwilligen ab nächstem Jahr .
Also eigentlich wird das zwar eingestellt, aber durch den normalen Wehrdienst dann quasi ersetzt. Nur evtl. mit anderer Dauer, nehme ich an.
Zitat:Ab Januar gibt es auch keine Fwdl mehr .
Die werden doch durch kurz dienende SaZ ersetzt, oder nicht?
Außerdem: Nach aktueller Planung ist der "normale" Wehrdienst doch auch freiwillig, insofern sollen es dann sogar mehr FWD werden, nur halt mit kürzerer Dienstzeit.
Zusammengefasst: die FWD sowohl aus dem Heimatschutz, als auch dem regulären Dienst, werden durch den neuen Wehrdienst ersetzt, der kürzer ausfällt und ebenfalls auf den Heimatschutz abzielt, weswegen zusätzlich ein kurzer SaZ eingeführt wird. Passt das so halbwegs?
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Die Dauer bleibt ja weiter 6 Monate falls es ab nächstem Jahr neuen Wehrdienst gibt. Ob das insgesamt mehr werden bezweifle ich noch , warum auch.
Heimatschutz war schon durch die verpflichtenden wehrübungen daseinzig sinnvolle Programm .
Für Bw sind es nur Kosten da weder der alte noch der neue Wehrdienst irgend einen Nutzen bringt.
Das der heimatschutz nicht erfolgreich war hat niemand behauptet , man hat das Konzept ja nicht umsonst für alle wehrdienstleistenden übernommen ab nächstem Jahr.
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(21.08.2025, 18:55)alphall31 schrieb: Die Dauer bleibt ja weiter 6 Monate falls es ab nächstem Jahr neuen Wehrdienst gibt. Ach, ich dachte FWD wär' länger gewesen.
Zitat:Ob das insgesamt mehr werden bezweifle ich noch , warum auch.
Aber, aber! Wenn alle einen Fragebogen ausfüllen müssen, dann kommen doch sicher zigtausende mehr auf die Idee, sich freiwillig zu melden.
Zitat:Heimatschutz war schon durch die verpflichtenden wehrübungen daseinzig sinnvolle Programm .
Klar ist der Reservistendienst mit Übungen eigentlich das erstrebenswerte an einem Wehrdienst, aber für mich als Heranwachsenden wäre ein FWD mit begrenzter Dauer in der regulären Truppe sicher verlockender gewesen, als eine Heimatschutzausbildung mit anschließenden Übungen, die dann mit Ausbildung und Beruf kollidieren.
Deshalb weiß ich nicht, warum man sich als Kandidat dafür hätte entscheiden sollen.
Umgekehrt kann die aktive Truppe auch niemanden gebrauchen, der länger ausgebildet werden muss, als er dann für den Dienst zur Verfügung steht.
Zitat:Für Bw sind es nur Kosten da weder der alte noch der neue Wehrdienst irgend einen Nutzen bringt.
Wenn du mit "BW" hier die aktive Truppe meinst, dann hast du natürlich recht. Die wird nur damit belastet, Leute auszubilden, die ihr keinen Mehrwert für's Tagesgeschäft bringen.
Deshalb bin ich auch der Ansicht, dass Wehrdienst und reguläre Truppe nicht gut zusammenpasst, schon gar nicht ein Heimatschutz-Wehrdienst von nur wenigen Monaten.
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Das ganze könnte jetzt natürlich als Boomerang der Truppe den Rest geben . Da jetzt ja alle zusammen erst die sechs Monate Grundausbildung genießen. Das könnte zu abbrecherquoten führen das man nicht einmal mehr den jährlichen Bedarf decken kann.
Das es keine fwdl mehr gibt ist natürlich schlecht für die Leute die das öfters gemacht haben, als Lückenfüller oder so . Wie das ab jetzt ist , auch für SaZ Mannschaften hab ich noch nicht durchschaut.
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(21.08.2025, 19:45)alphall31 schrieb: Das es keine fwdl mehr gibt ist natürlich schlecht für die Leute die das öfters gemacht haben, als Lückenfüller oder so . Aber wo wird denn der Unterschied sein zwischen bisherigen FWDL und zukünftigen, ja ebenfalls freiwilligen WDL? Ich blick' da noch nicht ganz durch.
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Ab 2026 werden alle als SaZ eingestellt, mindestdienstzeit 6 Monate . Das hat hauptsächlich mit Gehalt zu tun das man dann auszahlen kann. Nebenbei ist man natürlich auch als ausscheidender SaZ in der Reserve grundbeordert verpflichtend . Die sich von Anfang an als SaZ (über freiwilligenannahme) verpflichtet haben gehen nach der Grundausbildung in ihre Einheiten. Was mit dem Rest passiert weis die Bw glaub ich selber nicht. Man hat ja lange genug versucht das Ganze abzuwenden weil es keinerlei Nutzen bringt. Stattdessen muss man krampfhaft jetzt Personal und Material jetzt zusammen bekommen um ab nächsten Jahr die ganzen ausbildungsabschnizte abzuhalten.
Ich seh schon die Schlagzeile in der Zeitung : Luftwaffe musste Flugbetrieb für diesen Monat einstellen da flugplatzfeuerwehr in der Grundausbildung im Katastrophenschutz ausbilden muss.
Auch wenn es jetzt noch nicht relevant ist sondern erst wenn das ganze verpflichtend werden sollte ist natürlich der Wegfall des arbeitsplatzschutzes . Wie man das mit den Krankenkassen geregelt hat ist auch noch nicht ersichtlich , diese ruhte ja für Wehrpflichtige und nach Wehrdienst waren die Kassen verpflichtet diese wieder aufzunehmen. Das gibt es ja als SaZ auch nicht. Als Fwdl war es auch möglich sich immer wieder zu bewerben bis zum 65 Lebensjahr und für 23 Monate Dienst abzuleisten. Als SaZ war das ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen möglich
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Zitat:Um dies zu gewährleisten wird unter anderem seit dem 1. Juli 2025 zwischen „FWDL-Kurz“ (Verpflichtungszeit 7-11 Monate) und „FWDL-Lang“ (Verpflichtungszeit 12-23 Monate) unterschieden. Das Pilotprojekt „Dein Jahr für Deutschland – Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ (FWD HSch) wurde mit der stufenweisen Erhöhung der Umfänge von FWDL und der beabsichtigten qualifikationsgerechten Beorderung von „FWDL-Kurz“ für Aufgaben Schutz und Sicherung Inland/Heimatschutz als eigenständiges Projekt eingestellt und in den FWDL integriert.
Der Beginn der neuen Ausbildungssystematik für FWDL erfolgte mit Einstellungstermin Juli 2025. Die Einstellungen erfolgen monatlich in ausgewählten Einheiten und orientiert am militärischen Bedarf. So werden FWDL-Kurz grundsätzlich in den Heimatschutzregimentern eingestellt, für den Heimatschutz sowie für Sicherung und Schutz im Inland verwendet und in der Territorialen Reserve beordert. FWDL-Lang werden ausschließlich in der 1. PzDiv, 10. PzDiv und DSK eingestellt, ausgebildet und für alle Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung in der Breite der Streitkräfte herangezogen sowie beordert.
Alle FWDL werden innerhalb der ersten sechs Monate ihrer Dienstzeit zur Wahrnehmung von Wach- und Sicherungsaufgaben sowie im Heimatschutz bzw. Schutz und Sicherung Inland ausgebildet
Der Grund warum es die Fwdl heimatschutz nicht mehr gibt. Warum man das für die paar Monate noch gemacht hat , keine Ahnung .
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(21.08.2025, 19:53)Broensen schrieb: Aber wo wird denn der Unterschied sein zwischen bisherigen FWDL und zukünftigen, ja ebenfalls freiwilligen WDL? Ich blick' da noch nicht ganz durch.
Mal eine Vermutung von mir. Ortsnähe spielt sicherlich eine immer größere Rolle. Wird man beim Heimatschutz nicht eher ortsnah eingesetzt und beim normalen freiwilligen Wehrdienst bundesweit? Wenn jetzt 5-10% dadurch insgesamt weniger Wehrdienst leisten dürfte das bei der Personaldecke erheblich sein. Insofern halte ich es deshalb für einen Fehler die Möglichkeit beim Heimatschutz abzuschaffen.
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Das spielt am Ende eigentlich keine Rolle , wenn man die Zahlen nicht voll bekommt wird halt Zwangs eingezogen. Es geht am Ende nur um das generieren von Reservisten .
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Das ist das einzige was mal absolut gesichert ist: es wird zwangseingezogen werden. Und dann immer mehr zwangseingezogen werden. Natürlich nur zum Schutz der Freiheit der jungen Männer welche da zwangseingezogen werden, und natürlich keineswegs zum Schutz des Reichtums der Wohlhabenden, sondern der Zwang dient allein der Freiheit versteht sich.
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Als jemand, der seinen Wehrdienst geleistet hat, habe ich absolut kein Problem damit, dass auch die mir nachfolgenden Generationen einem solchen Zwang unterworfen sind. Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass sich die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland gesellschaftlich negativ ausgewirkt hat.
Unzufriedenheit mit der Politik ist für mich kein Argument. Wenn es danach ginge, hätte die Wehrpflicht nie eingeführt werden dürfen. In der Wiederbewaffnungsdebatte, der "Studentenrevolte" von 1968 und den Auseinandersetzungen um die Wirtschafts- und Umweltpolitik der 1980er Jahre zeigte sich auch große Unzufriedenheit in der jeweils betroffenen Generation.
Zweitens: Es amüsiert mich, dass in letzter Zeit ausgerechnet die politische Rechte immer mehr gegen die Wehrpflicht polemisiert, weil dieser Staat (tatsächlich oder angeblich) nicht mehr die gleichen Rahmenbedingungen für junge Menschen wie vor 25, 50 oder 75 Jahren gewährleistet.
Ob beabsichtigt oder nicht, damit redet sie letztlich nur dem radikal-individualistischen und materialistischen Hedonismus der linken Postmoderne das Wort. Kennedys Bonmot "frage, was du für dein Land tun kannst" war einst ein Ausweis konservativer Tugenden (und das in einem Land, in dem zu seiner Zeit 22% der Bevölkerung in Armut lebten).
Ich hätte nie gedacht, dass die Rechte mal "frage, was dein Land für dich tun kann" predigen und es gesellschaftsfähig machen würde, sich in den sozialen Medien zu rühmen, im Falle eines Angriffs werde man nach Argentinien auswandern und Deutschland vor die Hunde gehen lassen.
Mit dieser Haltung werden wir als Staat, als Gesellschaft das Ruder jedenfalls nicht herumreißen.
Man kann nicht beides haben. Man kann nicht den zunehmenden Egoismus, den Verfall von Strukturen und Ordnung bejammern, und dann ebendiesen Verfall als gerechtfertigt oder vernünftig bemänteln. Ja, es liegt vieles im Argen. Wenn aber in diesem Land die Stimmung schlechter ist als in anderen Staaten, die ihre Bürger objektiv schlechter behandeln und ihnen objektiv weniger bieten, dann liegt der Fehler auch bei uns.
Das einzige, was mir an der perspektivischen Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht passt, ist der Ausschluss von Frauen, für den es nicht geringsten Grund gibt. Die Schlechterstellung des Mannes ist in diesem gesellschaftlichen Klima einfach nur heuchlerisch und nicht zu rechtfertigen. Außerdem ist er militärisch unbegründet. Natürlich ist die körperliche Eignung bei Frauen insgesamt geringer (Ausreißer bestätigen die Regel), aber es gibt dennoch genügend Aufgaben, die Frauen übernehmen könnten.
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