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(05.04.2025, 16:57)alphall31 schrieb: Für ukrainekrieg haben die Russen Dreiviertel Jahr gebraucht und nicht mal 200000 Mann zusammen gehabt . Wo soll Russland denn die Truppen zusammen ziehen , in Kaliningrad oder übers schwarze Meer im rumänien landen?
Weißrussland natürlich wieder. Dann weiß man nicht, ob sie es nochmal auf Ukraine oder Litauen abgesehen haben.
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Es gibt schon seit einigen Tagen Gerüchte, dass die Bundeswehr die Ausbildung Ungedienter in der Reserve einstellen will, weil ja in Kürze die zwangsgepressten Leibeigenen durch die Kasernentore getrieben werden.
Laut Bundeswehr stimmt das so aber nicht.
https://x.com/loyalmagazin/status/190810...87/photo/1
Zitat:Auf X findet die Aussage Verbreitung, das Heer werde die Ausbildung Ungedienter für die #Reserve beenden. Wir haben dazu das Kommando Heer angefragt. Geantwortet hat das Operative Führungskommando. Eine Sprecherin: "Nein, das ist nicht korrekt. Die Ausbildung Ungedienter wird nicht eingestellt."
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Die Ausbildung wurde nur ausgesetzt aufgrund der Umstrukturierung
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Welche Umstrukturierung?
Die haben nur ein neues Divisions Oberkommando bekommen.
Was ist dann daran unzustrukturieren?... Die Länder Kompanien bleiben doch wohl so.
Oder habe ich was verpasst?
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Von streitkräftebasis zum Heer. Das hat nichts mit heimatschutz zu tun
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Die Wehrpflicht wird kommen.
Zitat:Wir schaffen einen neuen attraktiven Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert. Für die neue4149
Ausgestaltung dieses Dienstes sind die Kriterien Attraktivität, Sinnhaftigkeit und Beitrag zur4150
Aufwuchsfähigkeit leitend. Wertschätzung durch anspruchsvollen Dienst, verbunden mit4151
Qualifikationsmöglichkeiten, werden die Bereitschaft zum Wehrdienst dauerhaft steigern. Wir4152
orientieren uns dabei am schwedischen Wehrdienstmodell. Wir werden noch in diesem Jahr die4153
Voraussetzungen für eine Wehrerfassung und Wehrüberwachung schaffen
So steht das im Koalitionsvertrag.
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(10.04.2025, 09:35)Aegrotare schrieb: Die Wehrpflicht wird kommen.
So steht das im Koalitionsvertrag. Nein, da steht nicht Wehrpflicht, sondern Wehrdienst. Das ist ein Unterschied.
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Das ist ein wenig Haarspalterei Deinerseits, zumal das schwedische Modell von den Koalitionären bereits fest vorgesehen ist. Das heißt, es wird ein gewisses Maß an Verpflichtung geben, und sei es nur zur Teilnahme an Informationsveranstaltungen oder einer Musterung. Allein die Ableistung des Wehrdiensts bleibt vorerst freiwillig. Auch das Adverb "vorerst" impliziert, dass man sich bereits eine Rückkehr zum Pflichtdienst vorbehält.
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Das alles ist weder Fisch noch Fleisch. Was heißt denn freiwilliger Wehrdienst ? Das war doch bisher schon möglich. Pistorius ist auch nur ein Phrasendrescher und die SPD ein Sicherheitsrisiko !
Freiwillig wird einfach nicht klappen - hat jetzt 10 Jahre lang nicht geklappt.
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Nach den jüngsten Verlautbarungen geht es um eine Mitwirkungspflicht bei der Wehrerfassung. Offenbar werden alle achtzehnjährigen Männer einen Fragebogen erhalten, worin sie Informationen zu ihrem Gesundheitszustand und zu ihren Präferenzen angeben müssen (Bereitschaft zum Wehrdienst, in welcher Verwendung, usw.)
Prinzipiell keine schlechte Idee, und bringt vielleicht sogar einen messbaren Effekt, aber ob der Effekt genügt?
Ich glaube es auch nicht.
Trotzdem ist dieser erste Schritt der richtige, um die Rückkehr zur Wehrpflicht politisch vorzubereiten. So wird sich argumentieren lassen, dass man weniger einschneidende Wege ausprobiert hat, sie aber nichts genützt haben.
Das Problem wäre meines Erachtens eher, wenn nun parallel keine weiterführenden Maßnahmen in Angriff genommen würden. Auch wenn man es zunächst mit Freiwilligkeit versucht, muss man *jetzt* über eine Wehrersatzverwaltung für zehntausende zusätzliche Rekruten nachdenken. Und nicht erst dann, wenn man feststellt, dass Freiwilligkeit nicht genügt.
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Wir haben für so eine Salamischeibentaktik einfach keine Zeit mehr. Solche Dinge aber entsprechend in möglichst vielen Unterschritten und auf möglichst umständliche Weise zu betreiben, ist nur allzu typisch für diese Bundesrepublik. Das gibt es inzwischen als Methode einfach überall, von normalen Behörden über die Polizei bis zur Bundeswehr. Meiner Meinung nach ist das einfach nur Entscheidungsschwäche, organisierte Verantwortungslosigkeit und ein Ausfluss des extremen Karrierismus. Vor allem aber Entscheidungsschwäche. Denn Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für diese zu übernehmen ist heute eine wesentliche Schwäche in der real existierenden Bundeswehr. Also zieht man sich nur allzu gern auf Prozesse zurück, welche intentional so gestaltet werden, dass die Entscheidung durch den Prozess selbst generiert wird und nicht durch militärische Führer.
Entweder - Oder. Entweder hier und jetzt eine echte Berufsarmee, dann muss man diese so aufstellen, dass sie im Bündnis Sinn macht. Oder eine echte Wehrpflicht. Oder echte Milizstrukturen. Oder was auch immer, nur stattdessen wird alles immer noch weiter verwässert, mit Kompromissen vollgemüllt und solange im Kreis gedreht bis es weniger als ein halbes wird.
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Nun ja, bei allem Respekt, aber berücksichtigst Du dabei auch Deine eigene Meinung bzw. Deine vorherigen Aussagen? Du hast Wehrpflichtige in diesem Faden als "zwangsgepresste Leibeigene" bezeichnet und die Institution der Wehrpflicht verschiedentlich abgewertet. Und mit dieser Meinung bist Du vermutlich auch nicht allein. Große Teile der politischen Linken und die radikale Rechte lehnen die Wehrpflicht ab. Wie kann es Dich da überraschen, dass die Regierung sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, sie habe nicht alle Alternativen ausgeschöpft?
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Meine Aussagen in Bezug auf Entscheidungsschwäche und mangelnder Zeit sind von meiner rein persönlichen Meinung und Haltung zur Wehrpflicht völlig unabhängig. Rein persönlich bin ich gegen die Wehrpflicht in Deutschland (hier und heute, aufgrund der aktuellen Umstände).
Aber das spielt für den Umstand dass alles hier zunehmend extrem zeitkritisch wird überhaupt keine Rolle und ebenso wenig für die Frage ob hier eine Salamischeibentaktik besser wäre oder ob man nicht einfach harte direkte Entscheidungen treffen muss.
Wenn Wehrpflicht - dann sofort, hier und jetzt, vollumfänglich, für alle, ohne Ausnahmen.
Wir haben einfach gar keine Zeit mehr für irgendwelches sanftes stückweises hinübergleiten.
Harte Entscheidungen - Sofort - ohne Kompromisse - sind immer besser, und dies selbst dann, wenn sie zu nachteiligeren Wehrformen oder sonstigen Problemen führen. Dann hat die Wehrform (Wehrpflicht) halt Probleme, Hauptsache alles geht sehr sehr viel schneller voran.
Geschwindigkeit muss der neue Imperativ sein, und wir werden nicht schnell genug sein, wenn die Regierung sich keinen Vorwürfen aussetzen will sie hätte nicht alle Alternativen ausgeschöpft. Die Regierung müsste sich stattdessen absolut jedem Vorwurf aussetzen und jedes beliebige Opfer bringen, einschließlich ihrer eigenen Macht und ihrer Pfründe. Wir haben es längst 55 Minuten nach 12. Soll die Regierung sich selbst opfern, die Verantwortung übernehmen, Hauptsache sie handelt so schnell wie nur irgendwie machbar - dann wäre das Opfer welches sie umgekehrt damit verlangt zumindest legitimiert.
Wir haben keine Zeit mehr !
(11.04.2025, 15:11)muck schrieb: Trotzdem ist dieser erste Schritt der richtige, um die Rückkehr zur Wehrpflicht politisch vorzubereiten. So wird sich argumentieren lassen, dass man weniger einschneidende Wege ausprobiert hat, sie aber nichts genützt haben.
Aus einem heute erschienenen ZEIT-Artikel, der sich auf einen SPIEGEL-Artikel hinter Paywall stützt:
Zitat: "Wir gehen davon aus, dass wir mit einem attraktiven Wehrdienst genügend Freiwillige gewinnen werden", sagte Pistorius. "Sollte das eines Tages nicht der Fall sein, wird zu entscheiden sein, junge Männer verpflichtend einzuberufen."
https://www.zeit.de/politik/deutschland/...z-schweden
Also exakt so wie du sagst.
Als ich mir eben eine altes Papier vom wissenschaftlichen Dienst des BT durchlas ( https://www.bundestag.de/resource/blob/5...f-data.pdf) habe ich festgestellt, dass in Schweden KDVler bei Verpflichtung zu Zivildienst genau dieselben Vorzüge erhalten wie Rekruten. Solange der Zivildienst dort nicht aktiviert wird haben sie keine Pflichten.
Das wundert mich sehr. Bei uns ist es aber auch so oder zumindest ist eine Gleichbehandlung vom Zivildienstgesetz beabsichtigt soweit ich das nach viel zu kurzer Recherche sagen kann. Das ist im Friedenbetrieb auch in Ordnung, bloß:
Im Krieg haben die Streitkräfte doch einen viel größeren Hunger nach einfachen Soldaten als das Zivilwesen ungelernte Helfer gebrauchen kann. Die Abnutzung dürfte bei den SK auch und inbesondere unter den Wehrpflichtigen höher sein als es bei den zivilen Verwendungen der Fall sein kann (ohne jede Geringschätzung).
Mal ganz losgelöst von ehrenwerten Motiven betrachtet: Warum zu den SK gehen? Übersehe ich was oder fußt das schwedische System einfach darauf, dass dort der Verteidigungswille sehr stark ausgeprägt ist, also rein auf dem Vertrauen auf eine gefestigte ideologische Basis?
Gibt es in der Geschichte Beispiele für eine Wehrpflichtarmee bei der Verweigerung und Ableistung des Kriegsdienstes gleichgestellt wurden?
Vielleicht habe ich ein komplett falsches Bild, doch mir erscheinen hunderttausend / millionenfache KDV-Anträge im Kriegsfall als nur plausibel, einfach weil die ideologische Basis aus Überzeugung sein Land zu verteidigen aus meiner Sicht hier überhaupt nicht gefestigt wurde und es mangels Anreizen einfach wie die schlechtere Alternative wirkt.
In der Ukraine hat sich nach anfänglicher großer Bereitschaft und vielen Freiwilligen gezeigt, dass dann wenn die Reserven wichtig werden und der Krieg schon länger dauert und viele Opfer gefordert hat, die Bereitschaft sich selbst in Lebensgefahr zu bringen enorm nachlässt.
Und die kennen kein Kriegsdienstverweigerungsrecht und haben trotzdem offenbar Probleme Manpower zu (re)generieren.
Aus meiner Sicht macht dies eine Wehrpflicht, die nicht die Anforderungen an erfolgreiche KDV geradezu lächerlich hoch hängt, ungeeignet für einen Krieg bei dem Wehrpflichtige tatsächlich benötigt werden. Es sei denn man hat diese ideologische gefestigte Basis.
Und irgendwer muss dann auch in meinem Szenario diese ganzen Hardcore-Gewissensprüfungen machen, Klagen aburteilen und die Leute letztenendes massenhaft unter Zwang einsacken und die irgendwie zu nützlichen Soldaten transformieren.
Alles sehr schwer vorstellbar für mich im Jahre 2025. Hoffe mein Szenario ist grundfalsch.
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(11.04.2025, 17:09)Jakob schrieb: Im Krieg haben die Streitkräfte doch einen viel größeren Hunger nach einfachen Soldaten als das Zivilwesen ungelernte Helfer gebrauchen kann. Die Abnutzung dürfte bei den SK auch und inbesondere unter den Wehrpflichtigen höher sein als es bei den zivilen Verwendungen der Fall sein kann (ohne jede Geringschätzung). Weswegen eine nachhaltige Wehr-/Ersatzdienstregelung auch nicht den Zivildienst alter Prägung aufgreifen sollte, sondern für alle eine Rolle im Gesamtkomplex der Verteidigung vorsehen müsste. D.h., dass für die Kriegsdienstverweigerung ein Ersatzdienst im Zivilschutz erforderlich wäre statt in sozialen Tätigkeitsfeldern. Aber das kostet halt enorm viel Geld, weil man damit dann keine ohnehin anstehenden Arbeiten erledigen lassen kann, sondern die Dienstleistenden nur ausbildet und trainiert ohne finanziell-positiv nutzbaren Nebeneffekt.
Das bringt allerdings den Vorteil mit sich, dass es weniger falsche Anreize für die Verweigerung gibt, weil die Attraktivität des Ersatzdienstes dann nicht deutlich über der des Wehrdienst liegt, da der Unterschied primär im Dienst an der Waffe läge.
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