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(Gestern, 17:39)DrKartoffelsalat schrieb: Hast du das auch in komplett mit Kontext oder nur als Schnipsel von einem Republikaner-Bubi auf X für uns?
https://youtu.be/L9u8dxBFsfI?si=ph3bBAesK15pqPHN&t=603
Aber bitte schön. Und ja, daran jetzt nichts "verschwörungstheoretisch" in meinen Augen. Ja, die EU und NATO, bzw. deren direkte Vorgänger wurde zu teilen gegründet um es einem erneuten aufflammen von nationalistischem Militarismus in Deutschland zu erschweren, sowie Stabilität und einen länger-währenden Frieden auf dem Kontinent herzustellen und insbesondere die deutsch-französische Erbfeindschaft endgültig zu begraben. Ist das jetzt News? Ich empfehle etwas Recherche zum Thema OEEC, ECSC, sowie Dunkirk-Vertrag und Brüsseler-Vertrag die am Ende zum Nord-Atlantik-Vertrag führten. Insbesondere ersterer hat noch ganz klar als Grund eine "Gefahr von Deutschland" zur Grundlage (wenn auch sicherlich eher schon als Vorwand bzgl. Sowjetunion).
Aber jetzt wo die USA nach Grönland greifen wird es plötzlich thematisiert, sehr verdächtig.
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(Gestern, 17:45)lime schrieb: Aber jetzt wo die USA nach Grönland greifen wird es plötzlich thematisiert, sehr verdächtig.
Nach Ansicht des vollen Beitrags finde ich deine Auslegung von "thematisiert" auch sehr verdächtig, aber so ist das halt
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(Gestern, 17:52)DrKartoffelsalat schrieb: Nach Ansicht des vollen Beitrags finde ich deine Auslegung von "thematisiert" auch sehr verdächtig, aber so ist das halt 
Bin gespannt wann die Frage aufkommt wo die hunderten Milliarden DM und Euro hin sind mit denen die EG und EU von Deutschland finanziert wurde. Die deutschen Rentner werden irgendwann merken dass man mit dem Geld auch einen Fond hätte aufbauen können, der inzwischen mehrere Billionen Euro schwer wäre, ähnlich dem Norwegischen. Damit wäre die Rente auf viele Jahrzehnte gesichert gewesen.
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(Gestern, 01:49)Broensen schrieb: Ich könnte es mir erfolgsversprechend vorstellen, eine europäisch initiierte NATO-Mission auf und um Grönland herum zum Schutz gegen die russisch-chinesischen Bedrohung in der Arktis aufzubauen, zu der man explizit die USA bittet, einen militärischen Beitrag zu leisten. ...
(Gestern, 12:18)Schneemann schrieb: @Broensen
Das hört sich durchaus vernünftig an. ...
Schneemann das wird inzwischen wohl auch inoffiziell diskutiert:
Ex-US-General Hodges: „Europa könnte Truppen nach Grönland schicken“ Zitat:Wir erleben einen weltgeschichtlichen Moment: Wenn die USA als nächstes Grönland attackiert, dann steht die NATO vor dem Aus. Ein alarmierendes Gespräch mit US-General a. D. Ben Hodges. ...
wobei es faktisch darauf raus laufen wird, die ohnehin schon stationierten US-Truppen "Schritt für Schritt" durch europäische Einheiten zu ergänzen und damit den USA auch zu ermöglichen, später die eigenen Einheiten an andere Stelle - wo sie mehr benötigt werden, etwa nach Alaska - zu verlagern.
Warum Europa im Grönland-Konflikt mit Trump Stärke zeigen kann
Zitat:Die EU hat im Streit um Grönland mehr Druckmittel gegen Trump als vermutet. Ein Handelskonflikt würde die US-Inflation vor den Zwischenwahlen treiben. Der Kommentar.
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(Gestern, 17:57)lime schrieb: Bin gespannt wann die Frage aufkommt wo die hunderten Milliarden DM und Euro hin sind mit denen die EG und EU von Deutschland finanziert wurde. Die deutschen Rentner werden irgendwann merken dass man mit dem Geld auch einen Fond hätte aufbauen können, der inzwischen mehrere Billionen Euro schwer wäre, ähnlich dem Norwegischen. Damit wäre die Rente auf viele Jahrzehnte gesichert gewesen. bin gespannt, mit welchen steilen Thesen Du noch vom Thema ablenken willst. Weder der norwegische Staatsfonds noch die Rente in Deutschland ("ist sicher") haben etwas mit dem Konflikt oder den Reibereien zwischen EU und USA zu tun.
Wenn man es darauf bringen will, dann müsste man sagen, dass die EU eine eigenständige (Sozial-)Politik unabhängig von den USA macht, aber noch nicht mal ein einheitliches europäisches Rentensystem zustande gebracht hat. Da kocht jeder Staat Europas noch seine eigene Suppe.
Zitat: In Norwegen gibt es die "Kapitaldeckung", mit der die Rentenerwartung der spekulierenden Finanzmafia ausgeliefert wird. In Deutschland gibt es die "Umlage", also den "Generationenvertrag", mit denen die nachfolgende Generation die Renten derjenigen finanziert, mit deren Abgaben von der KiTa bis zum Studium die Ausbildung der jüngeren ermöglicht und finanziert wurde (leider mit vielen Lücken, Beamte, Selbstständige ... und rentenfremden Leistungen).
Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.
Und in den USA ist wieder alles ganz anders.
aber das gehört nicht hierher
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(Gestern, 01:49)Broensen schrieb: Ich könnte es mir erfolgsversprechend vorstellen, eine europäisch initiierte NATO-Mission auf und um Grönland herum zum Schutz gegen die russisch-chinesischen Bedrohung in der Arktis aufzubauen, zu der man explizit die USA bittet, einen militärischen Beitrag zu leisten. Das erschiene mir eine gesunde Mischung aus der gebotenen Demonstration eigener Stärke, dem Betonen des gemeinsamen Bündnisses sowie der erforderlichen Bauchpinselung des Orange Man und eben ohne die direkte Konfrontation zu suchen. Jetzt äußert sich ja auch schon die Bundesregierung in diese Richtung ( ZEIT), wenn auch noch etwas weniger konkret:
Zitat:Im Streit zwischen den USA und europäischen Staaten über den Anspruch auf Grönland hebt die Bundesregierung die Bedeutung der Region für die Nato hervor. Das dem Thema zugrundeliegende Bedürfnis nach mehr Sicherheit im arktischen Raum sei berechtigt und eine "valide Grundthematik", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt behauptet, China und Russland hätten Grönland im Visier. Um die Sicherheitsinteressen der USA zu wahren, müsse Grönland unter US-Kontrolle kommen. Dem widersprach Kornelius nun: Die Sicherheit der Arktisregion ließe sich vor allem innerhalb der Nato gewährleisten, sagte der Regierungssprecher. "Die Nato hat deutlich gemacht, dass die Arktisregion auch für sie von prioritärer Bedeutung ist und dass die Bündnispartner ihre Anstrengungen im Norden verstärken müssen und werden", sagte Kornelius. "Und das gibt eine Antwort auch auf amerikanische Sicherheitsbedürfnisse."
Die US-Rhetorik über eine mögliche Übernahme Grönlands wies Kornelius zurück. "Die Bundesregierung hält von dieser Form von Drohungen wenig", sagte er. Die Grundprinzipien des Völkerrechts, insbesondere staatliche Souveränität und territoriale Integrität, müssten immer und überall gelten. "Grönland gehört seiner Bevölkerung, Dänemark und Grönland, und nur sie alleine entscheiden über Angelegenheiten in Dänemark und Grönland."
(Gestern, 17:04)lime schrieb: Was ist denn mit SPD Gabriel los?
https://x.com/philipwohltorf/status/2008831192083111999 Diese Aussagen kennt man von ihm schon, das hat er bereits vor Monaten in einer anderen Sendung erzählt.
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@Kongo Erich
Zitat:wobei es faktisch darauf raus laufen wird, die ohnehin schon stationierten US-Truppen "Schritt für Schritt" durch europäische Einheiten zu ergänzen und damit den USA auch zu ermöglichen, später die eigenen Einheiten an andere Stelle - wo sie mehr benötigt werden, etwa nach Alaska - zu verlagern.
Die einzige permanente Militärpräsenz der Vereinigten Staaten in Grönland ist die Pituffik Space Base und das ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Space Base. Da sind rund 150 Angehörige der Space Force beheimatet, die hauptsächlich im Bereich SIGINT und Frühwarnung tätig sind.
Ich fürchte da gibt es nicht wirklich was zum ergänzen.
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Grundsätzlich bin ich in Bezug auf eine europäische Abschreckung auf Grönland aber ungefähr bei euch.
MMn ist eine permanente europäische Militärpräsenz dort jedoch nur hoch lokalisiert möglich. Die Geographe Grönlands macht jegliche Form von landseitiger Expedition so gut wie unmöglich, entsprechend genießen die Faktoren Luft und Wasser hier besondere Bedeutung.
Orte von strategischer Relevanz gibt es (abgesehen von Pituffik) letzten Endes drei: Nuuk (Die Hauptstadt und zukünftiger Standort des größten Flughafens der Insel), Narsarsuaq (eine ex USAF Basis im Süden des Landes, zentral gelegen an den südlichen Ballungsräumen) und Kangerlussuaq (der ehemals größte Flughafen des Landes).
Diese Orte liegen hunderte Kilometer voneinander entfernt und sind entsprechend isoliert, das wird man auch kaum ändern können. Entsprechend müssten Kontingente an diesen Orten im Zweifel weitgehend isoliert wirken können, da zumindest mit lokaler Verstärkung nicht zu rechnen wäre. Was die ganze Sache ein wenig kompliziert macht, da Infrastruktur wie bereits gesagt ein schwieriges Thema in Grönland ist.
Daher halte ich persönlich eine Art "Festungskette" für strategisch am sinnvollsten. Die Aufgabe der dort stationierten Kontingente wäre nicht, selber in einer offensiven Form gegen Akteure loszuschlagen sondern Standpunkte von strategischer Wichtigkeit zu verteidigen.
Dahingehend würden die Standpunkte für die Bekämpfung von wasser- und luftseitig eindringenden Kräften, dem gestuften aktiven und passiven Wirken gegen See- und Luftziele im Rahmen einer A2/AD-Doktrin sowie Counter SOF befähigt werden. Da diese letztendlich autark operieren müssten, erfordert dies ebenfalls eigene Aufklärungsfähigkeiten sowie gewisse logistische, pioniertechnische und sanitätsdienstliche Befähigungen. Zudem sind gewisse maritime Eigenbefähigungen erforderlich um im eigenen lokalen Kontext mobil zu sein und sich die Geographie zunutze machen zu können.
Entsprechend würde der Schwerpunkt der Kontingente auf Infanteriekräften mit einer besonderen Auslegung für die Kriegsführung im arktischen und semi-maritimen Operationsraum liegen. Das Kampfboot als hauptsächliches Fortbewegungsmittel würde sich hierfür anbieten. Equipment außerhalb der Standartausstattung, bspw ATGMS, MANPADs, Nahbereichsradare etc, müssen nach Möglichkeit tragbar vorgehalten werden. Auch mitführbare Kleinst-UAV wären hier nützlich.
An den Standorten selber wären befestigte Stellungen sinnvoll. Ebenfalls erlaubt das dortige logistische Umfeld für mobile Überwachungsradare, eine lokale Luftverteidigung, sowie sänitärdienstliche Einrichtungen.
Seezielflugkörperstellungen, Minen und Seafloor based Sensors können den lokalen Küstenbereich dort vor Bedrohungen auf und unter See schützen, wofür sich die Fjordstruktur Grönlands sehr anbietet.
Ebenfalls könnte man an diesen Standorten größere UAV vorhalten, um die "schwereren" Wirkmittel vor Ort mit entsprechender Aufklärungsleistung zu versorgen.
Von Fähigkeiten hin zu Kampfflugzeugen halte ich hingegen wenig. Der Unterhalt dieser an einem Ort wie Grönland dürfte sich als äußerst schwierig darstellen, würde massiven Investitionen mit sich bringen und in einem tatsächlichen Bedrohungsszenario kaum Mehrwert bieten.
Maximal Helikopter für close air support wären hier mMn vertretbar, aber auch das dürfte schwierig werden.
Des weiteren würde es sinnvoll sein, eine Art Logistikhub in Grönland aufzubauen, um die dortigen Kontingente einfacher zu versorgen. Dafür dürfte Narsarsuaq am besten geeignet sein, da seine Lage am Eriksfjord Anleger mit tiefem Fahrwasser möglich macht, der Standort innerhalb seiner Fjordstruktur einfach zu verteidigen ist und nicht zuletzt auch, weil der Ort keine wirklichen topographischen Einschränkungen mit sich bringt. Dank der AFB-Vergangenheit findet sich dort viel Freifläche, mit der man arbeiten kann.
Organisatorisch wäre es zudem klug, diese Kontingente in einem eigenen Corp zusammenzufassen.
Das alles betrifft aber nur Grönland selber, um Grönland herum haben wir aber auch einiges an Baustellen. Die Ship-to-Shore Fähigkeiten europäischer Marinen im logistischen Sinne, sind nicht gerade atemberaubend. Auch mangelt es uns akut an Hochsee-Eisbrechern und einer permanenten MPA-Präsenz in der Gegend.
Da muss einiges passieren, ehe eine solche Abschreckung stehen kann.
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(Gestern, 20:44)DopePopeUrban schrieb: Daher halte ich persönlich eine Art "Festungskette" für strategisch am sinnvollsten. ... Entsprechend würde der Schwerpunkt der Kontingente auf Infanteriekräften mit einer besonderen Auslegung für die Kriegsführung im arktischen und semi-maritimen Operationsraum liegen. Ich sehe keinen Anlass für Landstreitkräfte auf Grönland, mMn braucht es dort lediglich Abstützpunkte für Luft- und Seestreitkräfte, gerne perspektivisch zunehmend unbemannt.
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(05.01.2026, 22:29)Schneemann schrieb: @Quintus
Die Frage wäre doch auch, ob es umgekehrt so sein könnte? Angenommen, dass der Grönland-Disput eskaliert und Trump zugreift und die Europäer dann die Amerikaner ob diese unverzeihlichen Übergriffes auf einen Verbündeten rauswerfen: Umstellt das KSK aus Calw dann unter Gewaltandrohung zwecks Räumung das EUCOM in Stuttgart-Vaihingen?
Schneemann Du hast den guten alten OTL Sanftleben ja neulich selbst in einem anderen Strang und Kontext angeführt. Ich weiß er ist seit vielen Jahren in Pension, aber der muss einfach von ihm sein, oder?  In so einem Fall würden wir vmtl. nicht einmal Hundefutter für die dänischen Schlittenhunde liefern ohne vorher die Amerikaner um Erlaubnis gefragt zu haben und bitten, betteln und hecheln, dass das EUCOM nicht an Bedeutung verliert. https://www.welt.de/politik/ausland/arti...hnten.html
(Gestern, 20:11)Broensen schrieb: ich
Diese Aussagen kennt man von ihm schon, das hat er bereits vor Monaten in einer anderen Sendung erzählt. Zum Glück haben wir ( also der Michel), bzw die Regierungen der letzten 20 Jahre ( gehörte er nicht auch hin und wieder dazu?) nichts mit der sagen wir mal etwas progressiven Außen/Finanz/Bildung/Migration/Wirtschafts- und Energiepolitik sowie dem katastrophalen Zustand unserer Streitkräfte zu tun??? Das muss einem auch erstmal jmd. erklären. Wird bestimmt ein interessantes Jahr! Vlt wäre es an der Zeit dieses Dreieck mal wieder ein bisschen mit Leben zu füllen https://www.zeit.de/politik/2026-01/weim...nd-usa-gxe Daran bzw. an einem BIP von knapp 10 Bio USD und militärischer Stärke ( wenn man's mal richtig machen würde) kommt man nämlich nicht so leicht vorbei wenn sie sich einig sind https://www.auswaertiges-amt.de/de/ausse...en-2751114
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(Gestern, 21:03)FJ730 schrieb: Zitat:Diese Aussagen kennt man von ihm schon, das hat er bereits vor Monaten in einer anderen Sendung erzählt.
Zum Glück haben wir ( also der Michel), bzw die Regierungen der letzten 20 Jahre ( gehörte er nicht auch hin und wieder dazu?) nichts mit der sagen wir mal etwas progressiven Außen/Finanz/Bildung/Migration/Wirtschafts- und Energiepolitik sowie dem katastrophalen Zustand unserer Streitkräfte zu tun??? Wo ist der Zusammenhang?
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(Gestern, 21:11)Broensen schrieb: Wo ist der Zusammenhang?
Ich meinte eigentlich den ursprünglichen Beitrag zu Sigmar Gabriel von Lime. Wird wirklich nicht ganz deutlich, sorry. Es ging mir eigentlich nur darum nochmal aufzuzeigen, dass es etwas problematisch ist den Grund für unsere Schwächung im Außen zu suchen.
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(Gestern, 12:18)Schneemann schrieb: @Broensen
Das hört sich durchaus vernünftig an. Und wenn man zwischen den Zeilen etwas liest, mal abseits von der wirren Tonalität in der deutschen Journaille, so zeichnet sich auf dieser Grundlage vielleicht eine Lösung ab.
Rubio hat derweilen durchsickern lassen, dass man nicht an eine Invasion denken solle - vermutlich will er damit auch das Gerumpel seines Chef etwas entschärfen -, sondern dass man in Washington an einen Kauf denkt. Wenn das zutrifft, könnte man da sicherlich einen Deal machen dahingehend, dass sich einfach Amerikaner wie Europäer stärker einbringen und Grönland wieder zu einer wichtigen Basis machen - wie es im Kalten Krieg ja schon einmal der Fall war. Zumal eine "Übernahme" Grönlands nicht ganz so einfach ist, gerade auch topographisch-klimatisch.
Schneemann
Eine solche Vernunftslösung dürfte so ziemlich das letzte sein, was die Gegenseite anstrebt. Du unterstellst Rationalität. Dabei beruht vieles auf Impulshandlungen. Namhafte Psychologen attestieren malignen Narzissmus in Endstufe. Weißt Du, was das bedeutet? Es ist eine schwere, unheilbare psychologische Störung, die immerfort Rache, Demütigung, maximalen Gewinn sucht. Boren, stieren, bis man die Gegenseite zumindest erkennbar übers Ohr gehauen hat.
Ich denke, am Ende steht irgendein Deal, bei dem die USA bei kommenden Rohstoffprojekten in Grönland vertraglich einen hohen prozentualen Anteil garantiert bekommen, damit sie Ruhe geben. Und was Rubio betrifft: Er weiß wohl manchmal selbst nicht, was er zwischen all den Millers und Hegseths soll. Er ist der erkennbare Fremdkörper im Kabinett. Ein Wunder, dass er so lange dabei ist (aber er macht sich immer besser).
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@Mitleser hat Recht. Wie will man mit dem Autor dieser Zeilen verhandeln?
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Trump ist ein von Ressentiments getriebener Lügner, den morgen nicht kümmern würde, was er gestern gesagt hat, wenn er sich überhaupt noch daran erinnern könnte.
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@Mitleser
Zitat:Eine solche Vernunftslösung dürfte so ziemlich das letzte sein, was die Gegenseite anstrebt. Du unterstellst Rationalität. Dabei beruht vieles auf Impulshandlungen. Namhafte Psychologen attestieren malignen Narzissmus in Endstufe. Weißt Du, was das bedeutet? Es ist eine schwere, unheilbare psychologische Störung, die immerfort Rache, Demütigung, maximalen Gewinn sucht. Boren, stieren, bis man die Gegenseite zumindest erkennbar übers Ohr gehauen hat.
Das Problem hierbei ist doch auch, dass wir uns gezielt jene Statements heraussuchen - wie muck es ja auch machte -, die uns in unserer Wahrnehmung bestärken, dass wir es nicht mit vernünftigen Personen zu tun hätten. Und dabei dominiert vordergründig immer Trump mit seinen zweitklassigen Verbalinjurien, die sich vorzugsweise auch an seine MAGA-Community richten, wobei wir zugleich auch wissen, dass er a) keineswegs alleine die US-Administration darstellt und er genügend, zumindest stillschweigend, auch Gegner in seinen eigenen Reihen hat (von den Demokraten ganz zu schweigen). Ich fand es bspw. schon interessant, dass kürzlich ausgerechnet seine Stabschefin Susie Wiles Trump attestierte, er verhalte sich manchmal erratisch wie ein Alkoholiker, und dass sie seinem Vize Vance einen Hang zu Verschwörungstheorien unterstellte. D. h. da schwingt durchaus viel kritische Rationalität mit.
Hinzu kommt, auch wenn Trump erkennbar ein Narzissmus-Problem hat (da ist er unter Politikern aber durchaus nicht der einzige), dass ich zugleich b) etwas vorsichtig wäre, wenn ihm seitens "namhafter" Psychologen irgendwelche spezifischen pathologischen Züge unterstellt werden. Einerseits sind, wenn man die Wissenschaft in ihrer Bandbreite Revue passieren lässt, durchaus viele Wissenschaftler in der Tendenz eher progressiv bis liberal eingestellt - sie dürften also eher in Gegnerschaft zu Trump stehen und deswegen kaum ein gutes Haar an ihm lassen. Und es gab andererseits bekanntlich auch Psychologen (und namhafte Kulturschaffende) - dies bzgl. des Themas einer korrekten psychologischen Einschätzung bzw. von Fehlklassifikationen -, die kein Problem darin sahen, dass man Jack Unterweger wieder freilässt, weil ja angeblich keine Gefahr mehr von ihm ausgeht.
Insofern: Trump ist für seinen Job im Grunde nicht geeignet, und er ist fürchterlich nervtötend, er lügt sich manches hanebüchen schön und er hat einen Hang zum Narzissmus. Da gibt es aber eben viele Politiker auf die das zutrifft, auch bei uns. Zugleich jedoch ist er nicht alleine die US-Regierung und stellt auch nicht alleine die Bandbreite der US-Politik - aber er ist halt eben da. Und wir werden ihn deswegen vermutlich noch seine ganze Amtszeit ertragen und uns mit der oftmals surrealen Theatralik auseinandersetzen müssen. Auch das gehört zur Demokratie. Hier nun aber irgendwelche hysterischen Prognosen oder gar Diagnosen abzugeben, zumal wenn als "Beleg" dann ein seltsamer Twitter-Erguss an den anderen angehangen wird, ergibt für mich keinen Sinn.
Schneemann
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Dann eben nochmal konkret die allgemein bekannten Fakten. Menschen neigen ja in der Tat dazu, Aussagen bzw. Tatsachen die nicht ihre Narrative bedienen zu ignorieren oder schnell zu vergessen. Dazu gehören ich natürlich auch. https://www.forbes.com/sites/andrewsolen...ter-jan-6/. sowie https://www.bbc.com/news/world-us-canada-58581296 Wenn einer der Besten seiner Zunft ( zum Glück) derartige Maßnahmen ergreift, scheint es doch eher unwahrscheinlich, dass er seinen ( zu dem Zeitpunkt immer noch vorgesestzten) Commander in Chief für rational und zurechnungsfähig halt. Die persönlichen Folgen für ihn und der schändliche Umgang mit dieser Persönlichkeit sind wohl ebenfalls bekannt und sprechen für sich bzw. den Beitrag von Mitleser.
Die führenden Köpfe in der MAGA Bewegung sind natürlich völlig rational und verfolgen eine klare Agenda. MAGA eben. Dazu gehört auch, dass lästige Organisation die ihnen hierbei im Weg sind ( zb die EU) gezielt gespalten und geschwächt werden. Teile und herrsche - Manche Dinge ändern sich nie.
Ich frage mich ob die Rechte in Europa ernsthaft glaubt, dass die MAGA Bewegung irgendein idealistisches Ziel von einer transnationalen Rechten Bewegung oder so etwas verfolgt und sich für ihre häufig sozialistischen Parteiprogramme interessiert. https://www.spiegel.de/ausland/frankreic...bf2d93878d Ja, das ist der Papa, knallharter, vorbestrafter New Yorker Geschäftsmann, sicherlich kein rechter Idealist oder französischer Philologe und mit Sicherheit kein Zufall dass er genau dieses Amt bekommen hat.
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Zitat:Was, wenn sich Grönland den USA anschlösse? Eine Insel liefert ein äußerst abschreckendes Beispiel, schreibt Experte Alexander Görlach in seiner Analyse.
Der Vorgang entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Die ehemaligen Kolonialmächte Frankreich, England und Deutschland appellierten gemeinsam mit anderen NATO-Verbündeten, allen voran Dänemark, an die Vereinigten Staaten, dass die UN-Charta zu respektieren und das Territorium Grönlands nicht zur Annexion freigegeben sei. So unerhört es ist, dass so ein Schreiben überhaupt in Washington eingehen muss, so sehr lohnt es sich gleichzeitig, darauf zu blicken, was aus Grönland realistischerweise werden könnte, sollte es in der Tat den USA einverleibt werden.
...
Welches Schicksal den rund 56.000 Menschen auf Grönland blühen könnte, lässt sich am besten daran ablesen, was die Menschen auf Puerto Rico erdulden müssen, seit ihre Heimat zu einem US-Territorium wurde:
Grönland in Trumps Fängen? Das US-Territorium Puerto Rico würdigt er gerne herab
Denn ein Territorium ist nicht dasselbe wie ein US-Bundesstaat. Washington verwaltet das Eiland, ohne dass dessen Bewohner eine politische Repräsentation beanspruchen könnten. Weder dürfen sie den US-Präsidenten wählen, noch haben sie einen Vertreter im Senat. Die Menschen auf Puerto Rico haben keine wirkliche politische und wirtschaftliche Autonomie: So hat die Trump-Administration die Umweltrichtlinien der Insel gekippt – unter dem Verweis darauf, dass Washington die Leitlinien hierfür bestimmt. Puerto Rico ist verpflichtet, alle seine Importe aus den USA, vom Festland, zu beziehen.
Ihre untergeordnete Rolle im Gefüge der US-Demokratie wird für die Menschen auf Puerto Rico unterstrichen durch die negative Rhetorik, mit der offizielle Stellen in Washington, nicht zuletzt Präsident Trump selbst, sie herabwürdigen. Während seiner ersten Amtszeit nannte er die Insel ein „Scheißloch“. Die Bewohner zeigten sich, so Trump, „undankbar“ gegenüber den USA, die so viel für die Insel tun würden. Nach den Verheerungen eines Tropensturms beschwerte sich Trump in Richtung der Insel, Puerto Rico koste Washington zu viel und bringe nichts ein.
...
Auf Grönland übertragen, bedeutet das: Auch wenn die Trump-Administration begonnen hat, die Menschen auf der Insel zu umgarnen, würde aus Grönland kein Bundesstaat, sondern bestenfalls ein Territorium. Mit der Konsequenz, dass die Menschen in der Praxis weniger Rechte haben dürften als jetzt, als Bewohner einer autonomen Region des Königreichs Dänemark.
Die Grönländer als indigene Menschen müssten sich auf eine Bevormundung durch das „weiße Amerika“ einstellen. Neben Puerto Rico, das die politisch-administrative Schablone für eine Übernahme Grönlands durch Washington stellen dürfte, gibt es genug Anschauungsmaterial, wie die weißen Siedler aus Europa mit den Native Americans umgesprungen sind – und auch heute noch umspringen. Die Menschen auf Grönland müssen fürchten, nach einer Übernahme im eigenen Land nicht mehr zu Hause zu sein.
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Der Autor, Dr. Alexander Görlach unterrichtet Demokratie-Theorie an der New York University - Zitiert aus FR
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