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Vertreter von Pakistan und Afghanistan treffen sich zu Gesprächen in Katar
AFP berichtet Zitat:Nach dem Ende einer zweitägigen Waffenruhe zwischen Pakistan und Afghanistan werden Vertreter beider Staaten am Samstag zu Gesprächen in Katar zusammenkommen. Das pakistanische Staatsfernsehen berichtete, Verteidigungsminister Khawaja Asif und Geheimdienstchef General Asim Malik würden "heute zu Gesprächen mit afghanischen Taliban nach Doha" reisen. Pakistan hatte am Freitag mit Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan eine zweitägige Waffenruhe beendet.
Die afghanische Taliban-Regierung bestätigte, dass Gespräche stattfinden würden. Eine hochrangige Delegation des "islamischen Emirats, angeführt von Verteidigungsminister Mohammed Jakub", sei nach Doha aufgebrochen, erklärte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid.
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So ganz ruhig ist die Lage doch noch nicht:
Zitat:Fünf Tote bei Beschuss zwischen Afghanistan und Pakistan [...]
Bei Beschuss an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan sind trotz laufender Gespräche über eine Waffenruhe nach Krankenhaus-Angaben fünf Menschen getötet worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Klinikkreisen im Bezirkskrankenhaus von Spin Boldak in der südafghanischen Provinz Kandahar erfuhr, wurden bei dem Vorfall am Donnerstag fünf Menschen getötet. Sechs weitere wurden demnach verletzt. [...]
Pakistanische Soldaten hätten über die Grenze in Richtung der afghanischen Region Spin Boldak geschossen, sagte ein Sprecher der in Afghanistan herrschenden Taliban. Pakistan wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte Afghanistan. Die Schüsse seien von afghanischer Seite ausgegangen, die pakistanischen Sicherheitskräfte hätten lediglich reagiert, erklärte die Regierung in Islamabad.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausl...69147.html
Schneemann
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Das war es dann wohl erst einmal:
Zitat:Friedensgespräche zwischen Afghanistan und Pakistan gescheitert
Nach den schweren Auseinandersetzungen im vergangenen Monat versuchen Afghanistan und Pakistan, in der Türkei Frieden zu schließen. Die Gespräche führen jedoch zu keinem Ergebnis. Beide Seiten versichern trotzdem, keine erneuten Angriffe starten zu wollen.
Die Friedensgespräche zwischen Afghanistan und Pakistan sind gescheitert. Ein Waffenstillstand zwischen den beiden Nachbarn habe jedoch weiter Bestand, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed. Die Vereinbarung sei von den Taliban bisher nicht verletzt worden und werde auch weiter eingehalten. [...] Zuvor hatte schon Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif gesagt, die Friedensgespräche in Istanbul seien ohne Einigung beendet worden. Der Waffenstillstand werde jedoch so lange halten, wie es keine Angriffe von afghanischem Boden aus gebe. [...]
https://www.n-tv.de/politik/Friedensgesp...49825.html
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Zitat:Pakistanische Armee und afghanische Taliban liefern sich schwere Gefechte
Donald Trump nennt ihn seinen Lieblingsfeldmarschall, seit Donnerstag kommandiert Asim Munir die sechstgrößte Armee der Welt vollumfänglich. Die kämpft seit Freitagabend nun wieder gegen die Taliban in Afghanistan.
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(06.12.2025, 13:22)Kongo Erich schrieb: Kopie hier
In Jiwani haben vermutlich Belutschen ein Sprit-Depot der pak. Armee zerstört. Vor wenigen Tagen hat die pak. Regierung jedwede Ehen unter 18 Jahren in der Provinz Belutschistan verboten und auch rückwirkend annulliert. Seitdem mehreren sich die Angriffe auf die pak. Armee in dem Gebiet und die Rufe nach Unabhängigkeit werden wieder lauter. Indische Kanäle kommentieren die Angriffe der Taliban und der Belutschen wie zu erwarten wohlwollend.
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Im Nachgang ein Artikel von TELEPOLIS:
Zitat:Von Verbündeten zu Feinden: Pakistan und die Taliban im Clinch
Der Artikel ist zwar schon vom 24. Oktober 2025, aber auch im Nachgang recht erhellend: Zitat:Die Bombardierung Kabuls durch Pakistan eskalierte die Lage im Oktober. Nun verhandeln beide Seiten in Doha, allerdings mit wenig Aussicht auf Erfolg.
Seit die Nato aus Afghanistan abgerückt ist, hat es immer wieder Schwierigkeiten zwischen Islamabad und Kabul gegeben. So hat Pakistan die Durand-Linie in den vergangenen Jahren zunehmend befestigt und afghanische Flüchtlinge zur Rückkehr gezwungen. Doch am zweiten Oktoberwochenende eskalierten beide Länder plötzlich auch militärisch.
Die Gefechte begannen in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 2025, nachdem die afghanischen Taliban – aber nach pakistanischen Angaben auch die von Indien unterstützte Fitna-al-Khawarij – einen Angriff entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze gestartet hatten. Laut pakistanischer Darstellung ist dieser Angriff unprovoziert erfolgt.
Fitna-al-Khawarij ist ein Begriff, den Islamabad für Terroristen verwendet, die der verbotenen Tehreek-i-Taliban Pakistan (TTP) angehören, einer paschtunischen Splittergruppe mit engen Verbindungen nach Kabul, während Fitna-al-Hindustan ein Begriff ist, den der Staat für terroristische Organisationen in Belutschistan verwendet.
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Afghanistan hat eine Menge zu verlieren
Vielleicht werden die wirtschaftlichen Realitäten Kabul letztlich zur Einsicht zwingen. Denn als Binnenstaat ist Afghanistan für den Zugang zu den globalen Märkten stark von Pakistans Infrastruktur abhängig. Zudem ist Pakistan der mit Abstand wichtigste Handelspartner Kabuls. Afghanistan bezieht Reis, Obst und Gemüse, pharmazeutische Produkte, verarbeitete Lebensmittel, Zement, Kunststoffe sowie Motorräder und Traktoren aus dem Nachbarland.
Zwar hat Afghanistan bereits in der Vergangenheit nach alternativen Handelswegen gesucht, um seine Abhängigkeit von Pakistan zu verringern, insbesondere über den Iran. Zudem sollen regionale Handelsinitiativen wie das CAREC-Programm die Verbindungen zu den zentralasiatischen Ländern im Norden Afghanistans verbessern helfen und weitere Handelswege eröffnen.
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ich denke, der Iran ist tatsächlich perspektivisch der wichtigere Partner für Afghanistan. Dafür spricht nicht nur der ständige Konflikt von Bevölkerungsgruppen, die auf beiden Seiten der Grenze leben, mit der pakistanischen Regierung - sondern die bis zur Kolonialzeit enge Verbindung und gemeinsame Geschichte und Kultur zwischen Iranern und Afghanen, die immer noch in einer starken Betonung der islamischen Prägung in beiden Ländern (aber mit unterschiedlichen Ausformungen) erkennbar ist.
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"Vergeltungsmaßnahme":
Zitat:Pakistan: Ziele in afghanischer Grenzregion angegriffen
22.02.2026 | 06:22
Pakistan hat nach Angaben aus Islamabad Ziele in der afghanischen Grenzregion angegriffen. Es handele sich um eine "Vergeltungsmaßnahme" für jüngste Selbstmordanschläge.
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Bzgl. der "Vergeltungsmaßnahmen": Um diese etwas einordnen zu können, anbei noch ein paar Bsp. für Terrorakte in Pakistan:
1.) vom 01. Februar 2026:
Zitat:Deadly gun and bomb attacks hit Pakistan's Balochistan province [...]
A series of gun and bomb attacks across Pakistan's south-western Balochistan province have killed 31 civilians and 17 security service personnel, the region's Chief Minister Sarfraz Bugti says. Security forces responding to the violence killed at least 145 attackers during a 40-hour gun battle, he said.
https://www.bbc.com/news/articles/cn42nedxqyqo
2.) vom 06. Februar 2026:
Zitat:Bombing at mosque in Islamabad kills at least 31 during Friday prayers [...]
At least 31 people were killed and 169 wounded in a bombing at a Shiite mosque near Islamabad, as Pakistan faces a surge in extremist violence.
https://www.euronews.com/2026/02/06/bomb...ay-prayers
3.) vom 17. Februar 2026:
Zitat:More than a dozen killed in bomb blasts, gunfire in Pakistan’s northwest
Eleven security personnel and a child killed in Bajaur district after two killed in a separate incident in Bannu.
https://www.aljazeera.com/news/2026/2/17...ral-report
Und das sind nur die Vorfälle, wo es zweistellige Opferzahlen gab. Insgesamt, wenn man Terrorakte mit unter zehn Todesopfern hinzunimmt, dann dürften es alleine seit Jahresbeginn ca. 15 Anschläge gegeben haben. D. h. die Pakistanis werden immer mehr von ihrer eigenen früheren Politik eingeholt, die Taliban zu unterstützen, und die Sicherheit im Land bröckelt immer mehr ab.
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Pakistan hat Kabul bombardiert
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/we...21c&ei=122
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/pol...10819.html
Zitat:Nach einer Offensive der afghanischen Taliban greift Pakistans Luftwaffe in der Nacht militärische Einrichtungen im Nachbarland an.
Und anscheinend wird das "vor Ort" als Krieg zwischen den beiden Staaten gesehen:
Zitat:"Jetzt herrscht offener Krieg zwischen uns und euch", schreibt der pakistanische Verteidigungsminister auf X.
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/pol...10819.html
Weitere Quellen:
https://www.n-tv.de/politik/Pakistan-erk...10296.html
https://www.zdfheute.de/politik/ausland/...t-100.html
Eine kleine politische Anmerkungen:
Dass Afghanistan von den Indern unterstützt wird, darf man getrost unterstellen.
Aber ob sich Pakistan ggf. auf chinesischen Beistand (zumindest verbal) verlassen kann, steht schon in den Sternen - die Chinesen haben selbst Aktien bei den Afghanen liegen.
Und wie das mit den weiteren Interessenten "vor Ort" ausschaut, etwa Iran und Russland, kann man nicht mal begründet vermuten.
Nach TELEOPOLIS, das die Bündnispolitik im Mittleren Osten etwas näher analysiert hat, gibt es zwei potentiell konkurrierende Entwicklungen:
Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei auf der einen Seite und
die VAE, Indien und Israel (Somaliland ...) auf der anderen Seite ...
Gut, die VAE haben schon in den letzten Jahren Gespräche mit den Taliban vermittelt,
aber Israel plötzlich im gleichen Lager mit den Taliban? Da kommen mir doch Zweifel - oder vielleicht doch, wenn es darum geht, die (sunnitisch-konservativen) Taliban gegen die schiitischen Iraner in Stellung bringen zu können?
Und rein ideologisch sind dann ja auch die wahabitischen Saudis und die Fundamentalistischen Taliban gar nicht so weit auseinander.
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@Kongo Erich
Zitat:Dass Afghanistan von den Indern unterstützt wird, darf man getrost unterstellen.
Ich stimme bei den meisten Einschätzungen zu, aber diese sehe ich etwas skeptischer. Indien war bislang ein erbitterter Gegner der Taliban, die ja bekanntlich in der Vergangenheit von Pakistan hofiert wurden, zumal diese auch die Extremistengruppen in Kaschmir unterstütz(t)en. Dass Indien sich seit grob 2021 relativ konziliant gegenüber den Taliban gibt, könnte eher rein taktischer Natur sein, d. h. im tiefsten Kern sieht man in ihnen immer noch einen erbitterten Gegner, politisch wie konfessionell, aber man hat sich eben versucht zu arrangieren mit den neuen Machthabern in Kabul. Dass dabei die jetzige Gegnerschaft von diesen zu den Pakistanis, die man in Delhi sicher gerne strategisch mitnimmt, herauskommen würde, war aber nicht absehbar. Wenn, so sind es denn allenfalls Momentaufnahmen.
Zitat:Und wie das mit den weiteren Interessenten "vor Ort" ausschaut, etwa Iran und Russland, kann man nicht mal begründet vermuten.
Die Iraner haben gerade ganz andere Baustellen, aber bzgl. der Russen könnte ich mir vorstellen, dass man die jetzigen Ereignisse im Stillen wohlwollend sieht. Moskau war immer schon, rein geostrategisch begründet, ein Gegner der islamistischen Erneuerungsbewegungen an seiner "grünen" Südflanke, zumal die Machtbasis des Kreml dort durch Herrn Putins ukrainisches Abenteuer zunehmend und massiv erodiert. Wenn also die Taliban sich mit Pakistan beschäftigen (müssen) und sich nicht mit Tadschikistan oder Kasachstan oder gar dem Kaukasus beschäftigen können, dann kommt dies dem enorm geschwächten Moskowiter Reich sicher zugute. Genau genommen sichert also Pakistan (überspitzt gesagt) somit dem stark bröselnden Rest des einstigen Sowjetreiches die südliche Flanke.
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@Schneemann
Bedenkenswert - man kann die letzten Entwicklungen aber auch anders interpretieren:
Indien und die Taliban sind vier Jahre nach deren Machtübernahme erst im Oktober letzten Jahres "auf Tuchfühlung gegangen". Das kann (und wird auch großenteils) ein taktisches Vorgehen sein - die hindu-nationalistische indische Regierung empfindet sicher keine Liebesgefühle.
Aber "der Feind meines Feindes" - war schon im alten Orient ein geschätzter Partner.
Zitat:"Diese Annäherung zielt zum Teil darauf ab, Islamabads Kontrollansprüche über Afghanistan infrage zu stellen. Die regierenden Taliban wollen mehr Unabhängigkeit von Pakistan zeigen und sich als vertrauenswürdige Partner Indiens positionieren."
Da würden also Indien, die VAE (und auch die Iraner?) in ein gewisses Näheverhältnis gerückt, auch, um den Taliban den Einstieg in die internationale Gesellschaft zu erleichtern.
Und Russland hat die Taliban schon im Juni/Juli 2025 anerkannt - sicher, um ohne Möglichkeiten der eigenen Stärke eine Infiltration der eigenen muslimischen Gebiete (z.B. am Nordkaukasus) durch Islamisten zu verhindern. Allerdings ist die "wesentliche Südflanke" durch Kasachstan u.a. zentralasiatischen Staaten gehalten. Da braucht Moskau derzeit eher keine Befürchtungen zu haben.
Nun wollte China über Pakistan dann auch in Kabul "mit am Tisch sitzen" - und dieses Vorhaben ist aktuell sehr weit zurück geworfen. Das berührt auch die Aktien, die Peking selbst in Afghanistan hat. Da kann es durchaus möglich sein, dass Moskau nun in treuer Gefolgschaft zu Peking auch etwas zurück steckt. Denn die Russen sind im Ukraine-Krieg zunehmend auf die Unterstützung und das Wohlwollen der Chinesen angewiesen. Da wird dann möglicherweise etwas eher "versteckt" über Indien (und / oder den Iran?) laufen (zu denen Moskau ja auch gute Beziehungen hat), um den Großen Bruder in der Verbotenen Stadt nicht zu ärgern.
Das wird sicher nicht sehr offen und sehr umfangreich sein - und ja, ich gebe Dir durchaus recht: solange die Taliban mit ihren einstigen Gönnern beschäftigt sind, kommen sie nicht anderswo auf dumme Gedanken. Man muss nur dafür sorgen, dass sie auch weiter in der Lage sind, sich mit den Pakistani zu beschäftigen - ohne ein Übergewicht zu erlangen.
Warten wir jetzt mal ab, wie sich Israel noch positioniert:
je nachdem, wie sich die Verhältnisse der Taliban zum Iran entwickeln, dürfte Israel selbst aktiv werden.
Auf jeden Fall in der Gruppe, die nicht mit dem Iran kungelt, und das war für Indien und die VAE schon bisher eine Gratwanderung - es bleibt spannend
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@Kongo Erich
Zitat:Indien und die Taliban sind vier Jahre nach deren Machtübernahme erst im Oktober letzten Jahres "auf Tuchfühlung gegangen".
Nein, nicht unbedingt. Man hat bereits Ende 2021 die Fühler ausgestreckt mit Entwicklungshilfe, um sich wieder etwas "einzubringen". Und im Sommer 2022 wurde man dann sehr engagiert. Weswegen und wieso? Nun ja...
Schneemann
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Falschmeldungen der Taliban hinsichtlich eines Abschusses eines pakistanischen Jets:
Zitat:Viral Afghanistan F-16 crash video is AI manipulated
We’ve been analysing videos and images on social media showing Pakistan’s strikes on Kabul and Kandahar in Afghanistan overnight.
But one video viewed over a million times on X and shared on other social media platforms that claims to show the wreckage of an F-16 fighter jet from Pakistan shot down and engulfed in flames has been AI generated. A local media outlet in Afghanistan also reported the jet had been shot down but there is no verified evidence yet that a Pakistani jet was downed during the strikes.
https://www.bbc.com/news/live/cx28nzdkwljt
Schneemann
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(27.02.2026, 22:44)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Nein, nicht unbedingt. Man hat bereits Ende 2021 die Fühler ausgestreckt mit Entwicklungshilfe, um sich wieder etwas "einzubringen". Und im Sommer 2022 wurde man dann sehr engagiert. Weswegen und wieso? Nun ja...
Schneemann der Konflikt zwischen Pakistan und den Taliban ist recht komplex. H ier wird das Thema aufgeschält und analysiert. Ich zitiere kurz:
Zitat: ...
Sind wir schon am Kern der Zwiebel?
Nein, darunter liegen noch viele weitere Konfliktgegenstände. Zum Beispiel entsprechen die Taliban in Afghanistan seit ihrer Machtübernahme nicht den Erwartungen, die Pakistan eigentlich hatte – nämlich sich halb souverän nach pakistanischen Vorgaben zu richten und eher keine eigenständige Politik zu machen. Wir sehen seit 2021 eine sehr starke antipakistanische Politik in Afghanistan. Darauf wiederum hat Pakistan unter anderem mit der Ausweisung von Millionen Afghanen reagiert.
Die Vorgeschichte ist also lang. Hat die Grenzfrage bei der aktuellen Eskalation auch eine Bedeutung? Pakistan erkennt die Grenze an, Afghanistan nicht.
Afghanistan erkennt die Grenze zwar nicht an, aber nicht unbedingt, weil es pakistanisches Territorium jenseits dieser kolonial festgelegten Durand-Linie will. Afghanistan hat tatsächlich eher auf pakistanisches Vordringen, die Einnahme von Checkpoints und die erhöhte Präsenz von Militär in diesem Grenzgebiet reagiert. Allerdings wurden im Grenzgebiet nun sehr viele Rohstoffvorkommen gefunden – zum Beispiel Gold, Lithium, Kupfer und Silber. Das lädt die Situation zusätzlich auf.
Warum der "offene Krieg" so gefährlich ist
Das klingt von außen ziemlich kompliziert und schwer zu durchschauen. Wie gefährlich ist denn jetzt dieser "offene Krieg"?
Sehr gefährlich. Auch deshalb, weil die pakistanische Regierung und das Militär sich sehr stark und unterstützt fühlen, zum Beispiel von der US-Regierung. Trump hat den pakistanischen Premierminister und Generalstabschef als Lieblingspremier und Lieblingsgeneral bezeichnet, nachdem sie ihm einige Mineralien aus dieser Grenzregion gebracht haben. Dabei hilft Pakistan auch das Narrativ der Selbstverteidigung, weshalb sie sich auf der gerechten Seite sehen.
Können Sie dieses Narrativ noch einmal erläutern?
Es geht um das Narrativ, dass die Taliban die in Pakistan aktiven Terrorgruppen unterstützen. Daraus leitet Pakistan das Recht ab, Luftschläge in beispielsweise Kandahar oder Kabul zu unternehmen. Angeblich erfolgt das nur gegen militärische Ziele, wir haben aber jetzt auch gesehen, dass Menschen in einem Flüchtlingscamp an der Grenze zu Schaden gekommen sind. Die jetzige Eskalation ist daher präzedenzlos.
...
wenn man also vereinfachen will:
Pakistan und die Taliban liegen aus vielfältigen Gründen im Clinch
Pakistan fühlt sich von den USA unterstützt und hat China als Verbündeten
Die Taliban in Afghanistan sind dann nahezu "natürliche Verbündete" der Iraner, die sich gerade mit DT / USA kloppen (und die USA waren bis zuletzt die Gegner der Taliban).
Indien und der Iran hatten bis dato relativ gute (wirtschaftlich begründete Handels-) Beziehungen.
Indien und Pakistan sind Geschwister, die sich massiv zerstritten haben - also wird Indien versuchen, die Gegner von Pakistan zu stärken - und das sind aktuell vor allem die Afghanen.
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