15.03.2026, 21:07
(15.03.2026, 20:54)Broensen schrieb: Da stellt sich mir die Frage, wie relevant der eigene Einsatz eines passiven Sonars von den bemannten Schiffen aus noch sein wird, wenn erstmal im großen Stil XL-UUV/USV zum Einsatz kommen. Und ob ein entsprechend optimierter Zerstörer wirklich so erhebliche Einschränkungen mit sich bringt. Z.B. geht man ja auch immer davon aus, dass MAD mit einer CSG schritthalten müssen, was aber für uns ggf. zu vernachlässigen wäre.
Ich denke erstmal, dass wir auf den deutschen Fregatten eine Fähigkeitslücke haben - es gibt kein entsprechend eigenständiges passives Schleppsonar im HF-Bereich, welche auf internationalen Entwürfen normalerweise für Torpedo-Detektion verwendet werden.
UUV werden in deutlich höheren Frequenzen strahlen, als typische U-Boote.
Ich würde sogar behaupten, man müsste alle Fregatten in Zukunft mit einem aktiven HF-Schleppsonar ausrüsten, damit man (XL)-UUV zuverlässig von Überwassereinheiten aus orten kann und das über vernünftige Reichweiten hinweg.
So, wie es im Bereich Radar aus gutem Grund immer eine Kombination von Frequenzbändern auf einem Schiff geben muss, muss das auch im Bereich Sonar umgesetzt werden.
(15.03.2026, 20:54)Broensen schrieb: Siehst du das im Nordmeer seitens Russland? In Ostsee u.a. Randmeeren sicher, aber im Nordmeer erscheinen mir U-Boote und Satelliten/Luft/Überwasser-Aufklärung relevanter.
Ich persönlich sehe überhaupt keine Notwendigkeit mit Überwasserstreitkräften im Nordmeer zu agieren. Das Klima da oben ist für die Seekriegsführung die meiste Zeit des Jahres ein Graus und ich würde mich nicht dahin durchkämpfen wollen. Wozu auch? Welches militärische Ziel wäre dies wert?
Ergo würde ich im Nordmeer massiv mit (XL-)UUV und Langstrecken-AShM wirken, eher so wie du.
Ich sehe aber die Bedrohung auch im Atlantik. Irgendwann gibt es (XL-)UUV, die nicht durch GIUK durch müssen, sondern unter der Arktis durchtauchen. Oder sie werden verdeckt ins Einsatzgebiet verschifft und in Afrika in den Atlantik "entlassen"? Oder sie fahren von Wladiwostok aus Richtung Atlantik? Oder irgendwelche Rebellengruppen nutzen diese? Oder die (XL-)UUV lassen sich durch GIUK "durchsacken", wie ein Loch im Wasser?
(15.03.2026, 20:54)Broensen schrieb: Mit Aster30 ist man aber (je nach Version und Radar) auch schon deutlich näher an der Volldimensionalität als nur mit ESSM.
Im Endeffekt fährt die FDI das doch auch schon so - derzeit halt maximal 16 VLS mit Aster-15 oder Aster-30. Die neuesten FDI erhalten aber schon das Upgrade auf 32 VLS Zellen.
Und während Deutschland noch debattiert, hat die Griechische Marine gerade ihre erste KIMON erhalten - Vertrag 2021, Kiellegung 2022, Ablieferung Dezember 2025. Knapp drei Jahre von Kiellegung bis Ablieferung und mit mehr Kampffähigkeiten als eine F126 oder A-200DEU und mit fest verbautem Bugsonar, Schleppsonar und Torpedo Tauschkörpern - mehr, als die Deutsche Marine absehbar zu bieten haben wird.
