15.03.2026, 18:49
(15.03.2026, 18:15)Broensen schrieb: Dann erklär' mir doch bitte, wieso der selbe MAD dort überleben sollte, wenn er von ein paar F126 oder A-200 begleitet wird, für deren Schutz er auch noch verantwortlich zeichnet. Oder meinst du, es braucht gleich mehrere MAD im Verband, um überlebensfähig zu sein? Oder willst du darauf hinaus, dass ein MAD generell zu groß ist, um sich zu exponieren?
Nicht nur ein Schiff hat eine Layered Defense, der Verband auch.
Der MAD steht im Zentrum und bekämpft über große Reichweiten Ziele, die die vorgeschobenen Einheiten aufgeklärt haben. So erweitert man den Radar-Horizont.
Idealerweise verfügen die ASW-Fregatten dann über ein Radar wie das AN/SPY-6/7 in einer verkleinerten Form, so dass sie die Lenkwaffen des MAD hinter dessen Radar-Horizont z.B. gegen Sea Skimmer übernehmen können (Launch on Remote wäre das für den MAD). So könnte eine ASW-Fregatte wie die F110 mit SM-6 wirken, ohne selber die VLS Silos dafür nutzen zu müssen.
Die ASW-Fregatten selber können alle Ziele bekämpfen, die z.B. in das Fähigkeitsspektrum von ESSM, RAM oder Geschütz fallen.
So verhindert man, dass der MAD übersättigt wird und nur die Hochwertziele bekämpfen muss. Drohnen-Schwärme werden dann schon vom äußeren Ring des Verbandes dezimiert.
Der MAD steht im Zentrum des Verbandes und schützt die HVU / MEU (z.B. Versorger, LPD).
Durch so eine Staffelung steigt der Übersättigungsfaktor, den ein Gegner anbringen muss, um den MAD aus dem Spiel zu nehmen, um an die HVU /MEU zu kommen massiv an.
Ziel des ganzen ist es, Bedrohungen so früh wie möglich zu erkennen und Bekämpfungen auf Ebene des Verbandes planen zu können.
Wenn der Gegner eine ASBM auf die HVU / MEU schießt, muss der MAD sich nur um diese kümmern. Wenn er sich um zu vieles kümmern muss, entsteht der klassische Leaker, der durch die Bekämpfung durchrutscht. Auch ein MAD mit AEGIS kann nicht unendlich viele Bekämpfungen parallel durchführen, sei es durch Limitierung der VLS Abschussrate oder das Time-Energy-Budget eines AN/SPY. Auch das AN/SPY kann wie jedes MFR nicht alle Fähigkeiten z.B. Überwachung und Feuerleitung gleichzeitig in vollem Umfang durchführen.
Und so gesehen erleben wir doch gerade Miniaturisierung - ein USV wird garantiert nicht von einer ASBM getroffen

Fakt ist aber, der beste Schutz sind geringe Signaturen. Je größer die RCS einer Einheit ist, desto mehr Energie muss EloGM aufwenden, um die Einheit zu schützen. Mehr Energie = mehr Streu- und Störfelder, die die bordeigenen Systeme beeinträchtigen können.
Man könnte es aber auch anders argumentieren: Würde Russland überhaupt noch "normale" AShM bauen, wenn ASBM die Lösung gegen alles wären? Gleiches für China?
Egal, ob es nun am Geld fehlt oder an der technischen Leistungsfähigkeit der ASBM, man kann jeden Euro nur einmal ausgeben und so lange es deutlich mehr Bedrohung durch AShM als ASBM gibt - und das wird absehbar auch so bleiben meine ich - gibt es auch keine Notwendigkeit, eine ASW-Fregatte, die allein schon durch die Art und Weise wie sie operiert, immer geschützt werden muss, mit "AAW high" und Waffen gegen ASBM auszurüsten.
Eine MEKO A-200DEU selbst mit 32 VL-MICA und 21 RAM wäre im Bereich AAW alles andere als wehrlos - sie hat Fähigkeitslücken gegenüber ASBM und evtl. (!) Hypersonic Missiles. Das stellt aber kein Problem dar, so lange im Verband ein MAD steht, der sich um solche Bedrohungen kümmert.
