Gestern, 11:26
Erweist sich China mit seinen Bündnisorganisationen zwar als wirtschaftlich stark, ansonsten aber als Papiertiger?
Zitat: China und Iran
Xis geopolitische Götterdämmerung
Chinas Anspruch ist global. Doch der US-Angriff auf Iran legt schonungslos offen, wo Pekings Einfluss an seine Grenzen stößt – und zwingt Xi Jinping in eine ungewohnte Rolle.
Martin Benninghoff
05.03.2026 - 15:42 Uhr aktualisiert
China steht unter massivem geopolitischen Druck. Der US‑Angriff auf den Iran zeigt nicht nur die militärische Stärke Washingtons, sondern entlarvt auch die Grenzen chinesischen Einflusses in der Welt.
Anders als die Nato setzt China auf Partnerschaften ohne konkrete Beistandsverpflichtungen. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, das Bündnis BRICS und Chinas Road‑and‑Belt‑Initiative – all diese Instrumente sollen Einfluss sichern und Staaten an Chinas Einflusssphäre binden, ohne dass die Volksrepublik sich selbst militärisch engagieren muss.
Doch sobald ein Partner wie der Iran oder Venezuela – im wahrsten Sinne des Wortes – unter US-Beschuss gerät, wirkt China blank und handlungsunfähig. Außer Worten kommt dann wenig. Wie auch?
Chinas Netzwerk ist für diese Fälle nicht gemacht. Der Iran ist inzwischen vollwertiges Mitglied der SCO (Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit), doch die Organisation äußerte nur ihre „Besorgnis“ und blieb ansonsten mit konkreten Maßnahmen für ihr Mitgliedsland weitgehend unsichtbar. Das fällt allerdings auf China zurück: Plötzlich erscheint auch der Taktgeber dieser Organisation zahn- und kraftlos.
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