Vor 10 Stunden
Der militärische Nahkampf ist das Ergebnis taktischen Versagens, keine taktische Aufwertung. Tatsächlich ist er einer Bankrotterklärung ähnlicher. Wer in den Nahkampf gerät, besonders den waffenlosen, hat taktisch versagt. Die Notwendigkeit beweist das Scheitern. Es ist einfach eine Verzweiflungstat.
Selbst tödliche Schußwaffentreffer mit hoher Durchschlagskraft schalten einen Angreifer nicht augenblicklich aus. Seine feindselige Handlung setzt sich oft noch mehrere Sekunden fort. Tödliche Wunden machen in den meisten Fällen nicht sofort handlungsunfähig. Keine Kleinwaffenmunition ist ein Zauberstab, der mit einem oder wenigen Treffern in den Oberkörper zuverlässig und sofort stoppt. Wer das glaubt, unterliegt einer Wahnvorstellung.
Hundertprozentige "Stoppwirkung" garantiert nur ein Güterzug – unabhängig von seiner Geschwindigkeit besitzt er schlicht die Energie, alles Lebende auf der Stelle zu neutralisieren. Und es ist auch keine Frage des Kalibers: Wenn man ein Geschoß durch das lebenswichtige Organ schießen kann, auf das man zielt, spielt das Kaliber keine Rolle. Und wenn man das nicht kann, spielt das Kaliber ebenfalls keine Rolle.
Treffgenauigkeit ist ohnehin neuralgisch im Feuergefecht – aber nicht das Letztentscheidende. Letztentscheidend ist die disziplinierte Entschlossenheit, die eigenen Fähigkeiten konsequent einzusetzen und zu tun, was getan werden muß, wie John Wayne vielleicht gesagt hätte.
Ein Herztreffer etwa unterbricht die Blutversorgung des Gehirns sofort – dennoch reichen die verbleibenden Reserven für 15 bis 30 Sekunden effektiven Kampfes. Bei einem kleinen Durchschuß durch eine Herzwand kann sich das Herz noch etwas länger halten, bevor es in Flimmern gerät und nicht mehr hinreichend Blut liefert. Bei nahezu jeder anderen tödlichen Schußwunde, die zum Verbluten führt, dehnt sich diese Zeitspanne auf Minuten aus – bis zu 30 Minuten sind möglich, trotz letztlich tödlicher Verletzung.
Im militärischen Nahkampf – selbst unter der günstigen Annahme eines echten Eins-gegen-eins ohne gegnerische Verstärkung – ist Stoppwirkung noch weniger zu haben als beim Schußwaffeneinsatz. Fast jede Nahkampfsituation endet im Gerangel!
Der kritischste Moment ist die erste Sekunde: die erste Reaktion! Und diese lässt sich auch im militärischen Durchlaufbetrieb trainieren – ohne die Notwendigkeit einer eigenen Schule oder eines eigenen Lehrgangs, sondern integriert in die reguläre Gefechtsausbildung.
Kein Nahkampfsystem ist wirklich militärtauglich. Kein Nahkampfsystem erfüllt militärische Anforderungen. Als „militärtauglich" kann allenfalls gelten, was zumindest nicht aktiv militäruntauglich ist. Der sogenannte Zweikampf ist wie eine Sprache: Entweder man investiert Jahre, lebt idealerweise mitten darin – das ist der Krieger, nicht der Soldat – oder man besucht ein paar Kurse. Die Qualität ist entsprechend.
Ich habe mich hier bei Nahkampf nicht auf die militärische Definition bezogen, welche damit jeden Kampf in einer Entfernung von bis zu 30 m beschreibt. Die ermisst sich nämlich anhand der realistischen maximalen Wurfentfernung mit einer Handgranate unter Gefechtsbedingungen. Ich beziehe mich auf das, was man gemeinhin unter (waffenlose) Selbstverteidigung ausdrückt.
Selbst tödliche Schußwaffentreffer mit hoher Durchschlagskraft schalten einen Angreifer nicht augenblicklich aus. Seine feindselige Handlung setzt sich oft noch mehrere Sekunden fort. Tödliche Wunden machen in den meisten Fällen nicht sofort handlungsunfähig. Keine Kleinwaffenmunition ist ein Zauberstab, der mit einem oder wenigen Treffern in den Oberkörper zuverlässig und sofort stoppt. Wer das glaubt, unterliegt einer Wahnvorstellung.
Hundertprozentige "Stoppwirkung" garantiert nur ein Güterzug – unabhängig von seiner Geschwindigkeit besitzt er schlicht die Energie, alles Lebende auf der Stelle zu neutralisieren. Und es ist auch keine Frage des Kalibers: Wenn man ein Geschoß durch das lebenswichtige Organ schießen kann, auf das man zielt, spielt das Kaliber keine Rolle. Und wenn man das nicht kann, spielt das Kaliber ebenfalls keine Rolle.
Treffgenauigkeit ist ohnehin neuralgisch im Feuergefecht – aber nicht das Letztentscheidende. Letztentscheidend ist die disziplinierte Entschlossenheit, die eigenen Fähigkeiten konsequent einzusetzen und zu tun, was getan werden muß, wie John Wayne vielleicht gesagt hätte.
Ein Herztreffer etwa unterbricht die Blutversorgung des Gehirns sofort – dennoch reichen die verbleibenden Reserven für 15 bis 30 Sekunden effektiven Kampfes. Bei einem kleinen Durchschuß durch eine Herzwand kann sich das Herz noch etwas länger halten, bevor es in Flimmern gerät und nicht mehr hinreichend Blut liefert. Bei nahezu jeder anderen tödlichen Schußwunde, die zum Verbluten führt, dehnt sich diese Zeitspanne auf Minuten aus – bis zu 30 Minuten sind möglich, trotz letztlich tödlicher Verletzung.
Im militärischen Nahkampf – selbst unter der günstigen Annahme eines echten Eins-gegen-eins ohne gegnerische Verstärkung – ist Stoppwirkung noch weniger zu haben als beim Schußwaffeneinsatz. Fast jede Nahkampfsituation endet im Gerangel!
Der kritischste Moment ist die erste Sekunde: die erste Reaktion! Und diese lässt sich auch im militärischen Durchlaufbetrieb trainieren – ohne die Notwendigkeit einer eigenen Schule oder eines eigenen Lehrgangs, sondern integriert in die reguläre Gefechtsausbildung.
Kein Nahkampfsystem ist wirklich militärtauglich. Kein Nahkampfsystem erfüllt militärische Anforderungen. Als „militärtauglich" kann allenfalls gelten, was zumindest nicht aktiv militäruntauglich ist. Der sogenannte Zweikampf ist wie eine Sprache: Entweder man investiert Jahre, lebt idealerweise mitten darin – das ist der Krieger, nicht der Soldat – oder man besucht ein paar Kurse. Die Qualität ist entsprechend.
Ich habe mich hier bei Nahkampf nicht auf die militärische Definition bezogen, welche damit jeden Kampf in einer Entfernung von bis zu 30 m beschreibt. Die ermisst sich nämlich anhand der realistischen maximalen Wurfentfernung mit einer Handgranate unter Gefechtsbedingungen. Ich beziehe mich auf das, was man gemeinhin unter (waffenlose) Selbstverteidigung ausdrückt.
