Gestern, 10:05
(Gestern, 04:44)muck schrieb: Sie belegt, dass AfD-Anhänger tatsächlich die höchste Wehrbereitschaft haben, gefolgt von denen von CDU und SPD. (Allerdings ist die Wehrbereitschaft in Ost- und Süddeutschland deutlich geringer als in West- und Norddeutschland.)
Die Studie belegt, dass von den Personen mit der Wahlabsicht AfD prozentual die meisten angeben, Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen. Das mag gleich klingen, ist aber ein Unterschied. Die tatsächliche Wehrbereitschaft lässt sich erst im Ernstfall feststellen und kann durchaus auch unterschiedlich ausfallen, das nur am Rande.
Was ich eigentlich anmerken möchte, singuläre Betrachtungen geben nur ein so grobes Bild wider, dass zu detaillierte Aussagen dadurch nur scheinbar gedeckt werden. In der aktuellen (von dir verlinkten) Studie beispielsweise ist die Wehrbereitschaft (ja, ich verkürze das jetzt auch
) in Ostdeutschland mit 34% niedrig im Vergleich zu Norddeutschland mit 43%, bei der vorherigen Umfrage liegt sie in Ostdeutschland bei 48% und in Norddeutschland bei 39%, also deutliche Unterschiede und ein Tausch in der gesamtdeutschen Positionierung. Für die Personen mit Wahlabsicht AfD wurden 2025 55% genannt (höchster Wert), CDU 49%, SPD 49%, Grüne 29% (ich nehme jetzt bewusst nur die vier), 2024 waren es AfD 61% (höchster Wert nach der FDP mit 73%), CDU 51%, SPD 45% und Grüne 22%.Was "belegen" die Zahlen? Sowohl AfD- wie auch CDU-Wähler sind "heute" (Stand 2025) weniger bereit Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen als "gestern" (Stand 2024), Grüne- und SPD-Wähler hingegen sind dazu "heute" mehr bereit als gestern. Auch Ostdeutsche sind "heute" weniger bereit Deutschland zu verteidigen als gestern, Norddeutsche hingegen mehr.
"Vorgestern" (Stand 2023) war die Wehrbereitschaft bei Personen mit Wahlabsicht AfD übrigens 64% (höchster Wert), CDU 48%, SPD 46% und Grüne 29%, Norddeutschland lag bei 44% und Ostdeutschland bei 41%. Übrigens auch interessant, Männer zwischen 16 und 29 Jahren, 2023 52%, 2024 60%, 2025 45%.
Was sagt das alles nun über "morgen" aus (denn der Krieg kommt ja erst)? Wenig. Diese feine Aufgliederung eignet sich gut für Schlagzeilen ist aber nicht zielführend, und Aussagen wie "junge, ostdeutsche AfD-Anhänger haben die höchste Wehrbereitschaft" sind völlig willkürlich und letztlich sowieso irrelevant. Die signifikanten Auffälligkeiten (bspw. Rechtsaußen mit deutlich höherer Wehrbereitschaft als Linksaußen) können wohl noch am ehesten als belegt gelten, der Rest ist eher Statistik.
Lustigerweise stößt man bei einer schnellen Suche auch auf eine INSA-Umfrage im Auftrag der Bild (weshalb ich ausnahmsweise mal auf diese Schundseite geklickt habe), die prozentuale Verteilung zur Aussage: "Bei einem Angriff auf Deutschland würde ich mich zur Verteidigung bei der Bundeswehr melden"
CDU/CSU: 42%
Grüne: 39%
SPD: 35%
AfD: 29%
BSW: 23%
Linke: 17%
Ist es nun die Variation in der Frage, der hier zu den deutlich anderen Ergebnissen führt (bedeutet das dann, dass AfD-Wähler zwar mit der Waffe das Land verteidigen würden, aber nicht als Teil der Bundeswehr?), oder die wissenschaftliche Basis, oder konnte da ein Redakteur die Zahlen nicht richtig lesen (was mich bei der Quelle auch nicht wundert)?
In meinen Augen ist das Wesentliche, das wirklich Relevante folgendes:
Zitat:Alle Daten, die wir haben, deuten darauf hin, dass im Kriegsfall Millionen Menschen dazu bereit wären, ihren Beitrag zur Verteidigung dieses Landes zu leisten.
Der Rest ist statistisches Rauschen.
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Quellen:
ZMSBw-Forschungsbericht 139/2025
ZMSBw-Forschungsbericht 137/2024
ZMSBw-Forschungsbericht 136/2023
Bildartikel 14.10.2025
