02.03.2026, 19:56
Pmichael:
Ich stimme dir in Bezug auf die Ausrichtung zu, aber das macht es nicht besser, sondern noch schlechter.
Nehmen wir also Zivilisten, Demonstranten, Protestierende, Typen die unbewaffnet aggressiv auf Soldaten losgehen usw. Also das was hier explizit gezeigt wird. Dann steht man mit einem seitlichen Stoß mit dem Gewehr mit dem Magazin voran vor folgenden immensen Problemen:
1. Man streckt einer aggressiven Person die eigene Waffe hin. Diese kann die Waffe etwaig greifen, kommt an den Abzug, löst etwaig einen Schuss, kriegt die Waffe unter Kontrolle und man produziert so eine Situation in welcher der Gegner zu nahe steht und alles ganz schnell dermaßen außer Kontrolle gerät das man nicht mehr von außen (Gruppe / Gruppenkampf) groß eingreifen kann.
2. In diesem Fall muss man von funktionsfähigen Waffen ausgehen. Das heißt diese sind eben nicht kaputt, haben eben keine Ladehemmung usw. Das bedeutet, dass man ein Gewehr welches man eventuell kurz darauf benötigt als Nahkampfwaffe missbraucht und damit die Beschädigung von Optik und Magazin riskiert, darüber hinaus auch noch dass die Waffe sonst Schaden nimmt. Ich nehmen also das Risiko einer Beschädigung des Sturmgewehres in Kauf für was?! Um einen Zivilisten wegzuschubsen?
3. So wie hier gezeigt, offensiv nach vorne, den Gegner vor sich her stoßend / treibend, und immer in einem eins zu eins Verhältnis (Duellsituation) lässt man das allerwesentlichste für diese Art von begrenztem Nahkampf außer Acht: nämlich das agieren als Gruppe. Also den Gruppennahkampf. Wenn ich den Kampf nicht mit maximaler Mannstoppwirkung (und das bedeutet meist mechanische Zerstörung) stoppen kann, weil die ROE etc. das verhindern, dann muss ich immer als Gruppe agieren, gemeinsam agieren, und nicht eins zu eins während der andere zusieht. Das wesentlichste ist aber dann, auch als Gruppe eng zusammen zu bleiben, und sich auf keinen Fall nach vorne "zwischen" potentielle Angreifer locken zu lassen, welche einen dann flankieren können.
4. Ungeeignete Ausrüstung. Bin ich in einem solchen Stabilisierungseinsatz, so wäre es ein leichtes, sich entsprechende Riot-Batons / längere Schlagstöcke zu beschaffen sowie Pfefferspray. So was muss bei solchen Einsätzen für jeden beschafft werden (Pfefferspray / Pfefferschaum) und Stöcke könnte man selbst noch vor Ort improvisiert oder dezentral beschaffen. Man benötigt dann eine Gruppe die vorne agiert (diese sollte ihre Sturmgewehre abgeeben damit diese im versperrten Fahrzeug verstaut werden können) und eine die mit der Feuerwaffe von hinten absichert (sinnvollerweise mit MG).
5. Ungeeignete Techniken: Gerade für Stabilisierungseinsätze etc. sind Boxen etc. kurz und einfach Schlagtechniken, wenig sinnvoll. Hier wäre erst recht eine Ausbildung in Ringtechniken besonders relevant, insbesondere um Gegenüber auf der Stelle zu Boden bringen zu können und um selbst auch unter widrigen Umständen nicht zu fallen
6. Bajonette und auch Messer sind keineswegs so ungeeignet zur Crowd Controll wie von dir angenommen (wenn auch dann Medial / im Informationsraum ausschlachtbar vom Feind). Tatsächlich verhält es sich so, dass waffenlose Angreifer die aggressiv auf Soldaten zugehen diese eventuell zu greifen versuchen obwohl der Soldat ein Gewehr in der Hand hält. Sie versuchen ihm dann etwaig das Gewehr zu entreißen etc. Oder sie greifen im Gerangel nach seinem Pistolenholster. Eine scharfe Klinge hingegen bildet psychologisch eine viel stärkere Barriere und man greift nicht nach einer Person die eine scharfe Klinge in der Hand hat. Dabei geht es gar nicht darum dem Gegenüber ein Messer oder Bajonett reinzurammen, sondern um die rein psychologiscche Wirkung der Klinge. Wenn ich beispielsweise rigide ROE habe, und eine zahlenmäßig größere Menschenmenge, geht das mit den gezeigten Bundeswehrmethoden ganz schnell in die Hose. Gerade in einem solchen Szenario droht man glaubhaft den Schusswaffengebrauch an und gibt Warnschüsse ab und ist dann auch bereit zu feuern (auf Unbewaffnete !) - dann muss man allerdings auch die Hintergrundgefährdung bedenken (Schwanger Frau mit Kind in Schusslinie etc) - oder man manipuliert den Gegner psychologisch (Bajonett / Messer) wenn keine geeignete sinnvollere Ausrüstung vorhanden ist.
7. Und sollte man aus was für Gründen auch immer dennoch mit dem Sturmgewehr agieren wollen, müsste man halt viel zielgerichteter und gezielter arbeiten. Man sieht das perfekt vom Unterschied her bei den NVA und Bundeswehr Filmen. Die NVA Soldaten schlugen mit dem Kolben sehr gezielt, beispielsweise auf den Kiefer. Bei der Bundeswehr wird hingegen ziemlich ziellos herumgestoßen und geschubst und seltsame kurze Hiebe mit dem Lauf ausgeführt welche dann vorgeblich wirksam sind.
Du hast absolut recht, dass 4 kg Sturmgewehr "in die Fresse" wirksam sind, aber: dazu muss man auch gezielt den Kiefer treffen, die Seite des Kopfes treffen usw. und nicht irgendwie hektisch mit dem Gewehr vor sich herumstoßen und ungezielt und unkoordiniert irgendwelche Stöße ausführen die keine gezielte Wirkung hätten. Statt diesem seltsamen seitlichen Gestoße, den noch seltsameren kurzen "Laufhieben" und seitlich geführten Schlägen mit dem Kolben (schlecht wegen Klappmechanismus bzw. Enschubmechanismus), sollte man Stöße mit dem Kolben anwenden, also mit der Schaftkappe zustoßen. Das ist insbesondere bei den modernen Sturmgewehren wesentlich. Und dann muß ein solcher Stoß mit der Schaftkappe sehr gezielt geführt werden. Das muss man intensiv üben. Absolut jeder sinnvolle Stoß oder Schlag mit dem Kolben bzw. der Schaftkappe bedarf zudem des Umgreifens an den Kolbenhals. Mit dem hier von der Bundeswehr gezeigten Griff mit langem Zeigefinger instabil am Pistolengriff macht das erst recht keinen Sinn.
Am allerwenigsten Sinn aber machen die seitlichen Stöße mit dem Magazin voran mit der Hand am Pistolengriff mit ausgestrecktem Zeigefinger. Das ist absurd. Das endet allein wegen dieser Greifweise zwingend in entrissenen Waffen, verletzten Zeigefingern der Schußhand usw.
Ebenso muss der Gruppennahkampf intensiv geübt werden. Das kostet alles Zeit. Die man nicht hat und in andere Dinge investieren sollte.
Zitat:Es ist offensichtlich, dass sich der militärische Nahkampf schwerpunktmäßig halt auf Stabilisierungseinsätze ausgerichtet hat, wo man halt nicht jeden ein Messer oder gar Bajonet in den Bauch rammen kann. Und ein 4kg Sturmgewehr in die Fresse tut doch schon weh
Ich stimme dir in Bezug auf die Ausrichtung zu, aber das macht es nicht besser, sondern noch schlechter.
Nehmen wir also Zivilisten, Demonstranten, Protestierende, Typen die unbewaffnet aggressiv auf Soldaten losgehen usw. Also das was hier explizit gezeigt wird. Dann steht man mit einem seitlichen Stoß mit dem Gewehr mit dem Magazin voran vor folgenden immensen Problemen:
1. Man streckt einer aggressiven Person die eigene Waffe hin. Diese kann die Waffe etwaig greifen, kommt an den Abzug, löst etwaig einen Schuss, kriegt die Waffe unter Kontrolle und man produziert so eine Situation in welcher der Gegner zu nahe steht und alles ganz schnell dermaßen außer Kontrolle gerät das man nicht mehr von außen (Gruppe / Gruppenkampf) groß eingreifen kann.
2. In diesem Fall muss man von funktionsfähigen Waffen ausgehen. Das heißt diese sind eben nicht kaputt, haben eben keine Ladehemmung usw. Das bedeutet, dass man ein Gewehr welches man eventuell kurz darauf benötigt als Nahkampfwaffe missbraucht und damit die Beschädigung von Optik und Magazin riskiert, darüber hinaus auch noch dass die Waffe sonst Schaden nimmt. Ich nehmen also das Risiko einer Beschädigung des Sturmgewehres in Kauf für was?! Um einen Zivilisten wegzuschubsen?
3. So wie hier gezeigt, offensiv nach vorne, den Gegner vor sich her stoßend / treibend, und immer in einem eins zu eins Verhältnis (Duellsituation) lässt man das allerwesentlichste für diese Art von begrenztem Nahkampf außer Acht: nämlich das agieren als Gruppe. Also den Gruppennahkampf. Wenn ich den Kampf nicht mit maximaler Mannstoppwirkung (und das bedeutet meist mechanische Zerstörung) stoppen kann, weil die ROE etc. das verhindern, dann muss ich immer als Gruppe agieren, gemeinsam agieren, und nicht eins zu eins während der andere zusieht. Das wesentlichste ist aber dann, auch als Gruppe eng zusammen zu bleiben, und sich auf keinen Fall nach vorne "zwischen" potentielle Angreifer locken zu lassen, welche einen dann flankieren können.
4. Ungeeignete Ausrüstung. Bin ich in einem solchen Stabilisierungseinsatz, so wäre es ein leichtes, sich entsprechende Riot-Batons / längere Schlagstöcke zu beschaffen sowie Pfefferspray. So was muss bei solchen Einsätzen für jeden beschafft werden (Pfefferspray / Pfefferschaum) und Stöcke könnte man selbst noch vor Ort improvisiert oder dezentral beschaffen. Man benötigt dann eine Gruppe die vorne agiert (diese sollte ihre Sturmgewehre abgeeben damit diese im versperrten Fahrzeug verstaut werden können) und eine die mit der Feuerwaffe von hinten absichert (sinnvollerweise mit MG).
5. Ungeeignete Techniken: Gerade für Stabilisierungseinsätze etc. sind Boxen etc. kurz und einfach Schlagtechniken, wenig sinnvoll. Hier wäre erst recht eine Ausbildung in Ringtechniken besonders relevant, insbesondere um Gegenüber auf der Stelle zu Boden bringen zu können und um selbst auch unter widrigen Umständen nicht zu fallen
6. Bajonette und auch Messer sind keineswegs so ungeeignet zur Crowd Controll wie von dir angenommen (wenn auch dann Medial / im Informationsraum ausschlachtbar vom Feind). Tatsächlich verhält es sich so, dass waffenlose Angreifer die aggressiv auf Soldaten zugehen diese eventuell zu greifen versuchen obwohl der Soldat ein Gewehr in der Hand hält. Sie versuchen ihm dann etwaig das Gewehr zu entreißen etc. Oder sie greifen im Gerangel nach seinem Pistolenholster. Eine scharfe Klinge hingegen bildet psychologisch eine viel stärkere Barriere und man greift nicht nach einer Person die eine scharfe Klinge in der Hand hat. Dabei geht es gar nicht darum dem Gegenüber ein Messer oder Bajonett reinzurammen, sondern um die rein psychologiscche Wirkung der Klinge. Wenn ich beispielsweise rigide ROE habe, und eine zahlenmäßig größere Menschenmenge, geht das mit den gezeigten Bundeswehrmethoden ganz schnell in die Hose. Gerade in einem solchen Szenario droht man glaubhaft den Schusswaffengebrauch an und gibt Warnschüsse ab und ist dann auch bereit zu feuern (auf Unbewaffnete !) - dann muss man allerdings auch die Hintergrundgefährdung bedenken (Schwanger Frau mit Kind in Schusslinie etc) - oder man manipuliert den Gegner psychologisch (Bajonett / Messer) wenn keine geeignete sinnvollere Ausrüstung vorhanden ist.
7. Und sollte man aus was für Gründen auch immer dennoch mit dem Sturmgewehr agieren wollen, müsste man halt viel zielgerichteter und gezielter arbeiten. Man sieht das perfekt vom Unterschied her bei den NVA und Bundeswehr Filmen. Die NVA Soldaten schlugen mit dem Kolben sehr gezielt, beispielsweise auf den Kiefer. Bei der Bundeswehr wird hingegen ziemlich ziellos herumgestoßen und geschubst und seltsame kurze Hiebe mit dem Lauf ausgeführt welche dann vorgeblich wirksam sind.
Du hast absolut recht, dass 4 kg Sturmgewehr "in die Fresse" wirksam sind, aber: dazu muss man auch gezielt den Kiefer treffen, die Seite des Kopfes treffen usw. und nicht irgendwie hektisch mit dem Gewehr vor sich herumstoßen und ungezielt und unkoordiniert irgendwelche Stöße ausführen die keine gezielte Wirkung hätten. Statt diesem seltsamen seitlichen Gestoße, den noch seltsameren kurzen "Laufhieben" und seitlich geführten Schlägen mit dem Kolben (schlecht wegen Klappmechanismus bzw. Enschubmechanismus), sollte man Stöße mit dem Kolben anwenden, also mit der Schaftkappe zustoßen. Das ist insbesondere bei den modernen Sturmgewehren wesentlich. Und dann muß ein solcher Stoß mit der Schaftkappe sehr gezielt geführt werden. Das muss man intensiv üben. Absolut jeder sinnvolle Stoß oder Schlag mit dem Kolben bzw. der Schaftkappe bedarf zudem des Umgreifens an den Kolbenhals. Mit dem hier von der Bundeswehr gezeigten Griff mit langem Zeigefinger instabil am Pistolengriff macht das erst recht keinen Sinn.
Am allerwenigsten Sinn aber machen die seitlichen Stöße mit dem Magazin voran mit der Hand am Pistolengriff mit ausgestrecktem Zeigefinger. Das ist absurd. Das endet allein wegen dieser Greifweise zwingend in entrissenen Waffen, verletzten Zeigefingern der Schußhand usw.
Ebenso muss der Gruppennahkampf intensiv geübt werden. Das kostet alles Zeit. Die man nicht hat und in andere Dinge investieren sollte.

