27.02.2026, 21:12
@Kongo Erich
Schneemann
Zitat:Dass Afghanistan von den Indern unterstützt wird, darf man getrost unterstellen.Ich stimme bei den meisten Einschätzungen zu, aber diese sehe ich etwas skeptischer. Indien war bislang ein erbitterter Gegner der Taliban, die ja bekanntlich in der Vergangenheit von Pakistan hofiert wurden, zumal diese auch die Extremistengruppen in Kaschmir unterstütz(t)en. Dass Indien sich seit grob 2021 relativ konziliant gegenüber den Taliban gibt, könnte eher rein taktischer Natur sein, d. h. im tiefsten Kern sieht man in ihnen immer noch einen erbitterten Gegner, politisch wie konfessionell, aber man hat sich eben versucht zu arrangieren mit den neuen Machthabern in Kabul. Dass dabei die jetzige Gegnerschaft von diesen zu den Pakistanis, die man in Delhi sicher gerne strategisch mitnimmt, herauskommen würde, war aber nicht absehbar. Wenn, so sind es denn allenfalls Momentaufnahmen.
Zitat:Und wie das mit den weiteren Interessenten "vor Ort" ausschaut, etwa Iran und Russland, kann man nicht mal begründet vermuten.Die Iraner haben gerade ganz andere Baustellen, aber bzgl. der Russen könnte ich mir vorstellen, dass man die jetzigen Ereignisse im Stillen wohlwollend sieht. Moskau war immer schon, rein geostrategisch begründet, ein Gegner der islamistischen Erneuerungsbewegungen an seiner "grünen" Südflanke, zumal die Machtbasis des Kreml dort durch Herrn Putins ukrainisches Abenteuer zunehmend und massiv erodiert. Wenn also die Taliban sich mit Pakistan beschäftigen (müssen) und sich nicht mit Tadschikistan oder Kasachstan oder gar dem Kaukasus beschäftigen können, dann kommt dies dem enorm geschwächten Moskowiter Reich sicher zugute. Genau genommen sichert also Pakistan (überspitzt gesagt) somit dem stark bröselnden Rest des einstigen Sowjetreiches die südliche Flanke.
Schneemann
