(Amerika) Alba, CELAC, Mercosur, UNASUR, Telesur (u. a.)
Jedes Abkommen und jeder Vertrag ist ein Mischprodukt aus Vor- und Nachteilen (oder sogar Kröten). Ob ein Vertrag "unter dem Strich" noch sinnvoll ist, kommt auch auf die Gewichtung der einzelnen Aspekte an.
Dieses Abkommen ist jetzt über 25 Jahre verhandelt worden. Da haben sich einzelne Aspekte sicher auch in der Gewichtung geändert. Möglicherweise hat ja aktuell gerade die erratische Finanz-, Wirtschafts- und Zollpolitik von GröPaZ zu einer anderen Gewichtung der Vertragsinhalte geführt.
Das Handelsblatt kommentiert dazu auch:
Mit Mercosur können die EU und Südamerika Trump die Stirn bieten

Und je nach Gewichtung der einzelnen Aspekte werden auch die einzelnen Akteure und Lobbyisten aus jeweils ihrer Sicht zu einem anderen Ergebnis kommen.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer meint z.B.:
"Endlich hat die EU dem Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay zugestimmt" (Statement von DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zum EU-Mercosur-Handelsabkommen)
Das kann ein anderer Verband, etwa der Bauernverband, anders sehen. Und auch - beispielsweise - Gewerkschaften haben oft eine ganz andere Sicht auf die Dinge als ein Arbeitgeberverband.

Es liegt an der Politik, die Gesamtschau zu beurteilen. Nun sind auch Politiker ihren Wählern und dabei möglicherweise auch einem Interessenverband aus ihrem Wahlkreis gegenüber verantwortlich. Aber trotzdem - ich bin überzeugt, dass die Demokratie die am wenigsten schlechte aller denkbaren Regierungsformen ist, um Interessensgegensätze aus zu balancieren.
Denn logisch würden in der Demokratie diejenigen politischen Akteure wieder gewählt, die den meisten Wählern auch Vorteile und nicht nur Nachteile bringen. Dass das - leider - aufgrund vieler populistischer Querschüsse nicht immer auch rational in den Wahlergebnissen zum Ausdruck kommt, ist leider auch Fakt.
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