Gestern, 13:20
(08.01.2026, 21:07)DopePopeUrban schrieb: @DeltaR95
Da diese "Entschlackung" der Prozesse so oder so erforderlich ist, wäre ich sogar bei dir.
Aber ich möchte nicht eine Dimension deswegen länger missen.
Vlt kann man diese Probleme aber umgehen, indem man zusätzlich zu einem ausländischen Design den Schiffbauer in einer organisatorischen Rolle gleich mit mietet und im Beschaffungsvertrag festhält, dass wenn NVL und co sich zu viele Fehltritte erlauben, der Bauprozess zurück ins Ausland verlagert wird. Dann brauch auch keiner mit IT-Problemen oder sonst was ankommen.
Damit löst du das Problem auf Seiten der Industrie, aber nicht das Personalproblem und "Mindset"-Problem im Beschaffungsapparat der Bundeswehr.
Hast du jemals erlebt, dass die Bundeswehr nach einem Fehlschlag mal reflektierte Selbstkritik geübt hat? F126 ist das beste Beispiel: Öffentlich wird nirgends über das Versagen des "gläsernen Projektbüros" unter Beteiligung aller Stakeholder gesprochen, Schuld ist halt allein Damen. Das ist mir einfach zu plump - denn es gilt die alte Weisheit "Fool me once, shame on you! Fool me twice, shame on me!".
Solange sich dieses Struktur- und Mindsetproblem auf Seiten der Bundeswehr als Auftraggeber nicht ändert, kannst du Verträge schließen wie du willst, zeitgerecht wirst du niemals die benötigten Fähigkeiten erhalten.
Sprich - am Beispiel A-200G - neben diesem "Schnellschuss von der Stange Laber Saber" bedarf es direkt einer radikal veränderten Projektstruktur auf Seiten der Bundeswehr. Hier kommt es auf Dynamik an, sprich Vertragsschlüsse und Entscheidungen in Tages- bzw. Wochenfrist und keine monatelangen Abstimmungs- und Mitzeichnungsorgien bei jeder Änderung.
Die Bundeswehr ist immer schnell dabei, wenn es darum geht von der Industrie "dynamisches Handeln" zu fordern, aber selber gönnt man sich dann einen monatelangen Mitzeichnungsgang dann scheinbar doch noch.
So gesehen wäre die A-200G für das BMVg eigentlich die ideale und einmalige Chance, ihren eigenen Beschaffungsapparat sprichwörtlich auszumisten. Man verfügt von oben Marktverfügbarkeit ohne Schnörkel und jeder "Experte" und jedes "Fachreferat", welches sich zum Schutz der eigenen Komfortzone als Bremsklotz erweist, wird direkt "reformiert".
Gilt für die Industrie natürlich im gleichen Maße, auch dort gibt es in jeder Besprechung solche Leute, die seit 30 Jahren in einem Fachgebiet festhängen und denken, es dreht sich alles nur darum, ob man für ein Blechteil 1K oder 2 K-Lack verwenden muss
