Gestern, 20:16
(Gestern, 19:47)Leuco schrieb: So besteht auch keine Gefahr, dass man sich die Flottenplanung komplett verhagelt.
Die ist sowieso schon "komplett verhagelt". Jetzt fragt sich nur, ob der Rüstungsapparat der Bundeswehr das Projekt F123 SdEV (mit oder ohne Verschulden der Industrie) auch noch gegen die Wand fährt und damit den letzten Sargnagel, der eine angemessen befähigte ASW-Fregatte in endlicher Zeit herbeiführen könnte, einschlägt.
Was bei der gesamten Debatte hier immer untergeht ist, dass die Prozesse der Rüstung in Deutschland - sei es in die Bundeswehr oder die Industrie - jeglicher hier debattierter kurz- oder mittelfristiger Lösung im Weg steht.
Ich persönlich bin inzwischen eher dafür, gar keine weiteren Großprojekte mehr zu beginnen, bis endlich eine Organisation geschaffen wurde, die solche Projekte auch realisieren kann.
Und ich würde sogar hier und heute so weit gehen und die Prognose wagen, dass eine "A-200 von der Stange" von diesem Apparat auch so "zerrüstet" wird, dass sie erst 2040 kommt. Wenn überhaupt.
Für keines dieser Großprojekte wird ja scheinbar personelle Verstärkung in qualitativ und quantitativ ausreichendem Maße dem BAAINBw zugeführt. Ergo kann jegliches neue Projekt nur aus dem Bestandskörper gedeckt werden und man muss Ressourcen bei anderen Projekten abziehen, denen man dadurch aber auch das Standbein sprichtwörtlich wegkickt.
Das "Problem mit dem Geld" hat man schön gelöst, den Rest leider vergessen.
Ganz ehrlich, wie soll dieses BAAINBw, das MLU F123, das MLU F125, die Lebenserhaltung F124, F126, Alternative F126 und dann noch F127 (von MuSE, BVS 707, FD 424 usw. mal gar nicht zu sprechen) personell stemmen? Das kann (!) nur in die Hose gehen.
Mein Vorschlag wäre, F123B fertig machen, F124 und F125 MLU beginnen und den Rest um F126, deren Alternative und F127 erstmal sein lassen - vor allem, bis man einen belastbaren Plan hat, wie man mit den Unwägbarkeiten hinsichtlich Produkten von der anderen Seiten des großen Teiches umgehen möchte. Insbesondere bei AAW...
