Gestern, 20:44
@Kongo Erich
Ich fürchte da gibt es nicht wirklich was zum ergänzen.
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Grundsätzlich bin ich in Bezug auf eine europäische Abschreckung auf Grönland aber ungefähr bei euch.
MMn ist eine permanente europäische Militärpräsenz dort jedoch nur hoch lokalisiert möglich. Die Geographe Grönlands macht jegliche Form von landseitiger Expedition so gut wie unmöglich, entsprechend genießen die Faktoren Luft und Wasser hier besondere Bedeutung.
Orte von strategischer Relevanz gibt es (abgesehen von Pituffik) letzten Endes drei: Nuuk (Die Hauptstadt und zukünftiger Standort des größten Flughafens der Insel), Narsarsuaq (eine ex USAF Basis im Süden des Landes, zentral gelegen an den südlichen Ballungsräumen) und Kangerlussuaq (der ehemals größte Flughafen des Landes).
Diese Orte liegen hunderte Kilometer voneinander entfernt und sind entsprechend isoliert, das wird man auch kaum ändern können. Entsprechend müssten Kontingente an diesen Orten im Zweifel weitgehend isoliert wirken können, da zumindest mit lokaler Verstärkung nicht zu rechnen wäre. Was die ganze Sache ein wenig kompliziert macht, da Infrastruktur wie bereits gesagt ein schwieriges Thema in Grönland ist.
Daher halte ich persönlich eine Art "Festungskette" für strategisch am sinnvollsten. Die Aufgabe der dort stationierten Kontingente wäre nicht, selber in einer offensiven Form gegen Akteure loszuschlagen sondern Standpunkte von strategischer Wichtigkeit zu verteidigen.
Dahingehend würden die Standpunkte für die Bekämpfung von wasser- und luftseitig eindringenden Kräften, dem gestuften aktiven und passiven Wirken gegen See- und Luftziele im Rahmen einer A2/AD-Doktrin sowie Counter SOF befähigt werden. Da diese letztendlich autark operieren müssten, erfordert dies ebenfalls eigene Aufklärungsfähigkeiten sowie gewisse logistische, pioniertechnische und sanitätsdienstliche Befähigungen. Zudem sind gewisse maritime Eigenbefähigungen erforderlich um im eigenen lokalen Kontext mobil zu sein und sich die Geographie zunutze machen zu können.
Entsprechend würde der Schwerpunkt der Kontingente auf Infanteriekräften mit einer besonderen Auslegung für die Kriegsführung im arktischen und semi-maritimen Operationsraum liegen. Das Kampfboot als hauptsächliches Fortbewegungsmittel würde sich hierfür anbieten. Equipment außerhalb der Standartausstattung, bspw ATGMS, MANPADs, Nahbereichsradare etc, müssen nach Möglichkeit tragbar vorgehalten werden. Auch mitführbare Kleinst-UAV wären hier nützlich.
An den Standorten selber wären befestigte Stellungen sinnvoll. Ebenfalls erlaubt das dortige logistische Umfeld für mobile Überwachungsradare, eine lokale Luftverteidigung, sowie sänitärdienstliche Einrichtungen.
Seezielflugkörperstellungen, Minen und Seafloor based Sensors können den lokalen Küstenbereich dort vor Bedrohungen auf und unter See schützen, wofür sich die Fjordstruktur Grönlands sehr anbietet.
Ebenfalls könnte man an diesen Standorten größere UAV vorhalten, um die "schwereren" Wirkmittel vor Ort mit entsprechender Aufklärungsleistung zu versorgen.
Von Fähigkeiten hin zu Kampfflugzeugen halte ich hingegen wenig. Der Unterhalt dieser an einem Ort wie Grönland dürfte sich als äußerst schwierig darstellen, würde massiven Investitionen mit sich bringen und in einem tatsächlichen Bedrohungsszenario kaum Mehrwert bieten.
Maximal Helikopter für close air support wären hier mMn vertretbar, aber auch das dürfte schwierig werden.
Des weiteren würde es sinnvoll sein, eine Art Logistikhub in Grönland aufzubauen, um die dortigen Kontingente einfacher zu versorgen. Dafür dürfte Narsarsuaq am besten geeignet sein, da seine Lage am Eriksfjord Anleger mit tiefem Fahrwasser möglich macht, der Standort innerhalb seiner Fjordstruktur einfach zu verteidigen ist und nicht zuletzt auch, weil der Ort keine wirklichen topographischen Einschränkungen mit sich bringt. Dank der AFB-Vergangenheit findet sich dort viel Freifläche, mit der man arbeiten kann.
Organisatorisch wäre es zudem klug, diese Kontingente in einem eigenen Corp zusammenzufassen.
Das alles betrifft aber nur Grönland selber, um Grönland herum haben wir aber auch einiges an Baustellen. Die Ship-to-Shore Fähigkeiten europäischer Marinen im logistischen Sinne, sind nicht gerade atemberaubend. Auch mangelt es uns akut an Hochsee-Eisbrechern und einer permanenten MPA-Präsenz in der Gegend.
Da muss einiges passieren, ehe eine solche Abschreckung stehen kann.
Zitat:wobei es faktisch darauf raus laufen wird, die ohnehin schon stationierten US-Truppen "Schritt für Schritt" durch europäische Einheiten zu ergänzen und damit den USA auch zu ermöglichen, später die eigenen Einheiten an andere Stelle - wo sie mehr benötigt werden, etwa nach Alaska - zu verlagern.Die einzige permanente Militärpräsenz der Vereinigten Staaten in Grönland ist die Pituffik Space Base und das ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Space Base. Da sind rund 150 Angehörige der Space Force beheimatet, die hauptsächlich im Bereich SIGINT und Frühwarnung tätig sind.
Ich fürchte da gibt es nicht wirklich was zum ergänzen.
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Grundsätzlich bin ich in Bezug auf eine europäische Abschreckung auf Grönland aber ungefähr bei euch.
MMn ist eine permanente europäische Militärpräsenz dort jedoch nur hoch lokalisiert möglich. Die Geographe Grönlands macht jegliche Form von landseitiger Expedition so gut wie unmöglich, entsprechend genießen die Faktoren Luft und Wasser hier besondere Bedeutung.
Orte von strategischer Relevanz gibt es (abgesehen von Pituffik) letzten Endes drei: Nuuk (Die Hauptstadt und zukünftiger Standort des größten Flughafens der Insel), Narsarsuaq (eine ex USAF Basis im Süden des Landes, zentral gelegen an den südlichen Ballungsräumen) und Kangerlussuaq (der ehemals größte Flughafen des Landes).
Diese Orte liegen hunderte Kilometer voneinander entfernt und sind entsprechend isoliert, das wird man auch kaum ändern können. Entsprechend müssten Kontingente an diesen Orten im Zweifel weitgehend isoliert wirken können, da zumindest mit lokaler Verstärkung nicht zu rechnen wäre. Was die ganze Sache ein wenig kompliziert macht, da Infrastruktur wie bereits gesagt ein schwieriges Thema in Grönland ist.
Daher halte ich persönlich eine Art "Festungskette" für strategisch am sinnvollsten. Die Aufgabe der dort stationierten Kontingente wäre nicht, selber in einer offensiven Form gegen Akteure loszuschlagen sondern Standpunkte von strategischer Wichtigkeit zu verteidigen.
Dahingehend würden die Standpunkte für die Bekämpfung von wasser- und luftseitig eindringenden Kräften, dem gestuften aktiven und passiven Wirken gegen See- und Luftziele im Rahmen einer A2/AD-Doktrin sowie Counter SOF befähigt werden. Da diese letztendlich autark operieren müssten, erfordert dies ebenfalls eigene Aufklärungsfähigkeiten sowie gewisse logistische, pioniertechnische und sanitätsdienstliche Befähigungen. Zudem sind gewisse maritime Eigenbefähigungen erforderlich um im eigenen lokalen Kontext mobil zu sein und sich die Geographie zunutze machen zu können.
Entsprechend würde der Schwerpunkt der Kontingente auf Infanteriekräften mit einer besonderen Auslegung für die Kriegsführung im arktischen und semi-maritimen Operationsraum liegen. Das Kampfboot als hauptsächliches Fortbewegungsmittel würde sich hierfür anbieten. Equipment außerhalb der Standartausstattung, bspw ATGMS, MANPADs, Nahbereichsradare etc, müssen nach Möglichkeit tragbar vorgehalten werden. Auch mitführbare Kleinst-UAV wären hier nützlich.
An den Standorten selber wären befestigte Stellungen sinnvoll. Ebenfalls erlaubt das dortige logistische Umfeld für mobile Überwachungsradare, eine lokale Luftverteidigung, sowie sänitärdienstliche Einrichtungen.
Seezielflugkörperstellungen, Minen und Seafloor based Sensors können den lokalen Küstenbereich dort vor Bedrohungen auf und unter See schützen, wofür sich die Fjordstruktur Grönlands sehr anbietet.
Ebenfalls könnte man an diesen Standorten größere UAV vorhalten, um die "schwereren" Wirkmittel vor Ort mit entsprechender Aufklärungsleistung zu versorgen.
Von Fähigkeiten hin zu Kampfflugzeugen halte ich hingegen wenig. Der Unterhalt dieser an einem Ort wie Grönland dürfte sich als äußerst schwierig darstellen, würde massiven Investitionen mit sich bringen und in einem tatsächlichen Bedrohungsszenario kaum Mehrwert bieten.
Maximal Helikopter für close air support wären hier mMn vertretbar, aber auch das dürfte schwierig werden.
Des weiteren würde es sinnvoll sein, eine Art Logistikhub in Grönland aufzubauen, um die dortigen Kontingente einfacher zu versorgen. Dafür dürfte Narsarsuaq am besten geeignet sein, da seine Lage am Eriksfjord Anleger mit tiefem Fahrwasser möglich macht, der Standort innerhalb seiner Fjordstruktur einfach zu verteidigen ist und nicht zuletzt auch, weil der Ort keine wirklichen topographischen Einschränkungen mit sich bringt. Dank der AFB-Vergangenheit findet sich dort viel Freifläche, mit der man arbeiten kann.
Organisatorisch wäre es zudem klug, diese Kontingente in einem eigenen Corp zusammenzufassen.
Das alles betrifft aber nur Grönland selber, um Grönland herum haben wir aber auch einiges an Baustellen. Die Ship-to-Shore Fähigkeiten europäischer Marinen im logistischen Sinne, sind nicht gerade atemberaubend. Auch mangelt es uns akut an Hochsee-Eisbrechern und einer permanenten MPA-Präsenz in der Gegend.
Da muss einiges passieren, ehe eine solche Abschreckung stehen kann.
