30.12.2025, 23:03
Ich denke auch, dass die hier teils formulierten Relativierungen nicht zweckdienlich sind. Zwar ist meine Bundeswehr-Zeit bei der Gebirgstruppe nun schon über 20 Jahre her, aber auch wir hatten seinerzeit manchen "Blödsinn" im Kopf. Wobei dieser Blödsinn jedoch - obwohl viele junge Männer aufeinander hockten - sich doch relativ gesittet gab.
Besäufnisse? Gab es. Allerdings war die Zahl doch arg überschaubar - da wir es uns kaum leisten konnten, weil am nächsten Tag wieder irgendein Wirbel anstand und man beim Morgenappell schlicht nicht total platt herumlungern konnte. Zumal mit Restalkohol der morgendliche Jogging von mehreren Kilometern gar nicht lustig ist/war.
Das schöne Geschlecht? Gab es, aber weniger als heutzutage. Zumeist im Stab oder bei der Sanitäts- oder Standortverwaltung. Dumme Sprüche wären mir aber nicht bekannt geworden.
Drogen? Vermutlich gab es sie, mir wären sie nicht bekannt geworden. Sowohl Koks als auch Cannabis wären sehr wahrscheinlich auch nicht akzeptiert worden, auch unter den Mannschaften nicht. Ich kann mich nicht entsinnen, und ich hatte einen FM-Draht, wo vieles zusammenlief, dass irgendwann mal Drogen eine Rolle spielten.
Pornos und Puff? Gab es. Pornos wurden mit Gegröle teils gemeinsam abends auf der Stube angeschaut, aber hier haben eher Jungmannen versucht sich brustklopfend aufzuspielen. Die meisten hatten sexuell keine große Erfahrung und versuchten hier eher ihre frühreife Unkenntnis zu überspielen vor den anderen. Dumme, spätpubertäre Sprüche gab es zwar auch, aber dabei blieb es auch und sie blieben unter den Jungs. Puff? Wir hatten einen in der Nähe. Ich glaube, ein paar sind auch hingegangen, aber eher wenige. Zumal man den "NATO-Matratzen" nicht so ganz über den Weg traute. Ich selbst war nie dort (war aber auch liiert).
Nazi-Umtriebe? Mir sind zwei, drei Fälle direkt bekannt geworden - von über 120 Mann. Der eine war der kleine "Führertyp" und ziemlich unbeliebt, so ein dienstgeiler Blockwart, der als OG dann Generalfeldmarschall war. Lässt sich nicht vermeiden, trifft man ab und an immer mal wieder. Der zweite war ein Uffz. (so Typus "Wehrsportler"), der vom "Opa bei der SS" schwärmte - er wurde über Nacht zu den Lastwagenfahrern versetzt. Der dritte hatte (meine Einschätzung) ein psychisches Problem - wachte nachts auf und hielt sich schreiend am Bettgestell fest wegen irgendwelcher Alpträume. Heimkind, schlimme Geschichte. Und hielt Hitler für den größten Deutschen überhaupt. Alle drei haben die Truppe noch vor meinem Abschied verlassen.
Insofern: Blödsinn, Besäufnisse, jungmannlicher Triebstau, Pornos und den einen oder andern Nazi-Spinner gab es. Das lässt sich in einer doch immer noch männlich geprägten Militärstruktur nie ganz vermeiden. Gleichwohl aber waren der Zusammenhalt und die Disziplin durchaus zugegen, über das obig geschilderte Getöse hinaus gab es jedoch keine Entgleisungen, Sexismen oder Auswüchse, die diesen Namen verdienen würden. Es wäre auch nicht akzeptiert worden - von den Soldaten (Wehrdienstleistende) selbst nicht! Es hätte massiven Ärger auf den Stuben gegeben! (PS: Ausnahmsweise setze ich mal ein Ausrufezeichen.)
Aber das, was hier in Zweibrücken stattgefunden haben soll (wenn denn die Vorwürfe so stimmen), geht weit über alles akzeptable hinaus. Es wäre sogar eher ein Bsp. dafür, dass diese Einheit handlungsunfähig ist und innerlich völlig verlottert, verrottet und jenseits allen kameradschaftlichen Zusammenhaltes sich bewegt. Da leben nur noch gestörte Egomanen ihre Triebe aus, aber solche Einheiten versagen im harten Einsatz meistens umgehend und fallen auseinander.
Schneemann
Besäufnisse? Gab es. Allerdings war die Zahl doch arg überschaubar - da wir es uns kaum leisten konnten, weil am nächsten Tag wieder irgendein Wirbel anstand und man beim Morgenappell schlicht nicht total platt herumlungern konnte. Zumal mit Restalkohol der morgendliche Jogging von mehreren Kilometern gar nicht lustig ist/war.
Das schöne Geschlecht? Gab es, aber weniger als heutzutage. Zumeist im Stab oder bei der Sanitäts- oder Standortverwaltung. Dumme Sprüche wären mir aber nicht bekannt geworden.
Drogen? Vermutlich gab es sie, mir wären sie nicht bekannt geworden. Sowohl Koks als auch Cannabis wären sehr wahrscheinlich auch nicht akzeptiert worden, auch unter den Mannschaften nicht. Ich kann mich nicht entsinnen, und ich hatte einen FM-Draht, wo vieles zusammenlief, dass irgendwann mal Drogen eine Rolle spielten.
Pornos und Puff? Gab es. Pornos wurden mit Gegröle teils gemeinsam abends auf der Stube angeschaut, aber hier haben eher Jungmannen versucht sich brustklopfend aufzuspielen. Die meisten hatten sexuell keine große Erfahrung und versuchten hier eher ihre frühreife Unkenntnis zu überspielen vor den anderen. Dumme, spätpubertäre Sprüche gab es zwar auch, aber dabei blieb es auch und sie blieben unter den Jungs. Puff? Wir hatten einen in der Nähe. Ich glaube, ein paar sind auch hingegangen, aber eher wenige. Zumal man den "NATO-Matratzen" nicht so ganz über den Weg traute. Ich selbst war nie dort (war aber auch liiert).
Nazi-Umtriebe? Mir sind zwei, drei Fälle direkt bekannt geworden - von über 120 Mann. Der eine war der kleine "Führertyp" und ziemlich unbeliebt, so ein dienstgeiler Blockwart, der als OG dann Generalfeldmarschall war. Lässt sich nicht vermeiden, trifft man ab und an immer mal wieder. Der zweite war ein Uffz. (so Typus "Wehrsportler"), der vom "Opa bei der SS" schwärmte - er wurde über Nacht zu den Lastwagenfahrern versetzt. Der dritte hatte (meine Einschätzung) ein psychisches Problem - wachte nachts auf und hielt sich schreiend am Bettgestell fest wegen irgendwelcher Alpträume. Heimkind, schlimme Geschichte. Und hielt Hitler für den größten Deutschen überhaupt. Alle drei haben die Truppe noch vor meinem Abschied verlassen.
Insofern: Blödsinn, Besäufnisse, jungmannlicher Triebstau, Pornos und den einen oder andern Nazi-Spinner gab es. Das lässt sich in einer doch immer noch männlich geprägten Militärstruktur nie ganz vermeiden. Gleichwohl aber waren der Zusammenhalt und die Disziplin durchaus zugegen, über das obig geschilderte Getöse hinaus gab es jedoch keine Entgleisungen, Sexismen oder Auswüchse, die diesen Namen verdienen würden. Es wäre auch nicht akzeptiert worden - von den Soldaten (Wehrdienstleistende) selbst nicht! Es hätte massiven Ärger auf den Stuben gegeben! (PS: Ausnahmsweise setze ich mal ein Ausrufezeichen.)
Aber das, was hier in Zweibrücken stattgefunden haben soll (wenn denn die Vorwürfe so stimmen), geht weit über alles akzeptable hinaus. Es wäre sogar eher ein Bsp. dafür, dass diese Einheit handlungsunfähig ist und innerlich völlig verlottert, verrottet und jenseits allen kameradschaftlichen Zusammenhaltes sich bewegt. Da leben nur noch gestörte Egomanen ihre Triebe aus, aber solche Einheiten versagen im harten Einsatz meistens umgehend und fallen auseinander.
Schneemann
