27.12.2025, 23:08
(27.12.2025, 15:34)Schneemann schrieb: @Kongo ErichDu widersprichst Dir selbst, indem Du meine Aussage, dass
Nein, einfach nur nein. Bereits in vorkolonialer Zeit führten die Fulbe dort ein brutalen "Heiligen Krieg", und die heutigen Islamisten dort berufen sich sogar explizit auf dieses düstere Kalifat von Sokoto. Und das hatte auch nichts mit der heutigen Sahel-Problematik bzw. der Ausdehnung von dieser Zone oder Wassermangel als solchem zu tun. Ich empfinde es zunehmend auch als etwas fragwürdig, wenn du dir - wider besseren Wissens - hier dennoch ein alternatives Faktengebäude zusammenzimmerst. Mehr schreibe ich dazu jetzt nicht mehr.
Schneemann
Zitat:- es bereits intensive Konflikte gab, bevor Boko Haram, IS und andere islamistische Gruppierungen entstanden (die haben sich diese Konflikte lediglich zunutze gemacht)als "alternatives Faktengebäude" abtust und zugleich auf die vorkoloniale Zeit verweist.
Fakt ist (um einige nachkoloniale Daten zu nennen):
Bereits im Mai 1966 kam es in einigen Städten des Nordens zu ersten und Ende September/Anfang Oktober 1966 zu weiteren massiven Anti-Ibo-Pogromen, denen Tausende Ibos zum Opfer fielen. Das Massaker wurde von Hausas begangen, aber man darf vermuten, daß hinter ihnen ihre alten religiösen und politischen Herren standen — die Führer der Fulani-Aristokratie.
Ende September/Anfang Oktober 1966 beteiligten sich Hausa-Soldaten an den Massaker im Norden. Unter dem Druck der Massaker im Norden räumten die Ibo fast schlagartig den Norden in einer überstürzten Flucht vor weiteren Greueltaten der von den Fulani zweifellos angestifteten Hausa. Das plötzliche Rückströmen Hunderttausender von Flüchtlingen in die ohnehin übervölkerte Ost-Region schuf dort neue, zusätzliche Probleme, provozierte nach einigen Wochen Racheaktionen der erbitterten Ibo gegen im Osten lebende Hausa, die nun ihrerseits weitgehend nach dem Norden abzogen.
Boko Haram wurde im Jahr 2002 in Maiduguri, im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias von Mohammed Yusuf gegründet.
Einflussreiche Ex-Geheimdienstleute von Saddam Hussein und religiöse Fanatiker nutzten nach dem Sturz Saddam Husseins (Frühjahr 2003) ihre gemeinsame Zeit in US-Gefangenschaft, um Kontakte zu knüpfen und den IS quasi am Reißbrett zu planen. Nach 2010 setzten diese Leute ihren Plan dann Schritt für Schritt in die Tat um, wobei sie sich des Anführers Abu Musab az-Zarqawi bedienten. Der Jordanier gründete im Jahr 2000 die Organisation "Tauhid" (= Bekenntnis zur Einheit Gottes) als Sammelbecken für Jihadisten aus Jordanien, Palästina, Syrien und dem Libanon. Der IS bestand unter häufig geänderten Namen also erst seit dem Jahr 2000.
Mehr schreibe ich dazu jetzt nicht mehr.

