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@Quintus
Das eine lässt sich meines Erachtens nicht vom anderen trennen. Bei aller berechtigten Kritik an der deutschen Sicherheitspolitik, bewegen sich die Politiker doch in dem Umfeld, das die Wähler geschaffen haben.
Ausgenommen CDU/CSU steht keine im Bundestag vertretene Partei mehrheitlich hinter der Wehrpflicht. Grüne und SPD haben deutliche Vorbehalte, Linke und AfD sind ebenso dagegen wie FDP und BSW als nennenswerte außerparlamentarische Oppositionsparteien. In einem solchen Umfeld war die nahtlose Rückkehr zur Wehrpflicht stets unrealistisch.
Und eigentlich wäre der jetzt eingeschlagene Weg auch kein großes Problem, denke ich, wenn man sich nur auf den von Pistorius (siehe @Jakobs Beitrag) genannten Stichtag auch anständig vorbereiten würde. Denn selbst wenn sich ein positiver Effekt einstellt, und das halte ich gar nicht mal für unwahrscheinlich, wird der von Pistorius genannte Personalbedarf von über 400.000 aktiven und Reservisten ohne Pflichtdienst nicht zu decken sein. Es braucht konkrete Pläne, die man am Stichtag hervorholen und gleich umsetzen kann.
Da liegt der Hund begraben.
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(11.04.2025, 21:51)muck schrieb: Ausgenommen CDU/CSU steht keine im Bundestag vertretene Partei mehrheitlich hinter der Wehrpflicht. Grüne und SPD haben deutliche Vorbehalte, Linke und AfD sind ebenso dagegen wie FDP und BSW als nennenswerte außerparlamentarische Oppositionsparteien. In einem solchen Umfeld war die nahtlose Rückkehr zur Wehrpflicht stets unrealistisch.
Stimmt so nicht
Zitat:Die Merkel-geführte schwarz-gelbe Bundesregierung hatte die Wehrpflicht in Friedenszeiten 2011 ausgesetzt. Während sich BSW und FDP gegen eine Reaktivierung aussprechen und die Union einen Mittelweg vorschlägt, plädiert die AfD-Co-Chefin für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. So steht es auch im Wahlprogramm der AfD.
Zur Zeitdauer des Grundwehrdienstes findet sich dort allerdings nichts. Hierzu schlägt Weidel nun einen neuen Höchstwert vor, auf Nachfrage von ZDF-Moderatorin Diana Zimmermann antwortete sie: "zwei Jahre." Damit würde die Dauer des Grundwehrdienstes das bisherige Höchstmaß aus den 60er Jahren um ein halbes Jahr überschreiten. Ab Anfang der 70er Jahre war dieser Wert immer weiter reduziert worden, hatte 1990 bis 1995 bei einem Jahr gelegen und 2011 zuletzt nur noch sechs Monate betragen. Wäre diese Forderung rechtlich umsetzbar?
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/a...wehrdienst
Möglich wäre natürlich dass sich die AfD-Fraktion aktuell einer Abstimmung zum Wehrdienst im Bundestag aus taktischen Gründen enthalten würde. Außerdem gibt es Stimmen in der Partei die den Passus zur Wehrpflicht aus dem AfD-Programm streichen wollen, da er vor allem bei den jüngeren Wählern viele Stimmen kosten würde. Ob dies so stimmt sei mal dahingestellt. Bis dato steht die Wehrpflicht allerdings im AfD-Programm und vermutlich wird es bis zum nächsten Bundestagswahlkampf keine neue Parteitags-Abstimmung dazu geben.
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Stimmt, Du hast Recht, Alice Weidel hatte im Februar eine (sogar zweijährige) Wehrpflicht gefordert. Ihr Co-Vorsitzender Tino Chrupalla war allerdings anderer Ansicht, noch im November hatte er auf Druck der ostdeutschen Landesverbände die Wehrpflicht aus dem vorläufigen Wahlprogramm streichen lassen. Damals hielt man die Rückkehr zur Wehrpflicht für ein angeblich provokatives Signal. Fraglich, ob die Partei in dieser Frage geschlossen hinter Weidel steht. Vermutlich wäre es richtiger, sie in dieselbe Schublade wie die SPD zu stecken. Die Genossen sind in puncto Wehrpflicht auch eine "ja, aber"-Partei.
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Laut einer Umfrage wäre die Bereitschaft einen Wehrdienst im Rahmen einer Wehrpflicht zu leisten übrigens bei AfD Anhängern querschnittlich größer als bei denen anderer Parteien und wären ausgerechnet ostdeutsche AfD Anhänger eher bereits Deutschland im Kriegsfall zu verteidigen als die anderer Parteien.
Die AfD inkludiert aber inzwischen als de facto Volkspartei viele verschiedene Strömungen. Beispielsweise wären zwar viele AfD Anhänger bereit in den Krieg zu ziehen, sie glauben aber nicht, dass Russland jemals Deutschland angreifen wird.
Es gibt in der AfD sogar eine einflussreiche transatlantische Gruppe die sehr stark für die NATO und auch für Wehrpflicht, Aufrüstung usw. plädiert. Die werden in der AfD witzigerweise Nato-Boys genannt.
Auch interessant ist, dass die AfD schon seit Jahren für eine massive Aufrüstung in Europa plädiert und dass die Lasten in der NATO gleicher verteilt werden, beispielsweise:
https://dserver.bundestag.de/btd/20/136/2013623.pdf
Zitat:Die USA sind nicht nur der wichtigste Außenhandelspartner Deutschlands, sie sind für die deutsche Sicherheit unverzichtbar. Sie sichern die Freiheit der weltweiten See- und Handelswege, die für Deutschland als führende Exportnation und gleichzeitig auf die Einfuhr von Rohstoffen angewiesene Wirtschaftsmacht existenziell wichtig sind. Da Europa, inklusive Deutschland, kurz- und mittelfristig nicht in der Lage sein wird, für die eigene Sicherheit zu sorgen, stellt die transatlantische Partnerschaft in der NATO, US-amerikanische Truppenpräsenz und die deutsche nukleare Teilhabe an US-amerikanischen Atomwaffen die wichtigste Sicherheitsgarantie der Bundesrepublik Deutschland dar. .........................
Umso wichtiger ist eine gerechte, stabile und tragfähige transatlantische Lastenteilung, die bereits unter Eisenhower und Nixon von den USA eingefordert wurde.4 Die Europäer müssen bis zum Jahr 2030 mindestens 50 Prozent der Fähigkeiten, die die NATO für ihre Aufgaben braucht, stellen. Die größten Defizite bestehen dabei bei Luftverteidigung, weitreichender Artillerie, zielgenauen Lenkflugkörpern, Drohnen und der Munition. Im Jahr 2017 trugen die USA 70 Prozent der NATO-Kosten. Die langfristige Gewinnung einer europäischen strategischen Autonomie ist nur durch Investitionen in die eigene Sicherheit möglich.
Und gleichzeitig positioniert man sich gegenüber gewissen Wählerkreisen als Friedenspartei, und anderen Kreisen gegenüber wieder als Putin-Jünger usw usf
Kurz und einfach, die AfD ist da wesentlich komplexer als es ihre ostdeutschen Querdenken-Anhänger erscheinen lassen. Diese sind nur besonders lautstark und auffällig.
Angesichts der Menge an AfD Wählern in Deutschland sind die auffälligen Querdenken / Putin-Jünger aber inzwischen in der Partei eigentlich eine Minderheit.
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(12.04.2025, 08:45)Quintus Fabius schrieb: Und gleichzeitig positioniert man sich gegenüber gewissen Wählerkreisen als Friedenspartei, und anderen Kreisen gegenüber wieder als Putin-Jünger usw usf
Kurz und einfach, die AfD ist da wesentlich komplexer als es ihre ostdeutschen Querdenken-Anhänger erscheinen lassen. Diese sind nur besonders lautstark und auffällig.
Angesichts der Menge an AfD Wählern in Deutschland sind die auffälligen Querdenken / Putin-Jünger aber inzwischen in der Partei eigentlich eine Minderheit.
Das muss sich ja nicht unbedingt ausschließen. Wenn Trump für die Zukunft eine strategische Annährung an Rußland anstrebt lässt sich das vermutlich alles unter einen Hut bringen.
Übrigens haben die Querdenker eher eine westliche Entstehungsgeschichte. Auch deren Partei dieBasis ist im Westen wesentlich präsenter.
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(12.04.2025, 08:45)Quintus Fabius schrieb: Und gleichzeitig positioniert man sich gegenüber gewissen Wählerkreisen als Friedenspartei, und anderen Kreisen gegenüber wieder als Putin-Jünger usw usf
Kurz und einfach, die AfD ist da wesentlich komplexer als es ihre ostdeutschen Querdenken-Anhänger erscheinen lassen. Ja, sie erzählt einfach jedem das, was er hören will. Das geht solange gut, wie man nicht regieren muss.
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Wäre eine extrem spezialisierte Berufsarmee von z.B. nur 5000 Mann wirkungsvoller als eine stehende Armee von z.B. 400 000 Mann (die zu 2/3 aus wenig motivierten Wehrpflichtigen besteht), wenn die Aufgabe der spezialisierten Berufsarmee ist, im Verteidigungsfall rasch und effektiv mehrere verdeckte Operationen im Feindland zu führen, welche die feindliche Regierung (z.B. Diktator) und seine obersten Generäle direkt ausschaltet, d.h. es kommt dann gar nicht zu einer klassischen Konfrontation zwischen stehenden Heeren? Dazu müssten diese Spezialtruppen selbstverständlich in Guerillia-Taktiken trainiert sein und entsprechende Wirkmittel (diverse militärische Plastiksprengstoffe usw.) zur Verfügung haben. Konkret wäre das Ziel, nur wenige chirurgische Schläge gegen die feindlichen Entscheider durchzuführen, statt z.B. hunderttausende Toter und eine oder mehrere Millionen Verletzter in einem klassischen Krieg hinnehmen zu müssen. Gibt es dazu militärakademische Theorien?
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Die Russen haben eine solche Doktrin und sie 2022 auch in Kiew praktisch angewendet und sind damit gescheitert. Nach russischer Auffassung wird der Krieg in der gesamten Tiefe des Raumes geführt, von Agenten / Spionen über Sondereinheiten, hin zu Angriffen der Fernkampfmittel und Luftlandeinheiten, über die Artillerie hin zu den Bodenkampftruppen bis zum Kampf um Stellungssysteme. Das ist grundsätzliche russische Doktrin.
Damit verlassen wir aber in Bezug auf das von dir hier angerissene Konzept den Boden einer Armee bzw. den Boden von Streitkräften und sprechen eher von Geheimdiensten / Sonderoperationen paramilitärischer Geheimdiensteinheiten.
Lassen wir mal alle rechtlichen und moralischen Aspekte beiseite:
Gerade gegen unsere Feinde (Russland, Putin) wäre das praktisch nicht durchführbar. Dieser Idee stehen also vor allem anderen ganz einfach praktische Probleme entgegen, welche das nicht ausführbar machen. Man vernichtet die feindliche Führung eher mit Fernkampfmitteln (Marschflugkörper, Hyperschallwaffen etc) als dass dies mit irgendwelchen Sondereinheiten gelingen könnte. Natürlich kann man es trotzdem völlig unabhängig davon versuchen (eventuell gewinnt man ja im Lotto) aber dass wären reine Selbstmordkommandos ohne Widerkehr und die Erfolgswahrscheinlichkeiten fast Null.
Anders könnte das im Bereich IKM aussehen, wenn man beispielsweise gegen irgendwelche afrikanischen Potentaten vorgeht etc. Chirurgische Schläge gegen eine ernsthafte Militärmacht werden hingegen nur durch Fernkampfmittel durchführbar sein, und heute insbesondere durch Hyperschallwaffen. Jeder Versuch das mit Spezialtruppen durchzuführen wäre weitgehend sinnfrei und würde diese Himmelfahrtskommandos im Endeffekt verschwenden (deren Bereitschaft zu sterben gegen andere Ziele nutzbringender einsetzbar ist).
Beschließend bleibt die Frage, ob man die feindliche Führung überhaupt beseitigen sollte ?! Beispielsweise sind Putin und sein Umfeld der größtmögliche Schaden für Russland und es ist in unserem Interesse dass sie bestehen bleiben, denn denkbare Alternativen wären sowohl fähiger als auch extrem gefährlicher. Wenn die feindliche Führung im Gesamtkontext gesehen für uns nützlich ist, warum sie dann beseitigen ? Insbesondere wenn das Weiterbestehen der feindlichen Führung in die totale Niederlage führt, muss diese erhalten bleiben.
Darüber hinaus reagieren die Soziopathen / Psychopathen welche die Führung in weiten Teilen stellen sehr empfindlich wenn es ihnen selbst an den Kragen geht. Das führt also sehr schnell zur maximalen Eskalation, während man andererseits wenn man ihnen die Hoffnung nicht zu schnell nimmt, dem Feind viel mehr Schaden zufügen kann ohne dass alles in die Waagschale wirft.
Und ganz beschließend bleibt die Frage offen, ob ein chirurgischer Schlag gegen die Führung überhaupt einen Effekt haben würde. Nur weil die Führung tot ist, hört weder in jedem Fall der Krieg auf, noch hat man dadurch per se gewonnen.
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https://defence-network.com/nato-fordert...utschland/
Die NATO wird von Deutschland 395.000 Soldaten fordern. Das wären rund 285.000 aktiv und 110.000 Reserve.
Auch wenn ich die Kritik an der SPD teile, die die sogortige Einführung der Wehrpflicht verhindert hat, ist aus meiner Sicht wenig verloren, wenn man es richtig macht.
Für 50.000 bis 100.000 neue aktive Soldaten müssen erst Uniformen, Ausrüstung, Waffen beschafft werden. Dazu Kasernen gebaut, modernisiert oder wieder in Betrieb genommen werden
Davor muss die Wehrverwaltung aufgebaut werden. Das alles dauert mind. 4 Jahre.
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(19.04.2025, 08:29)Frank353 schrieb: Die NATO wird von Deutschland 395.000 Soldaten fordern. Das wären rund 285.000 aktiv und 110.000 Reserve.
Auch wenn ich die Kritik an der SPD teile, die die sogortige Einführung der Wehrpflicht verhindert hat, ist aus meiner Sicht wenig verloren, wenn man es richtig macht. Wieso?
Irgendwie scheinen viele in dieser Diskussion um die Wehrpflicht zu vergessen, dass das Problem "wir haben nicht genug Soldaten" überhaupt nicht existiert.
Russland unterhält aktuell rund 1.5mio Soldaten im aktiven Dienst. Die Reserve wird auf rund 2-3mio geschätzt, die gesamte realistische Truppenstärke (bezüglich wie viele man überhaupt ausrüsten kann) liegt Schätzungen zufolge zwischen 2.2 und 2.4mio Soldaten, der Großteil davon Wehrpflichtige.
Währenddessen unterhalten die europäischen NATO Mitglieder ohne die Vereinigten Staaten bereits rund 2.1mio Soldaten und das in Friedenszeiten. Da kommen nochmal rund 1.3-1.5mio Reservisten dazu. Zum Großteil Berufs- oder Zeitsoldaten.
Wir haben in Bezug auf eine europäische Verteidigung gegen Russland kein Personalproblem, wir haben ein Effizienzproblem. Obwohl wir im operativen Sinne ausschließlich gemeinsam operieren und planen, sind die europäischen Armeen zum Großteil immer noch wie isolierte Armeen aufgestellt und ausgerüstet. Jeder backt schön sein eigenes Süppchen, Fähigkeiten werden unnötig gedoppelt, Kosten sind dadurch hoch und Effizienz gering. Das sollten wir zuerst mal angehen und Armeen entsprechend ihren Expertisen, Fähigkeiten und Geldmitteln Schwerpunkte setzen bevor wir a la Flack-Zimmermann panisch hunderttausende von Bürgern zu rudimentär ausgebildeten Milizen machen, deren Effektivität aus Erfahrungen des Ukrainekriegs mehr als nur zweifelhaft ist...
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Vergangene Kriege zeigen, dass eine Militärmacht, die deutlich stärker ist, als der größte gegnerische Allierte, auch eine größere gegnerische Allianz aufrollen kann.
Allianzen sind ineffizienter als ein Einzelakteur, wegen Befehlsstruktur, Sprachen, Kulturen, Ausrüstung etc.
Die Russen haben auch einen Vorteil, da deren Leute harte Bedingungen und Entbehrungen deutlich besser ertragen können als wir, was auch dazu führt, dass sie nur geringe Verweigerungsquoten haben.
Zudem hast du selbst geschrieben, dass ihre Reserven deutlich größer sind als unsere.
PS: Vielleicht hat die NATO auch bessere Quellen und Analysten als wir.
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Die NATO kann erst mal fordern was sie will. Die Zahlen sind ja schon lange bekannt und auch das sie von keinem natoland zu erfüllen sind . Nicht mal die usa schafft es nach diesen berechnungen die Truppenstärke zu stellen. Noch dazu haben die usa und GB ihre Truppenstärke erst reduziert letztes Jahr.
Wenn man personalressorcen frei machen will sollte man vielleicht mal die NATO Strukturen auflösen . Da kommen ganze Brigaden zum Vorschein.
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IBuK Pistorius hat heute klargestellt, dass bei der neuen Bundesregierung Einigkeit besteht: Man wird es zunächst mit Freiwilligkeit versuchen. Finden sich nicht genügend Freiwillige, kommt ein Pflichtdienst. ( Quelle)
Militärisch wäre die sofortige Rückkehr zur Wehrpflicht besser, aber politisch und auch verfassungsrechtlich ist dieser Weg der bessere. Bleiben die Freiwilligen aus, ist die Notwendigkeit der Wehrpflicht bewiesen.
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Militärisch wäre der uneingeschränkte Einstieg in die vollautonome roboterisierte Kriegsführung noch sehr viel besser. Und diese lässt sich mit der bestehenden Anzahl an Soldaten bereiben.
Die ganzen Zwangsgepressten welche nun zukünftigt diesen Zwangsdienst verrichten sollen, werden hingegen schlussendlich ohne wirklichen Effekt nur als sinnlose Opfer enden.
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(14.05.2025, 21:37)Quintus Fabius schrieb: Die ganzen Zwangsgepressten welche nun zukünftigt diesen Zwangsdienst verrichten sollen, So sehr ich mich während meines Wehrdienstes gelangweilt habe, halte ich es doch für übertrieben, wie Du bei jeder zweiten Diskussion zum Thema die Wehrpflicht in die Nähe von Sklaverei rückst. (14.05.2025, 21:37)Quintus Fabius schrieb: werden hingegen schlussendlich ohne wirklichen Effekt nur als sinnlose Opfer enden. Das halte ich für übertrieben. Eines Tages wird der Punkt kommen, wo die zunehmende Automatisierung des Krieges die von Dir geforderte Entscheidung verlangt, aber soweit sind wir wohl noch nicht.
Auch die Omnipräsenz von Drohnen an der Front kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wesentlichen Leistungen im Ukraine-Krieg von Menschen erbracht werden. Der Mensch dürfte künftig sogar wieder wichtiger werden, wenn Drohnenabwehr-Mittel im nächsten Krieg in der Breite verfügbar sind. Keine rüstungstechnische Innovation blieb in der Geschichte lange unbeantwortet.
Davon abgesehen, geht es mir gewaltig auf den Zeiger, wie die Debatte um die Wehrpflicht in Deutschland in letzter Zeit geführt wird. Die Medien betreiben da ein absurdes Framing à la "ich will nicht für Deutschland sterben", und ehrlich gesagt, geht Deine Formulierung ein bisschen in dieselbe Richtung. Als wäre die Wehrpflicht ein Todesurteil und der Schützengraben der einzige Ort, an dem sich ein WDL wiederfinden wird.
Beispiel: Nach derzeitigem Kenntnisstand sind von rund 1,5 Mio. ukrainischen Soldaten bisher 70.000 gefallen. Nicht falsch verstehen, jeder Tote ist eine Tragödie, aber wenn 95 vom Hundert am Leben bleiben, könnte man die Frage, auf Deutschland übertragen, auch weniger dramatisch formulieren. Die Gemeinschaft kann von ihren Mitgliedern nicht verlangen, den Tod zu suchen, wohl aber, ein kalkulierbares Risiko einzugehen.
Und es gibt viele Aufgaben, die Wehrpflichtige übernehmen können, auch ohne zu kämpfen. Auch in der Ukraine gibt es Soldaten, und gar nicht wenige, die Kampfhandlungen nicht mal aus der Ferne gesehen haben. Auch deshalb ist das Framing der Medien und von Clowns wie Richard David Precht grob unaufrichtig.
Herrje, ziehen nicht die Israelis sogar Autisten ein, die dann z.B. in der Betreuung von Diensthunden eingesetzt werden?
Vielleicht sollte man die Wehrpflicht wirklich in Dienstpflicht umbenennen, dann wäre die Debatte vielleicht sachlicher.
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