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(05.01.2026, 21:02)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
... es geht primär darum, dass das Völkerrecht als hemmendes, blockierendes, ja vorgeschobenes Bollwerk genutzt wird, um faktisch einen brutalen Diktator zu schützen - den schlimmsten in Südamerika seit Jahrzehnten übrigens -, der eben, wie unzweifelhaft feststeht, sein Land ruiniert, sich selbst bereichert, zigtausende "seiner" Landsleute hat verschwinden und töten lassen und Millionen in die Flucht getrieben hat.
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Schneemann und deshalb lässt man sein Regime weiter machen?
Zitat:Nach Maduro-Entmachtung
USA erkennen venezolanische Regierung offiziell an
07.03.2026, 22:33 Uhr
Nach der Verhaftung von Nicolas Maduro keimt die Hoffnung vieler, dass in Venezuela ein echter Wandel kommt. Doch Änderungen bleiben aus. Vize Rodriguez übernimmt die Präsidentschaft - und darf nun auch offiziell weitermachen, erklärt US-Präsident Trump.
Die USA haben die venezolanische Regierung laut Präsident Donald Trump offiziell anerkannt. "Wir haben sie tatsächlich rechtlich anerkannt", sagte Trump bei einem Treffen mit lateinamerikanischen und karibischen Regierungschefs in Doral im US-Bundesstaat Florida. Die USA und die Übergangsregierung Venezuelas einigten sich jüngst darauf, ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen.
Seit der Festnahme des autoritär regierenden Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar führt Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin das ölreiche südamerikanische Land.
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Wann hörst Du auf, die blumigen Erzählungen von Donald's Märchenstunde zu akzeptieren und fängst an, diese Narrative zu hinterfragen?
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@Kongo Erich
Zitat:Wann hörst Du auf, die blumigen Erzählungen von Donald's Märchenstunde zu akzeptieren und fängst an, diese Narrative zu hinterfragen?
Wann hörst du auf, es dir so zurecht zu legen, dass es dir in deine Argumente hineinpasst?
Als Beispiel - der von dir verlinkte ntv-Artikel endet mit (Zitat):
Zitat:Laut Washington zielt die Zusammenarbeit mit der Regierung von Rodríguez nun unter anderem darauf, dem venezolanischen Volk schrittweise zu helfen, die Voraussetzungen für einen friedlichen Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung zu schaffen.
Nun könnte man sagen: Oha, man sieht aber nicht sonderlich viel von einer Veränderung. Ja, man sieht kaum etwas, tatsächlich, aber Maduro wurde auch erst vor zwei Monaten abgesetzt - und nun soll sofort alles gut und schick werden, nachdem dort ein sozialistisches Regime zwei Jahrzehnte lang das Land systematisch gegen die Wand gefahren hat?
Logisch - nach dem 3. Oktober 1990 waren die Folgen der jahrzehntelangen Misswirtschaft in der DDR durch die im Vergleich zu Venezuela ungemein wirtschaftlich stärkere Bundesrepublik auch bereits im Dezember 1990 beseitigt.
Schneemann
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(Gestern, 11:44)Schneemann schrieb: ...
Als Beispiel - der von dir verlinkte ntv-Artikel endet mit (Zitat): Zitat:Laut Washington zielt die Zusammenarbeit mit der Regierung von Rodríguez nun unter anderem darauf, dem venezolanischen Volk schrittweise zu helfen, die Voraussetzungen für einen friedlichen Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung zu schaffen.
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Schneemann das nächste Märchen, das Du bereit bist, zu glauben - wann hörst du auf, den Weihnachtsmann wörtlich zu nehmen?
Dieses von Dir zitierte Narrativ wird solange aufrecht erhalten, bis es völlig überholt ist und kein Mensch mehr danach fragt.
Und nach dem Ende der aktuellen Amtszeit "Trump II" ist es sowieso vorbei mit irgendwelchen Rechtfertigungsversuchen. Eine neue US-Regierung wird Donalds Reputation in die Tonne hauen und neue Märchen erfinden.
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@Kongo Erich
Zitat:das nächste Märchen, das Du bereit bist, zu glauben - wann hörst du auf, den Weihnachtsmann wörtlich zu nehmen?
Unabhängig von der Tonwahl - es geht gar nicht um das, was ich vielleicht glaube.
Es geht darum, dass ein Diktator, der sein Land konsequent ruiniert und zehntausende Menschen auf dem Gewissen hat, entfernt wurde und das Land nun nach vorne blicken kann. Dabei wird nicht alles rund laufen, es wird holprig laufen und es wird auch nicht morgen oder übermorgen alles besser oder die Industrieruinen zu "blühenden Landschaften" werden, aber in vielleicht vier oder fünf Jahren, wenn Trump II schon wieder Geschichte ist, sieht die Sache schon ganz anders aus. Und dann können wir gerne nochmals darüber sprechen.
Schneemann
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Es wird in Venezuela keine substanzielle Verbesserung eintreten. Maduro selbst ist zwar Zweck, aber das von ihm geschaffene korrupte System herrscht weiter. Schlussendlich haben seine Handlanger schlicht und einfach ihren Chef abgesägt, mehr ist das nicht.
Die werden weiter alles stehlen, veruntreuen und korrumpieren, und mit der Zeit auch weiter zu den gleichen Unterdrückungsmechanismen greifen (müssen). Aber Hauptsache Venezuela liefert sein Öl an die USA.
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Wären die Venezolaner treue Verbündete der USA, hätten die Zustände in dem Land nicht interessiert.
Solange man kein Kommunist ist, ist alles gut. Die Menschenrechte in den Golfstaaten interessieren ja auch nicht. Solange nur Trump profitiert, wird da weggesehen.
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Man dürfte auch Kommunist sein oder was sonst auch immer, solange die USA davon wirtschaftlich profitieren und insbesondere solange Trumps Familie davon wirtschaftlich profitiert.
Trump hat in Bezug auf den Iran explizit gesagt, es gehe nicht um Demokratie, und er würde auch jederzeit einen religiösen Führer (!) akzeptieren, er kenne jede Menge religiöse Führer und die seien großartig, wenn sie treue Verbündete der USA seien.
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(Gestern, 11:44)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Wann hörst du auf, es dir so zurecht zu legen, dass es dir in deine Argumente hineinpasst?
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Schneemann (Gestern, 12:08)Kongo Erich schrieb: das nächste Märchen, das Du bereit bist, zu glauben - wann hörst du auf, den Weihnachtsmann wörtlich zu nehmen? (Gestern, 12:25)Schneemann schrieb: @Kongo Erich
Unabhängig von der Tonwahl - es geht gar nicht um das, was ich vielleicht glaube.
Es geht darum, dass ein Diktator, der sein Land konsequent ruiniert und zehntausende Menschen auf dem Gewissen hat, entfernt wurde und das Land nun nach vorne blicken kann. Dabei wird nicht alles rund laufen, es wird holprig laufen und es wird auch nicht morgen oder übermorgen alles besser oder die Industrieruinen zu "blühenden Landschaften" werden, aber in vielleicht vier oder fünf Jahren, wenn Trump II schon wieder Geschichte ist, sieht die Sache schon ganz anders aus. Und dann können wir gerne nochmals darüber sprechen.
Schneemann zur Tonwahl - so wie es in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.
Die restliche Antwort bleibe ich Dir nicht schuldig, aber die habe ich Dir im Wesentlichen hier schon gegeben.
Ansonsten ... ich habe keine Ahnung, wie das Land "nun nach vorne blicken kann". Diese Sicht der Dinge ist aus keinem Gesichtspunkt objektiv nachvollziehbar sondern ein sehr subjektives Hoffnungsdenken. Ja tatsächlich, das ist definitiv der - ohne jede substanziellen Nachweise - reine Glaube, dass die Entfernung einer Position in einem Regime das gesamte Regime ändert.
Die Entführung des amtierenden Präsidenten und der Ersatz durch seine Stellvertreterin hätte genauso bei jeder ernsthaften Krankheit stattgefunden. Das ändert das System nicht einmal andeutungsweise.
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Besagte Stellvertreterin wollte und will auch weiterhin ja nicht so wie Trump es will. Also wird gerade ein Verfahren gegen sie konstruiert und mal sehen ob sie nicht demnächste die nächste Entführte ist
https://www.reuters.com/world/americas/u...026-03-03/
Zitat:The Trump administration is quietly building a legal case against Venezuelan interim president Delcy Rodriguez including readying a draft criminal indictment, one of several tools it is using to strengthen its leverage with Caracas, according to four people familiar with the matter.
Federal prosecutors have put together possible corruption and money laundering charges, and have communicated to Rodriguez that she is at risk of prosecution unless she continues to comply with Trump’s demands following the U.S. ouster of former Venezuelan leader Nicolas Maduro in January, the sources said.
Es ist schon extrem amüsant wenn Staat A die von ihm selbst eingesetzte Staatschefin von Staat B wegen Korruption in Staat B durch die Justiz in Staat A anklagen lässt, mit der Aussage verbunden, dass sie verfolgt wird, wenn sie nicht tut was man ihr sagt.
Schlussendlich können die USA also praktisch jede Person in jedem Land der Welt wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Vergehen in diesem Land anklagen, und dann in den USA nach US Recht für in anderen Ländern begangene Straftaten vor Gericht stellen.
Die USA sind damit nicht mal mehr Weltpolizist. Sie sind der Welt Judge Dredd.
Zitat:Separate from the draft indictment, U.S. officials have presented Rodriguez with a list of at least seven former high-level party officials, associates and their family members that it wants her to arrest or to keep in Venezuela’s custody for potential extradition, four sources said. This was first reported by Spain’s ABC newspaper.
Das tun die natürlich nur damit es den Menschen in Venezuela besser geht und nicht weil Chevron Trump so viel Geld gespendet hat.
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Es ist gleichermaßen interessant wie frustrierend, mit welcher Sicherheit hier postuliert wird, dass sich zwingend alles zum schlechteren wenden wird. Ich persönlich sehe eher die Chancen für das Land, es mag sein, dass es besser wird, kann aber auch nicht sein. Kann auch sein, dass eine Stagnation folgt und dass es erstmal holprig wird. Ich kann es nicht sicher sagen, bin aber eher optimistisch, zumal die Chancen durchaus vorhanden sind.
Im Gegenzug wird mir entgegen gehalten, quasi mit bemerkenswerten hellseherischen Fähigkeiten, dass es mieser werden wird. Nicht unbedingt, weil es Indizien dahingehend gibt, sondern einfach weil es schlechter werden muss, weil ja Trump seine Finger drin hat. Und das ist irgendwo eine typisch deutsche Miesmacherei, wobei - wenn man sich dann die Venezolaner anschaut - noch so etwas wie zynisch-antiamerikanischer Nihilismus mitschwingt. Mit in Stein gemeißelter Sicherheit wird beinahe gehofft, dass es schlechter wird, weil es nicht gut werden darf, weil man ja sonst Trump zugestehen müsste, mal durchaus mit etwas richtig gelegen zu haben. Das ist irgendwo traurig.
Schneemann
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