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- Kosmos - 20.05.2010 Mittelschicht will Qualität, wachsende Mittelschicht in Asien ist ein riesiges Markt - Tiger - 20.05.2010 @Kosmos Aber wenn du die Möglichkeit hast, eine Ware billiger zu erhalten wirst du sie wahrscheinlich auch nutzen. @Schneemann Alte Elefantenbullen wandern in den Sumpf ab und versinken dort. :wink: - ThomasWach - 20.05.2010 Was den Essay von Leon de Winter angeht und dessen Feststellungen, deren Haltbarkeitsdatum schon lange abgelaufen ist: Ich habe auch mit dem Dialekt sprechenden Bayern an Kultur, Lebenspraktiken, Lebensgewohnheiten und Einstellungen genauso viel gemein wie mit einem alten Korsen oder mit nem traditionalistischen Basken: Nämlich nichts bzw. nicht viel. Ich hab da kein ausgeprägtes Gefühl für ein gemeinsames Deutschtum, wenn ich mit tradionalistischen Bayern, Schwaben oder gerne auch Hanseaten zusammenkomme. Da würde ich sicher auch ganz schnell an der Existenz eines gemeinsamen Deutschland zweifeln. Aber solche emotionalen Schnittmengen sind eben recht ambivalente und inzwischen sehr persönliche Angelegenheiten. Wenn du ne gute Bildung hast, wirst du schnell auch in die Lage kommen, Städte und Länder wechseln zu müssen und schnell wird sich durchaus ein urbanes europäisches Lebensgefühl einstellen können, das mehr nach Stadt-Land oder Regionen differenziert denn nach der alten Methode der Nationen oder gar dem ganz simplen Trennungsmuster Nord und Süd. De Winters Essay ist wirklich nicht sonderlich sehr durchdacht und speist sich mehr aus den Abwehrgefühlen bestimmter überforderter Strukturen und Schichten denn aus kühler nüchterner Abwägung. Die nicht unproblematische Feststellung, dass aufgrund wachsender wirtschaftlicher Interdependenz der europäische Kontinent zunehmend im Guten wie im Schlechten zusammenhängt und wir eben auch die schlechten wie guten Nachwirkungen spüren, kann auch er mit romantischer nationaler Verklärung und Stereotypen nicht widerlegen. Und ganz ehrlich, der kleine niedliche europäische Nationalstaat ist wohl nun wirklich die letzte Bastion, die wirksam gegen diese kosmopolitischen Finanzeliten, die er auch kritisiert, vorgehen könnte. Ganz im Gegenteil, sie wären sehr viel mehr als das komplexe Mehrebenensystem Europa anfällig für die Intrigen und das Gegeneinanderspielen der Finanzeliten und Finanzinstitutionen, die in aller Ruhe nationale Egoismen füttern könnten und die europäischen Staaten gegeneinander ausspielen würden in einer Spirale nach unten in Sachen Regulierung. - Tiger - 20.05.2010 @ThomasWach Zitat:Wenn du ne gute Bildung hast, wirst du schnell auch in die Lage kommen, Städte und Länder wechseln zu müssen und schnell wird sich durchaus ein urbanes europäisches Lebensgefühl einstellen können, das mehr nach Stadt-Land oder Regionen differenziert denn nach der alten Methode der Nationen oder gar dem ganz simplen Trennungsmuster Nord und Süd.Tjo, bin vor Einführung des TEuro viel verreist, habe eine ganze Zeit lang in Berlin gelebt...und habe trotzdem nie dieses "europäische Lebensgefühl" entwickelt. Rückblickend war ich sogar ganz froh als ich aus einigen europäischen Staaten 'raus war. Was uns de Winter sagen will ist das er kein EU-Fan geworden ist obwohl oder gerade weil er kosmopolitisch lebt. Hatte ich nicht geschrieben das mir sein Essay aus der Seele spricht? Warum habe ich wohl nicht geschrieben das er mir aus dem Kopf spricht? Ich habe in meinem Bücherregal Werke, die in China verfasst wurden, ich hatte bis vor kurzem eine Freundin, die aus einem afrikanischen Staat stammt... ...und du hast den Nerv mir nationalistische Engstirnigkeit zu unterstellen. Zitat:Und ganz ehrlich, der kleine niedliche europäische Nationalstaat ist wohl nun wirklich die letzte Bastion, die wirksam gegen diese kosmopolitischen Finanzeliten, die er auch kritisiert, vorgehen könnte.Die Finanzeliten sind ganz einfach in den Griff zu bekommen, nämlich indem man ihnen die Aussicht auf Profit ruiniert. Gerade das will die EU aber nicht - weil es das Ende des Kapitalismus, der sowieso versagt hat, zumindest in seiner jetzigen Form bedeuten würde. Stell' dir mal einen Kapitalismus(?) ohne Aktienmärkte vor, in dem die Unternehmen dem Staat gehören, in dem es keine 400-Euro-Jobs gibt... Zitat:die in aller Ruhe nationale Egoismen füttern könnten und die europäischen Staaten gegeneinander ausspielen würden in einer Spirale nach unten in Sachen Regulierung.Ach, und die EU würde uns davor schützen? Nein, dann ginge das Spiel nur auf höherem Niveau weiter. "Wir müssen die Rohstoffquellen in Afrika schützen", also EU-Truppen nach dort, "wir müssen die norwegischen Ölquellen für den europäischen Binnenmarkt sichern", also besetzen wir Norwegen und riskieren vielleicht einen Krieg mit Russland... So wird es letztendlich aussehen. Und damit wird die EU scheitern. Sie wird auch deshalb scheitern weil sie als Club, der Großmacht sein will ausgelegt ist. Dabei verteidigt sie etwas, was die europäischen Staaten schon längst verloren haben und dies mehr aus der Intention 'raus, das man es hat. Irgendwie erinnert es mich an das deutsche Kaiserreich Anfang des 20.Jahrhunderts, und wie damals hat dieser Wunsch nach dem "Platz an der Sonne" etwas nihilistisches, ja snobistisches an sich. Das eigentlich Perverse an der EU, was mich auch an den ganzen EU-Fans ankotzt ist, das man die EU um ihrer selbst oder offen zugunsten einer kleinen, profit- und machtgierigen Schicht haben will. Man will die EU um des Kapitalismus willen, auch auf Kosten der Bevölkerung. - Kosmos - 20.05.2010 Zitat:Aber wenn du die Möglichkeit hast, eine Ware billiger zu erhalten wirst du sie wahrscheinlich auch nutzen.es gibt immer noch Prestige und Status Symbole, da ist billiger nicht unbedingt besser... Außerdem geht es es heute vorallem um technische Entwicklungen, das bedeutet große Entwicklungsabteilungen und teuere Produkte bei Einführung, das ist in allen Bereich zu beobachten und besonders in der Unterhaltungselektronik. Billiganbieter werden immer hinterher hinken, es wird immer einen breiten Markt für neue, auch teuere, Produkte geben. Je wohlhabender Entwicklungsländer werden desto größer wird dieser Markt. Deutsche Unternehmen müssen ihre Entwicklungsabteilungen weiter ausbauen, Bildungssystem sollte man auf noch mehr Hochschulabgänger ausrichten. Nur so. - Erich - 23.05.2010 Ich möchte die Diskussion hier mit einer Analyse beantworten, die für mich sehr viel an weitergehenden Überlegungen aufzeigt: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.leap2020.eu/GEAB-N-45-ist-angekommen-Die-umfassende-weltweite-Krise-Vom-Staatsstreich-der-Eurozone-zur-tragischen-Isolierung_a4660.html">http://www.leap2020.eu/GEAB-N-45-ist-an ... a4660.html</a><!-- m --> Zitat:GEAB N°45 ist angekommen! Die umfassende weltweite Krise – Vom Staatsstreich der Eurozone zur tragischen Isolierung Großbritanniens – Die Auflösung der Weltordnung und der öffentlichen Ordnung beschleunigt sich - Tiger - 24.05.2010 @Erich In dem Artikel stecken imho viel Wunschdenken und Widersprüche drin. So wird unterschlagen das Schäuble und die französische Regierung mit ihrer Forderung nach einer europäischen Wirtschaftspolitik allein stehen und das Rettungspaket nur eine vorübergehende Maßnahme ist. Auch ist das Rettungspaket eine aus nationalen Beweggründen getroffene Entscheidung: Sein Geld ist im Grunde für die Banken der Mitgliedsstaaten bestimmt. Kein (kapitalistischer) Staat sieht es gerne, wenn seine Banken geschwächt werden weil sie milliardenschwere Kredite nicht zurückerhalten. Zudem: Wenn die EU-Mitgliedsstaaten tatsächlich die Kontrolle über die Schaltzentrale Europas übernommen und damit, um den Faden mal etwas weiterzuspinnen, die EU-Kommission entmachtet haben - zeugt das nicht von einer Schwäche der EU? Mich erinnert das Verhalten der EU-Mitgliedsstaaten an einen Haufen mittelalterlicher Barone, die den alters- oder geistesschwachen König absetzen. Eine geeinte Front haben die Mitgliedsstaaten dabei nicht gebildet... - Erich - 24.05.2010 @Tiger: es schaut tatsächlich so aus, als ob sich nach der Verabschiedung des Pakets wieder eine neue Kakophonie erhebt: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/politik/europa/:stabilitaetspakt-barroso-zerpflueckt-deutsche-vorschlaege-zur-euro-rettung/50118066.html">http://www.ftd.de/politik/europa/:stabi ... 18066.html</a><!-- m --> Zitat:24.05.2010, 18:46<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E18D6AE5B08E3439CB7DD3A9F3A86AFC7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479 ... ntent.html</a><!-- m --> Zitat:EU-Kommissionspräsident BarrosoNun könnte man ja die Meinung vertreten, das sei das übliche Hickhack der Politiker - das feilschen wer mehr zu sagen und damit am Ende mehr Macht hat. Aber mit der von der FAZ wiedergegebenen Kritik hat Barroso nicht ganz unrecht. Es bleibt nur zu hoffen, dass die wichtigen Zwischentöne nicht untergehen. Es geht nämlich um die Entwicklung "nach der Krise", die Barroso anspricht - um den Abbau der Überschuldung der öffentlichen Haushalte. Die ist zwar in den USA oder z.B. auch in Japan noch schlimmer, aber wir wollen uns schließlich keinen Wettbewerb im Schulden machen liefern. Genau diese Nachricht muss "ankommen" bei den Finanzmärkten, und die wird durch vollmundig heraus posaunte Kritik nur aus den Schlagzeilen der Medien verdrängt. - Tiger - 26.05.2010 Eine britische Zeitung - der Telegraph - findet harte, aber klare Worte zur EU und zum Euro: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.telegraph.co.uk/comment/columnists/simonheffer/7765275/The-collapse-of-the-euro-would-open-the-door-to-democracy.html">http://www.telegraph.co.uk/comment/colu ... cracy.html</a><!-- m --> Zitat:The collapse of the euro would open the door to democracy - Cluster - 27.05.2010 Die Britten waren noch nie sonderlich europäisch ausgerichtet. Daher wundert es nicht, was da geschrieben wird. - Erich - 27.05.2010 auch die Briten haben Interesse, vom eigenen Desaster abzulenken - Erich - 29.05.2010 <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4877D50631AD4B83AFADBEFF5AF04F10~ATpl~Ecommon~Scontent.html">http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A3 ... ntent.html</a><!-- m --> Zitat:Renteneintrittsalterim Grundsatz ist die Überlegung ja richtig, die Menschen werden immer älter (was gut ist), und die Erwerbsphase nimmt einen immer niedrigeren Anteil der Lebenszeit ein - d.h., dass sich immer mehr Rentenlasten auf immer weniger Schultern verteilen. Da stößt der "Generationenvertrag" natürlich an seine Grenzen. Aber: In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (Griechenland, Spanien ...) muss man es sich schon zweimal überlegen, ob die jungen Uni-Absolventen arbeitslos und die abgearbeiteten älteren zur Arbeit gezwungen werden sollen. - Erich - 31.05.2010 <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697868,00.html">http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 68,00.html</a><!-- m --> Zitat: 31.05.2010 - Erich - 05.06.2010 <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/politik/europa/:wirtschaftsregierung-europa-ohne-alleingaenge/50122648.html">http://www.ftd.de/politik/europa/:wirts ... 22648.html</a><!-- m --> Zitat:05.06.2010, 09:00der Autor Guy Verhofstadt ist Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Europaparlament. Von 1999 bis 2008 war er belgischer Ministerpräsident. - Erich - 08.06.2010 <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eurofinanzminister106.html">http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eur ... er106.html</a><!-- m --> Zitat:EU gibt Statistikbehörde mehr Macht |