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(Allgemein) Deutscher Verteidigungshaushalt - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Deutschland (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=54) +--- Forum: Allgemeines zur Bundeswehr (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=58) +--- Thema: (Allgemein) Deutscher Verteidigungshaushalt (/showthread.php?tid=5334) |
RE: Wehretat bei 2% des BIP - Helios - 28.11.2016 Wenn man die Breite der Bundeswehr in Relation zu den wirtschaftlichen Kenndaten des Landes sieht gibt es meiner Meinung nach wenig Gründe, da weitere Einschränkungen vornehmen zu wollen. Wir haben eine kompakte Marine ohne große Projektionsmöglichkeiten, eine Luftwaffe ohne strategische Qualitäten und ein Heer, dass mit Müh und Not Strukturen für szenarisch kleinere Auslandseinsätze (in Relation zur Gesamtgröße) aufbringen kann. Die Schritte, die andere Militärs notgedrungen gehen müssen (bspw. Großbritannien) haben wir bereits hinter uns. Insofern wäre es nicht nur fahrlässig, sondern gegenüber den Bündnispartnern auch kaum vermittelbar, dass weitere Reduktionen in der Breite stattfinden sollen. Schon gar nicht, und darum geht es ja hier, wenn die Finanzmittel die vereinbarten Vorgaben erreichen und damit deutlich ansteigen. Auf der anderen Seite ist es meiner Meinung nach eben durchaus sehr wichtig, in diesem fiktiven Szenario nicht weiter in die Breite (auf nationaler Ebene) zu investieren, sondern stattdessen bei vorhandener Breite in die Tiefe zu gehen. Es gibt beispielsweise keinen Grund, warum wir etwa eine eigene amphibische Komponente aufbauen sollten. Gerade das Thema Docklandungsschiffe zieht sich wie ein roter Faden seit Jahren durch dieses Forum, rational betrachtet ergeben diese in meinen Augen als nationaler Alleingang genausowenig Sinn wie in Kooperation mit ausgewählten Partnern, sondern vielmehr nur als Beteiligung mit einer großen Zahl an Partnernationen (EU-Armee). RE: Wehretat bei 2% des BIP - Nightwatch - 28.11.2016 Man könnte ja auch mal einen Blick ins Gesetz werfen. Da steht so schön, dass der Bund Streitkräfte zur Verteidigung aufstellt. Das impliziert, dass die aufgestellten Streitkräfte zur Verteidigung befähigt sein müssen. Dementsprechend könnte man eigentlich argumentieren, dass schon die letzten Bundeswehrreformen verfassungswidrig waren. Spannend auch die Frage, ob man darüber einen Prozentbetrag für den Wehretat festschreiben könnte. RE: Wehretat bei 2% des BIP - Nightwatch - 29.11.2016 Dazu passend der alljährliche Bericht zur materiellen Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr Ausführlich bei Augengeradeaus http://augengeradeaus.net/2016/11/materiallage-der-bundeswehr-selbst-schoengerechnet-nicht-schoen/ GTK Boxer: 102 von 201 Fahrzeugen jahresquerschnittlich einsatzbereit SPz Marder: 222 von 388 Panzern KPz Leopard 2: 132 von 244 Panzern TPz Fuchs: 532 von 898 Fahrzeugen U-Boote: 1 von 6 Booten UHS Tiger: 12 von 42 Hubschraubern THS NH90: 9 von 48 Hubschraubern Sea Lynx: 5 von 22 Hubschraubern Sea King: 4 von 21 Hubschraubern Eurofighter: 42 von 123 Kampfjets Tornado: 27 von 93 Kampfjets CH-53: 18 von 72 (66) Hubschraubern Transall: 19 von 41 A400M: 2 von 5 RE: Wehretat bei 2% des BIP - manfredj - 13.12.2016 Wenn man bedenkt wie hoch der Etat der Bundeswehr ist, dann ist dies ein totales Armutszeugnis. RE: Wehretat bei 2% des BIP - Monarch - 07.01.2017 Hallo zusammen, Ich würde die Wehrpflicht bzw. ein soziales Jahr für Männlein und Weiblein einführen. Dies würde die Sozialsysteme massiv entlasten, mit den Wehrpflichtigen würde ich eine reine Verteidigungs Arme zur Landesverteidigung aufstellen. Eine Heimatflotte zur Verteidigung von Nord und Ostsee sowie die entsprechende Luftverteidigung dazu. Die Waffensysteme würden speziell für die entsprechende Aufgabe entwickelt/verwendet. Zusätzlich würde ich eine sogenannte Interventionsarme aus freiwilligen, ähnlich der Amerikanischen Marines für Auslandseinsätze aufstellen. Wichtig hierbei ist die Selbständigkeit dieser Speziellen Truppengattung also Heer, Marine, Luftwaffe unter einem Hut. Auch hier wieder entsprechende Waffensysteme, mit 2% müsste das gehen. ![]() Gruß Franz RE: Wehretat bei 2% des BIP - Leuco - 07.01.2017 Hallo Franz, ich bin kein Experte, halte es aber für unrealistisch die Landesverteidigung durch Wehrpflichtige abbilden zu können. Der Schulungsbedarf ist insgesamt relativ hoch, bei einigen Waffenplattformen mit Sicherheit nicht in einem Jahr zu vermitteln. Ich bezweifle auch dass es möglich ist die Koplexität durch Neuentwicklungen dermaßen zu senken. Im Verteidigungsfall obligt es dann einem Haufen Grünschnäbel das Land zu schützen. Ich denke eine Berufsarmee ist hier zielführender. Die Aufteilung zwischen Verteidigung und Intervention \ Stabilisierung finde ich gut, wobei die Bundeswehr bereits aufgeteilt ist. So gibt es die Stabilisierungs-, Eingreif- und Unterstützungskräfte. Eine strikte Trennung ist sicher auch schwierig, da sich die einzelnen Großgeräte ggf. für Landesverteidigung und Auslandseinsätze eignet. Eine doppelte Bevorratung wäre sehr teuer. Es geht in Thema ja um die Möglichkeit mehr für den Verteidigungshaushalt auszugeben, wo siehst du denn den Investitionsbedarf? Grüße Andy RE: Wehretat bei 2% des BIP - Monarch - 07.01.2017 Hallo Andy, bin Ende der 80er bei den Pionieren gewesen, Minenkampf ( Tag der langen Arme ) und hab gesehen das hier mit sehr "einfachen Mitteln" eine relativ gute Abwehr in kürzester Zeit entstehen kann. Solche Minensperren, wenn sie auch noch verteidigt werden, können einen überlegenen Feind sehr lange aufhalten. Bei einer reinen Verteidigungsarme gehr es darum den Feind über Tage zu binden, zu verlangsamen und unseren Verbündeten die Zeit zu verschaffen um Verstärkung heran zu bringen. Der typische Ost/West Konflikt halt. Hier reichen aus meiner Sicht Wehrpflichtige mit einem Jahr Ausbildung. Pioniere, Sanitäter, Lkw Fahrer, Kampfunterstützingseinheiten...Bei komplexeren Waffensystemen geb ich dir Recht, hier ist 1 Jahr zu wenig. Ich sehe den Fehler im Moment darin das wir wenige Waffensysteme in die Rolle der " Alleskönner" pressen. Beispiel den EF als Jagdbomber umzubauen, oder unsere Schnellboote durch die K130 ersetzen usw. Ein deutsches Schnellboot gehört in die Nord oder Ostsee hier ist es eine tödliche Waffe, ans Horn von Afrika, zum Piraten fangen gehört es nicht. Ich denke du weist was ich meine. Ob diese "Hans Dampf" in allen Gassen wirklich günstiger sind weis ich nicht. Wo würde ich investieren: In eine Europäische Raketenabwehr, einem Tornado Nachfolger, sowie die Erhaltung der Kernkompetenz konventioneller U-Boote. Gruß Franz RE: Wehretat bei 2% des BIP - JSS - 12.01.2017 Ich würde eine verpflichtende Dinstzeit von ~ 1/2 - 1 Jahr einführen, die für jeden Deutschen Staatsbürger bis zum 30. Lebensjahr abgeleistet werden muss. Dabei kann jeder frei entscheiden, wo er seinen Dienst leistet (Bundeswehr, THW, Soziales usw.). Dabei kann man sich natürlich auch für eine längere Zeit verpflichten (z.B. höheres Gehalt), muss dann allerdings auch bereit sein, an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Und in bestimmten Einheiten kann nur gedient werden, wenn man such bereit ist, in den Einsatz zu gehen (z.B. auf Schiffen oder als Besatzung von Transportflugzeugen) RE: Wehretat bei 2% des BIP - Schneemann - 20.02.2017 Zur aktuellen Diskussion um eine Steigerung der deutschen Wehrausgaben auf 2% des BIP: Zitat:Wie die Nato erwachsen wirdhttps://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article162149702/Wie-die-Nato-erwachsen-wird.html Schneemann. RE: Wehretat bei 2% des BIP - ede144 - 21.02.2017 Wenn die BW für die Nato Aktionen, aus dem Stand ihre Batalione hätte schicken könne, die EF einen Klarstand von 70% und die Piloten jährlich 180 Flugstunden hätten usw. dann wäre es allen anderen egal ob wir 1,2 1,5 oder 2 % des BIP für die Verteidigung ausgeben würden. Da die BW im Moment eher einer Milizarmee gleicht, wir die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Nato sind, macht man uns zurecht Vorwürfe. Noch besser ist, das man die 2% ja auch schon mehrfach zugesagt hat. Und da kann sich auch keine SPD Vorsitzender rausreden, sein Außenminister saß da auch am Tisch und hat genickt. RE: Deutscher Verteidigungshaushalt - Schneemann - 02.07.2017 Zitat:Haushaltsausschuss zur Rüstunghttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-bundestag-billigt-korvetten-kauf-streit-ueber-kampf-drohnen-a-1153429.html Schneemann. RE: Deutscher Verteidigungshaushalt - JSS - 28.04.2018 Laut Augen Gerdeaus soll Deutschlands Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP 2019 1,3% betragen. Das wäre ein Plus von 15% zu den 1,13% in 2017. RE: Deutscher Verteidigungshaushalt - Mondgesicht - 28.04.2018 (28.04.2018, 11:41)JSS schrieb: Laut Augen Gerdeaus soll Deutschlands Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP 2019 1,3% betragen. Das wäre ein Plus von 15% zu den 1,13% in 2017.Eigentlich sogar noch viel mehr in absoluten Zahlen, denn das Wirtschaftswachstum war enorm. Muss aber nichts heißen, denn eine Menge mehr an Geld geht in die Besoldung der Soldaten. Die Gelder für die Akquise neuen Materials sind nicht wirklich gestiegen, was auch daran liegt, dass das Beschaffungswesen so unfassbar schlecht war / immer noch ist. Suder tut was sie kann / tat was sie konnte, ist / war aber nicht genug. RE: Deutscher Verteidigungshaushalt - JSS - 28.04.2018 (28.04.2018, 12:29)Mondgesicht schrieb:(28.04.2018, 11:41)JSS schrieb: Laut Augen Gerdeaus soll Deutschlands Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP 2019 1,3% betragen. Das wäre ein Plus von 15% zu den 1,13% in 2017.Eigentlich sogar noch viel mehr in absoluten Zahlen, denn das Wirtschaftswachstum war enorm. Wenn man wie Statista von einem Wachstum des BIP bis 2019 um etwa 4,3% auf 3405,16 Mrd € ausgeht, hätten wir dann einen Wehretat von 44 Mrd €. Eine Steigerung um 18,9% im Vergleich zu den jetzigen 37 Mrd € RE: Deutscher Verteidigungshaushalt - Schneemann - 29.04.2018 Zitat:Haushalt: Von der Leyen will zwölf Milliarden Euro mehr für Bundeswehrhttps://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/haushalt-ursula-von-der-leyen-bundeswehr-olaf-scholz-bericht Schneemann. |