![]() |
|
EU vs. USA - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Hintergründe (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=97) +--- Forum: Krisen, Konflikte und Kriege (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=99) +--- Thema: EU vs. USA (/showthread.php?tid=1283) |
RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 11.12.2025 (11.12.2025, 02:06)goschi schrieb: ...dem wollte ich nicht widersprechen. Die DT-Administration ist ein "Weckruf" für Europa". Allerdings ist zu bemerken, dass die DT-Regierung nicht mehr an der Stärkung des europäischen Partners sondern an seiner Schwächung arbeitet. Dazu meldet etwa der Tagesspiegel: "Trump-Regierung plante offenbar Spaltung der EU – und Sicherheitsallianz mit Russland und China" - ebenso etwas populistischer ist z.B. Donald Trump: Geheimplan aufgedeckt ... bis hin zu Begehrlichkeiten gegenüber europäischen Staaten "Dänischer Militärgeheimdienst sieht in USA mögliche Sicherheitsbedrohung" Schon der Wortlaut im offiziellen US-Papier "ist eigentlich unfassbar". Der Chef-Außenpolitiker der SPD, Adis Ahmetović, meint dazu: Zitat:"Die beste Vision darauf ist kurzfristig, mittelfristig und langfristig mit einem starken, stolzen und sehr selbstbewussten Europa darauf zu antworten und aus diesem großen Tanker einen agilen Tanker zu machen und zu sagen, wir lassen uns von niemandem auf diesem Globus etwas diktieren." Wer mit Europa auf "Augenhöhe und Respekt" sprechen wolle, sei herzlich dazu eingeladen. "Aber unsere Gesellschaften und unsere Regierungen lassen sich von niemandem etwas aus dem Ausland diktieren", so der SPD-Politiker.Das Agieren der DT-Administration ist der typische Reflex einer absteigenden Großmacht. Man will keine Partnerschaft "auf Augenhöhe" sondern abhängige Satelliten - und deshalb werden potentielle Konkurrenten soweit möglich geschwächt. (11.12.2025, 02:06)goschi schrieb: ...ich glaube, der Zug ist abgefahren. Putin hat sich in der Ukraine verrannt. Er ist ein Hasardeur, der eher bis zum Zusammenbruch blufft und hart bleibt, als zuzugeben, dass es nicht gut steht. Er ist zudem wohl unzureichend informiert und wähnt sich auf dem Siegerweg. Putin kann sein Ziel nur mit chinesischer Unterstützung erreichen - oder einem Verrat westlicher Partner an der Ukraine. Die erste Alternative hat bisher schon dazu geführt, dass Russland immer mehr zum Juniorpartner in den bilateralen Beziehungen mit China wird. China dehnt seine Dominanzansprüche gegenüber Russland leise, aber effizient immer weiter aus. Die zweite Alternative geht (noch) nicht, solange die EU geschlossen hinter der Ukraine steht. Dazu ist die EU schon jetzt zu stark. An der zweiten Alternative arbeitet die russische Administration, indem DT umgarnt und mögliche Wackelkandidaten innerhalb der EU herausgebrochen werden, der komplette "geeinte Westen" also gespalten wird. Und ob die Russen "liebend gerne Verbündete gegen China wären" möchte ich stark bezweifeln. Russlands Bevölkerung hat sich schon in der Vergangenheit nicht als Teil des europäischen Westens gesehen (wie die Balten oder Ukrainer), sondern auf einem Mittelweg zwischen dem "dekadenten" Westen und Asien. Das ist eine emotionale Einstellung, die auch die geographische Trennung am Ural wiederspiegelt. Russlands "main stream" würde sich gerne "auf Augenhöhe" mit der Supermacht USA, zumindest aber mit einer Großmacht USA und einer Großmacht China sehen. Auch dazu müssten sowohl die USA wie auch die EU massiv geschwächt, wenn möglich müsste die EU sogar eliminiert werden. RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 11.12.2025 Die US-Administration lässt immer mehr den "Schleier fallen": Zitat: Geheimstrategie enthüllt: Trump will Keil in EU treiben RE: EU vs. USA - goschi - 11.12.2025 (11.12.2025, 11:23)Schneemann schrieb: Wenn ich mir aber das oftmals widersprüchliche, wenig belastbare und auch teils egoistisch-aggressive Gebaren gegenüber anderen Staaten (auch Verbündeten) anschaue, dann bin ich mir nicht sicher, ob es jenseits von "America first" tatsächlich eine solche Art von Strategie gibt. Die US-Strategie dürfte langfristig angelegt sein und weder mit Trump beginnen, noch mit ihm enden. Was mir jetzt erleben, ist der Trumpismus als Mittel, diese Strategie zu verfolgen. Das kommt natürlich beim Betrachter als völlige Groteske (siehe Island) an. Aber das ist eben Trump, bei dem so ziemlich alles grotesk ist. (11.12.2025, 13:06)Kongo Erich schrieb: Und ob die Russen "liebend gerne Verbündete gegen China wären" möchte ich stark bezweifeln. Russlands Bevölkerung hat sich schon in der Vergangenheit nicht als Teil des europäischen Westens gesehen (wie die Balten oder Ukrainer), sondern auf einem Mittelweg zwischen dem "dekadenten" Westen und Asien. Das ist eine emotionale Einstellung, die auch die geographische Trennung am Ural wiederspiegelt. Russland möchte in Europa führend mitspielen und ernst genommen werden. So eine Art immerwährender Wiener Kongress. Und natürlich will man in London,.Paris und Mailand weiterhin shoppen gehen. RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 11.12.2025 (11.12.2025, 19:30)goschi schrieb: ...trifft das auf "ganz Russland" zu, oder nur auf eine städtisch elitäre Elite? RE: EU vs. USA - EuropeanMind - 11.12.2025 Ist auch die Titelstory des SPIEGELs diese Woche. [Bild: https://media.discordapp.net/attachments/1050381822749573160/1448748651022127134/0jra365cml6g1.png?ex=693c63d2&is=693b1252&hm=8468470422f9c43289fb3f18640e4fc815f7c88b1e3a934ce772f7307a60f380&=&format=webp&quality=lossless&width=743&height=990] RE: EU vs. USA - goschi - 11.12.2025 (11.12.2025, 20:38)Kongo Erich schrieb: trifft das auf "ganz Russland" zu, oder nur auf eine städtisch elitäre Elite? ich vermute, auf die meisten Einwohner im europäischen Teil Russlands. Natürlich ist das ambivalent und es gibt auch nationalistische und andere Abwehrreflexe. In der langen Linie jedoch sehe ich den Wunsch nach Zugehörigkeit. RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 11.12.2025 (11.12.2025, 21:04)EuropeanMind schrieb: Ist auch die Titelstory des SPIEGELs diese Woche.danke für den Hinweis. In einem Interview im Tagesspiegel analysiert Peter R. Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, was hinter den Tiraden steckt; Zitat:... RE: EU vs. USA - goschi - 11.12.2025 (11.12.2025, 22:05)Kongo Erich schrieb: danke für den Hinweis. In einem Interview im Tagesspiegel analysiert Peter R. Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, was hinter den Tiraden steckt; Bei den Zitaten von Neumann unterstellt dieser offenbar, dass er es mit einem "normalen Politiker" zu tun hat. Dem ist aber nicht so. Es geht - zumindest Trump - nicht darum, ob nun Europa so oder anders ist, links oder rechts, oben oder unten. Es geht einfach um Tiraden, um Wüten, um Unterhaltung des Publikums. Meist geht es auch zur Entlastung von wem-auch-immer um die Suche nach "Schuldigen" für irgendwas. Aber auch das ist beliebig und austauschbar. RE: EU vs. USA - Ottone - 12.12.2025 (11.12.2025, 02:06)goschi schrieb: Die USA brauchen Russland als Verbündeten gegen China, was die Russen auch liebend gerne wären.Ich weiss nicht, in meinen Augen geht es jetzt in eine andere Richtung, siehe auch C5 Vorschlag. Zitat:But the 2025 NSS does reveal a shift in how President Donald Trump's second administration sees the US-China rivalry, framing the "ultimate stakes" for the future of Asia as centered on business deals, securing trade routes and "maintaining economic preeminence." [...]https://www.dw.com/en/what-does-trumps-new-us-security-strategy-mean-for-asia/a-75075316 RE: EU vs. USA - DopePopeUrban - 12.12.2025 (11.12.2025, 21:20)goschi schrieb: ich vermute, auf die meisten Einwohner im europäischen Teil Russlands.Der Großteil der russischen Bevölkerung ist vollkommen apolitisch. Das sind weder bekennende Nationalisten, noch haben diese irgendeine Zukunftsvision von Russlands Platz in der Welt. Durch Jahrhunderte an Unterdrückung und gescheiterten Revolutionen hat das russische Volk gelernt, dass die zuverlässigste Methode in Russland zu überleben ist, nicht aufzufallen. Weder im positiven noch im negativen Sinne. Man macht mit, was man mitzumachen hat, klatscht wenn es von einem verlangt wird, kümmert sich ansonsten um seine eigene Suppe. Das ist eine Art Gesellschaftsvertrag zwischen dem russischen Volk und denjenigen die jeweils über jenes herrschen. Bis auf die Gesellschaftsschicht der Oligarchen und Politiker hat niemand in diesem Land ein politisches Interesse an irgendetwas, was die jeweilige Person nicht direkt betrifft. Da ändern auch Staatspropaganda und die Politisierung der Schulen nichts daran, auch wenn man sich von Seiten des Kremls alle Mühe gibt, die Gesellschaft als patriotisch und zu Russland bekennend darstellen zu lassen. RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 12.12.2025 Wir sind von Höckchen über Stöckchen auf Russland gekommen - ja, ich gebe zu, da war ich auch beteiligt. Insofern fühle ich mich auch in der Pflicht, langsam zum Kernthema zurück zu führen. Ich mach das mal mit einem Beitrag der NZZ aus der Schweiz: Zitat:Der Kontinent der Heulsusen: Europa mangelt es an Selbstbewusstsein gegenüber dem Kulturkämpfer Trumpsoll ich mal einen Vorschlag machen? Die EU sollte ein eigenes Sicherheitspapier erarbeiten, das die Vorlage von DT konterkariert - mit einer besonderen Betonung der Werte, die für Mitglieder Westeuropas auch verfassungsrechtlich verankert sind. Denn Westeuropa entwickelt sich vom Wirtschaftsverband EWG über die EU inzwischen zu einer Wertegemeinschaft, die zunehmend Stabilität gegenüber den abdriftenden US-Regierungsvorstellungen gewinnt. RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 19.12.2025 (12.12.2025, 22:11)Kongo Erich schrieb: Wir sind von Höckchen über Stöckchen auf Russland gekommen - ja, ich gebe zu, da war ich auch beteiligt.ergänzend eine Meinung aus dem bunten Spektrum der Medien: Zitat: Tagesanbruchergänzend: Zitat:EU reduziert Trump-Abhängigkeit: Neues Programm soll Russland abschreckenKopie hier RE: EU vs. USA - Frank353 - 21.12.2025 Es gibt einen Podcast mit Carlo Masala. Ich schicke vorweg, ich bin kein Fan von ihm. https://augengeradeaus.net/2025/12/sicherheitshalber-der-podcast-102-blick-in-die-zukunft-die-grosse-vorausschau-zum-jahresende-buchempfehlungen/ Es geht um eine 5 Jahresvorausschau. Einige interessante Themen: Die USA haben angeblich der NATO mitgeteilt, dass Europa ab 2027 konventionell für sich selbst sorgen muss Wenn es einen europäischen SACEUR gibt, werden ihm die US Truppen wahrsch. nicht unterstellt Die nukleare Teilnahme ist at risk Taktische Nuklearwaffenlücke bei Frankreich Wird Deutschland Willens und in der Lage sein, das Ausgabentempo beizubehalten, auch wenn Ukrainekrieg endet oder pausiert RE: EU vs. USA - alphall31 - 21.12.2025 Zitat: Die USA haben angeblich der NATO mitgeteilt, dass Europa ab 2027 konventionell für sich selbst sorgen muss Ist das eine Androhung oder ein Versprechen ? RE: EU vs. USA - Kongo Erich - 21.12.2025 (21.12.2025, 17:52)alphall31 schrieb: Ist das eine Androhung oder ein Versprechen ?ich weiß es nicht und kann es auch politisch nicht bewerten, aber für die europäische Rüstungsindustrie scheinen "goldene Zeiten" zu kommen: Zitat:„Wir unterschätzen die europäische Rüstungsindustrie“Kopie hier |