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(Allgemein) Bundeswehr – quo vadis? - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Blickpunkt Deutschland (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=54) +--- Forum: Allgemeines zur Bundeswehr (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=58) +--- Thema: (Allgemein) Bundeswehr – quo vadis? (/showthread.php?tid=5602) Seiten:
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RE: Bundeswehr – quo vadis? - DorJur - 30.12.2025 (30.12.2025, 18:39)Milspec_1967 schrieb: Ich möchte es mal konsequent kommentieren : Ach komm, erstmal durchatmen… Elite bedeutet auch, dass man sich wie Elite benimmt. Den Anspruch sollten auch wir haben. Ich gehöre definitiv zu denjenigen, die bei solchen Meldungen erst einmal relativieren. Habe selbst genug Erfahrung, um die völlig übertriebenen Reaktionen auf kleinste Vorfälle beurteilen zu können. Aber man kann auch Position beziehen, ohne ins Gegenteil umzuschlagen. Es wird vorsätzlich viel falsch dargestellt. Aber wenn auch nur ein Bruchteil dessen zutrifft, was da im Raum steht, dann ist das ein „no Go“, dann ist das einfach nur asozial und nicht zu dulden. Wie sollen wir denn junge Menschen vom Dienst an der Waffe überzeugen, wenn die Eliten sich so verhalten? Bei allem Verständnis fürs „Druck ablassen“, aber nicht so. Und ich bin mittlerweile froh über jede Frau, die sich die BW antut. Unsere so heldenhafte, empörungs- und auf work-Life-Balance fokussierte männliche Jugend springt ja nicht in die Bresche… Mich frustriert das alles dermaßen! So ein bisschen mehr Ehrbegriff, Vorbildfunktion, Leistungsbereitschaft, dann würden diese wenigen, aber lautstarken Proleten sang- und klanglos verschwinden. RE: Bundeswehr – quo vadis? - FJ730 - 03.01.2026 Bayern möchte, dass die Bundeswehr im Freistaat so richtig gemolken wird. Ich glaube man würde sogar Argumente finden, warum die 127 an der Donau gefertigt werden sollte. Aufrüstung in Deutschland: CSU-Bundestagsgruppe will Bundeswehr zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ machen - WELT https://share.google/aPZuJ5Sfo052sPfhm Europäische Souveränität braucht's ned und mit dera Ami des passt scho. Keine Ahnung, vlt. isses auch genau richtig so. RE: Bundeswehr – quo vadis? - Quintus Fabius - 05.01.2026 Die Beiträge über den BND befinden sich hier: https://www.forum-sicherheitspolitik.org/showthread.php?tid=322&pid=279829#pid279829 RE: Bundeswehr – quo vadis? - Aegrotare - 08.01.2026 Hier ist der neuste Artikel vom Spiegel über die Vorgänge im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken. Link RE: Bundeswehr – quo vadis? - Broensen - 08.01.2026 (08.01.2026, 12:59)Aegrotare schrieb: Hier ist der neuste Artikel vom Spiegel über die Vorgänge im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken.Interessanter Hinweis am Rande zu der Sache mit dem Deutschlandlied: Zitat:Doch statt die Provokation für eine klare Belehrung zu nutzen, versuchte der Kommandeur der Schule, die Sache unter den Teppich zu kehren. Laut internen Ermittlungen ermahnte der Oberst die jungen Soldaten, der Vorfall dürfe »auf keinen Fall nach außen« dringen. Als der Vertuschungsversuch bekannt wurde, drängte das Heer den Schulleiter, seinen Posten zu räumen.Hatte ich so bisher noch nicht gelesen. RE: Bundeswehr – quo vadis? - Quintus Fabius - 08.01.2026 Aus dem Artikel ein paar Auszüge: Zitat:»Wie fühlt es sich eigentlich an zu wissen, dass dich jeder hier vergewaltigen könnte?« Beispiellos. Und selbst dann beispiellos, wenn nur ein Teil davon stimmen würde. Ein solcher Mangel an soldatischer Ehre ist unerträglich. RE: Bundeswehr – quo vadis? - muck - 08.01.2026 (30.12.2025, 23:38)DorJur schrieb: Ach komm, erstmal durchatmen…Sein Kommentar ist einfach nur dumm. Dumm im Inhalt, weil er unsoldatisches und unkameradschaftliches Verhalten verharmlost, und dumm in der Intention, weil ein Reservist, der solche Kommentare absetzt, mit Konsequenzen rechnen muss. Das ist überhaupt etwas, was mich an dem ganzen Fall ärgert. Das wird jetzt von manchen Spezis auf die Anwesenheit von Frauen reduziert, als wäre das ermittelte Verhalten an sich nicht ein Beispiel für Disziplinlosigkeit, einen Mangel an Treue zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, und eine Katastrophe für die Reputation der Bundeswehr, die dringend mehr Rekruten braucht. Nebenbei: Wieso glaubt eigentlich die ukrainische Armee, dass Frauen in Kampfeinheiten etwas "zu suchen" haben? Was weiß man in Deutschland mehr von der Realität des Krieges, was die Ukrainer nicht wissen? Oder warum machen die Skandinavier so gänzlich andere Erfahrungen? Was mir an dem Thema sehr zu denken gibt: 2004-2005 habe ich noch die Nachwirkungen der Rezession in den neuen Bundesländern mitgekriegt, und wie westdeutsche SaZ (vor allem UOA) sich darauf einen runtergeholt haben, dass sie "aus Überzeugung" dabei wären, was sie (ihrer Meinung nach) haushoch über die Plebejer aus Ossi-"Wirtschaftsflüchtlingen" und Wehrpflichtigen erheben würde. Damals hat sich in mir die Überzeugung geformt, dass man Soldaten nicht im Glauben lassen darf, sie könnten entscheiden, mit wem oder unter wem sie dienen wollen. Es ist nicht gut, dass dieses Verhalten in der Bundeswehr nach wie vor existiert. Auch in Erinnerung blieben die Kameraden, die 2004 frisch aus Kunduz (damals noch: Bad Kunduz) zurückgekommen waren und plötzlich gegenüber alles und jedem eine Haltung an den Tag legten, als hätten sie jeder zehn Taliban mit dem kleinen Finger erwürgt. Es gibt in der Bundeswehr die unschöne Neigung zum, mit Verlaub, Kreiswichsen. Bestimmte Truppengattungen und bestimmte Liegenschaften stehen offensichtlich nicht umsonst im Ruf, zu Echokammern zu verkommen, die ein Eigenleben entwickeln, wo unsoldatische und nicht nur politisch inkorrekte, sondern tatsächlich zweifelhafte Ansichten gedeihen. Und nein, da kann man sich nicht auf "Elite!1!1Einself!" berufen. Während all der Skandale und Skandälchen, die jene mit bordeauxrotem Barett über die Jahre produziert haben, hat bspw. das KSM völlig geräuschlos existiert. RE: Bundeswehr – quo vadis? - Nightwatch - 08.01.2026 Zu den von QF geposteten Vorwürfen kann es keine zwei Meinungen geben, auch wenn man vermeintlichen bis tatsächlichen Eliteeinheiten gerne ihre Freiheiten zugestehen kann. Das im Raum stehende Verhalten ist völlig indiskutabel, grob unsoldatisch und einer Deutschen Armee und erst recht einer elitären Einheit nicht würdig. Woher das rührt kann man gesondert diskutieren, ändert aber nichts an der Bewertung des Sachverhalts sofern die geschildeten Zustände so oder so ähnlich zutreffen. RE: Bundeswehr – quo vadis? - GermanMilitaryPower - 08.01.2026 (08.01.2026, 17:53)Quintus Fabius schrieb: Ein solcher Mangel an soldatischer Ehre ist unerträglich. Besser kann man es nicht ausdrücken. Der anhaltende Werteverlust innerhalb der westlichen Welt ist das größte Problem unserer Generation, eigentlich dieses Jahrhunderts. Und rückt man den Fokus auf Deutschland, liegt die Wurzel im Ausradieren Preußens. Unvergessen. RE: Bundeswehr – quo vadis? - muck - 09.01.2026 Eine bemerkenswerte Aussage. Der militaristische preußische Obrigkeitsstaat hat Deutschland in zwei Weltkriege geführt. Davon mal abgesehen, was die Wirkmächtigkeit seines Wertegerüsts anlangt, darf sein Einfluss auf die katholischen und nichtpreußischen Landesteile Deutschlands bezweifelt werden. Ich denke eher, dass es diesem Land an einer positiven Erzählung mangelt. Vor der Wiedervereinigung war dieser Mangel kein Problem, weil man einerseits gut mit sich selbst zu tun hatte (Wiederaufbau, und eben die Wiedervereinigung), und andererseits ein äußeres Feindbild die Bevölkerung zusammenhielt. Seit 1990 aber gehört Deutschland zu den Staaten, die Fukuyamas Satz vom Ende der Geschichte am meisten mit Leben zu füllen versucht haben. RE: Bundeswehr – quo vadis? - Quintus Fabius - 09.01.2026 muck: Diese negative Sichtweise Preußens kann ich nicht ansatzweise teilen und ich stamme aus einer Gegend in der alles nördlich der Donau falsch ist. Es ist meiner Ansicht nach falsch, Preußen auch nur die Schuld am 1WK zu geben, geschweige denn am 2. Das Kaiserreich war mehr als Preußen und Militarismus in Europa auch in anderen Ländern gang und gäbe. Frankreich war militaristischer als es Preußen jemals war. Und Antisemitischer. Von den Russen zur der Zeit fang ich erst gar nicht mal an. Zudem gab es in Preußen und auch im Kaiserreich immer eine viel größere Komplexität verschiedener gesellschaftlicher Strömungen, die heute einfach ignoriert wird.Selbst die Politik des Kaiserreiches war erstaunlich widersprüchlich, und polarisiert. Preußen stand genau so für Toleranz und Aufklärung wie für Militarismus und Obrigkeitshörigkeit. Es dermaßen auf dieses heutige Propagandabild zu verkürzen, halte ich für eine Verzerrung der historischen Realität. Zitat:2004-2005 habe ich noch die Nachwirkungen der Rezession in den neuen Bundesländern mitgekriegt, und wie westdeutsche SaZ (vor allem UOA) sich darauf einen runtergeholt haben, dass sie "aus Überzeugung" dabei wären, was sie (ihrer Meinung nach) haushoch über die Plebejer aus Ossi-"Wirtschaftsflüchtlingen" und Wehrpflichtigen erheben würde. Warum siehst das du so? Wäre es nicht viel besser, wenn die Soldaten tatsächlich etwas hätten, woran sie glauben können und dem sie tatsächlich dienen wollen?! Denn diese untragbaren Handlungen die hier jetzt bekannt geworden sind, entsprechen meiner Auffassung dem was Söldnerheere nun mal mit sich bringen. Sie entsprechend dem was Söldner schon im 30jährigen Krieg waren und auch heute noch sind: Abschaum. RE: Bundeswehr – quo vadis? - FJ730 - 09.01.2026 (08.01.2026, 20:11)muck schrieb: Nebenbei: Wieso glaubt eigentlich die ukrainische Armee, dass Frauen in Kampfeinheiten etwas "zu suchen" haben? Was weiß man in Deutschland mehr von der Realität des Krieges, was die Ukrainer nicht wissen? Die Ukrainer haben offenbar schnell verstanden, dass es im Krieg keine Maulhelden braucht, sondern Menschen die genug Blut in den Adern haben um das zu tun was getan werden muss wenn man sich wirksam verteidigen will. Und wenn reihenweise wehrpflichtige Männer das Land verlassen, braucht es eben zehntausende tapfere Frauen die ihren Platz einnehmen. Was sie erwartet wenn sie in Gefangenschaft kommen, mag man sich gar nicht vorstellen. Chapeau vor diesen Kriegerinnen. https://www.stern.de/politik/ukrainekrieg--diese-frauen-unterstuetzen-die-streitkraefte-35744562.html Die Skandinavier haben den Patrichalismus schon vor Jahrzehnten hinter sich gelassen und wissen, dass es im Kriegsfall auf alle ankommt. Zudem verbinden sie mit ihrer Heimat viel mehr als Boden, Nation oder Grenzsteine - sondern Werte und Normen wie Freiheit, Demokratie, Bürgerrechte usw. die sie sich selbst erkämpft haben und die absolute Mehrheit der Gesellschaft bis aufs Messer verteidigen würde. Und da es ihnen um so viel mehr als ordinärem Nationalismus geht, ( auch wenn sie den natürlich reichlich haben) haben sie auch mit die höchste Verteidigungsbereitschaft. An diesem Mindset hapert es in Deutschland! Viele Leute haben offenbar vergessen oder verdrängt in was für einem guten Land wir trotz aller Probleme immer noch leben. Zudem wäre es auch materiell angesichts Ukraine Krieg und Kriegsdrohungen eines US Präsidenten gegen Europa wirklich langsam an der Zeit aus dem Quark zu kommen. https://www.welt.de/wirtschaft/article695f5eb54d1d5f581eeaf5f4/schleppende-aufruestung-top-oekonom-fordert-marschbefehl-fuer-pistorius-und-kritisiert-merz.html @ Mück Ich weiß natürlich dass das retorische Fragen waren ![]() @ muck natürlich! Sorry, Wurstfinger RE: Bundeswehr – quo vadis? - alphall31 - 09.01.2026 Zitat:Und nein, da kann man sich nicht auf "Elite!1!1Einself!" berufen. Während all der Skandale und Skandälchen, die jene mit bordeauxrotem Barett über die Jahre produziert haben, hat bspw. das KSM völlig geräuschlos existiert. Der Vergleich zwischen ca 4000 Fschjg und ca 30 Kampfschwimmer die alle höherer Dg haben soll uns wohin bringen? Zitat:Oder warum machen die Skandinavier so gänzlich andere Erfahrungen?Was macht man den für andere Erfahrungen? Studien aus dem Jahr 2020 zeigten, dass 63 % der Frauen unter 30 Jahren sexuelle Belästigung erlebt hatten. In einigen Bereichen der norwegischen Streitkräfte, insbesondere im Heer, gibt es Berichte über eine "Boys' Club"-Kultur und frauenfeindliche Sprache. Zitat:Auch in Erinnerung blieben die Kameraden, die 2004 frisch aus Kunduz (damals noch: Bad Kunduz) zurückgekommen waren und plötzlich gegenüber alles und jedem eine Haltung an den Tag legten, als hätten sie jeder zehn Taliban mit dem kleinen Finger erwürgt. Die Bezeichnung Bad Kunduz gab es schon bevor deutsche Soldaten überhaupt dorthin kamen . Letztendlich hat jeder Einsatz und die gestellten Aufgaben für sich seine speziellen Belastungen . Wenn man dann hier schon von kameraden spricht sollte man das bewerten dieser unterlassen vor fremden. RE: Bundeswehr – quo vadis? - Quintus Fabius - 10.01.2026 Bitte keine persönlichen Anfeindungen. RE: Bundeswehr – quo vadis? - muck - 10.01.2026 @FJ730 Vielleicht. Alles in allem fördert die Wehrpflicht bzw. die hohe Freiwilligenquote natürlich die "Durchmischung", sowohl was Personal als auch was Ideale anlangt. Hinzukommt, dass gerade die Ukraine sowieso eine lange Tradition damit hat, Frauen im Krieg einzusetzen. Das Land brachte schon profilierte weibliche Scharfschützen und Panzerfahrer hervor, als in deutschen Armeen noch Befehle ergingen, alle gefangenen Rotarmistinnen wegen ihrer "Widernatürlichkeit" zu erschießen. Aber wie gesagt, ich wollte das gar nicht so sehr an der Geschlechterfrage festmachen. Man könnte z.B. auch auf die US-Armee blicken und deren zyklisches Kreißen um die Desegregation erst hinsichtlich der Schwarzen, dann der Frauen, dann der Homosexuellen. Idealerweise sollte eine Armee völlig "blind" sein, damit schon die gemeinsame Uniform zum Anknüpfpunkt für Kameradschaft werden kann. Deswegen ist es ja auch so katastrophal, wenn die Politik versucht, das Thema Identitätspolitik in die Streitkräfte zu zerren. (Gestern, 11:23)Quintus Fabius schrieb: muck:Zugegeben, meine Wortwahl impliziert, dass ich den preußischen Militarismus für ursächlich halte. Dem ist nicht so, und das wollte ich auch nicht ausdrücken. Dennoch weise ich ihm eine beitragende Rolle zu. Persönlich finde ich Sönke Neitzels Argument sehr überzeugend, dass der maßlose Militarismus des preußischen Staates dessen militärisches (und auch moralisches) Scheitern letztlich erst ermöglicht hat, weil er positive Impulse (z.B. Auftragstaktik) in ihrer Wirkung beschränkte und schließlich wirkungslos werden ließ. Es ist korrekt, dass insbesondere in Frankreich das Offizierskorps vor dem Ersten Weltkrieg sehr reaktionär war. Doch können scheinbar ähnliche Verhaltensweisen unterschiedliche Motivationen haben. Dass z.B. auch französische Generäle ihren Soldaten blinden Gehorsam abverlangten, bis hin zu den berüchtigten Dezimierungen für angebliche Feigheit vor dem Feind, ist nicht einer Überhöhung der militärischen Pflichterfüllung im preußischen Sinne geschuldet (wie es z.B. im Zuge der Zabern-Affäre formuliert wurde: Nichts gilt, wer nicht gedient hat, alles gilt, wer für das Vaterland sein Leben lässt), sondern der großen Angst der bürgerlichen Eliten vor einer weiteren Revolution. (Gestern, 11:23)Quintus Fabius schrieb: Preußen stand genau so für Toleranz und Aufklärung wie für Militarismus und Obrigkeitshörigkeit. Es dermaßen auf dieses heutige Propagandabild zu verkürzen, halte ich für eine Verzerrung der historischen Realität.Du verkürzt indes die historische Realität, wenn Du anzudeuten scheinst, die Werte Preußens zu Zeiten des Alten Fritz seien dieselben gewesen wie unter dem zwoten Wilhelm. (Gestern, 11:23)Quintus Fabius schrieb: Warum siehst das du so? Wäre es nicht viel besser, wenn die Soldaten tatsächlich etwas hätten, woran sie glauben können und dem sie tatsächlich dienen wollen?!Darum ging es mir nicht. Natürlich ist es positiv, aus Überzeugung zu dienen. Doch glaube ich an die Leistungsgesellschaft und an Verdienst aus Leistung. Man kann sich für etwas Besseres halten, wenn man bessere Leistung gezeigt hat. Der beispielshalber angeführte, von Patriotismus beseelte UOA aus Dortmund ist aber nicht per se besser gewesen als sein Dresdner Kamerad, der nur der Arbeitslosigkeit entkommen wollte. Und umso weniger, wenn er glaubte, den Dresdner als Fußabstreifer benutzen zu können. Natürlich kann meine Wahrnehmung falsch sein; sie war ohnehin eine Schlüssellochperspektive, die nach DZE nur durch Bekanntschaften und Anekdoten unterhalten wurde; aber sie ist dennoch meine Wahrnehmung: Dass es in der Bundeswehr ungute, durch die Aussetzung der Wehrpflicht womöglich verstärkte Dynamiken gibt, Klüngel und Echokammern zu bilden, wo Zugehörigkeit zu einem informellen Netzwerk die gelebte Kameradschaft ersetzt. Es muss doch einen Grund dafür geben, dass quasi alle Skandale der letzten zwanzig, dreißig Jahre—und ich meine hier wirkliche Skandale, nicht den ein oder anderen blöden Spruch—praktisch mit einer Handvoll Verbände in Verbindung stehen. Und meiner Wahrnehmung nach heißt dieser Grund Tribalismus. (Gestern, 11:23)Quintus Fabius schrieb: Denn diese untragbaren Handlungen die hier jetzt bekannt geworden sind, entsprechen meiner Auffassung dem was Söldnerheere nun mal mit sich bringen. Sie entsprechend dem was Söldner schon im 30jährigen Krieg waren und auch heute noch sind: Abschaum.Ein hartes Urteil. Ohne jetzt in der Sache darauf eingehen zu wollen, müssten dann nicht ähnliche Verfallserscheinungen überall zu finden sein? (Gestern, 23:25)alphall31 schrieb: Der Vergleich zwischen ca 4000 Fschjg und ca 30 Kampfschwimmer die alle höherer Dg haben soll uns wohin bringen?Das KSM ist doch deutlich größer?! Wenn Dir der Vergleich missfällt, können wir gerne auch andere Vergleichspaare heranziehen: Warum hat das Wachbataillon mehr Skandale produziert als Panzertruppe? (Gestern, 23:25)alphall31 schrieb: Was macht man den für andere Erfahrungen?Ohne Quelle und ohne Bewertungsmaßstab hilft dieser Einwand wenig weiter. Salopp formuliert, eine kriminalwissenschaftliche Statistik zum Thema wird ganz andere Verhaltensweisen erfassen als eine Umfrage der 'Emma' unter deren Leserinnen. Mit Konsequenzen für die zu ziehenden Konsequenzen. Es gibt Leute, die halten es für frauenfeindlich, einer Frau die Tür aufzuhalten. Und es gibt Leute, die halten es nicht für frauenfeindlich, eine Frau zu fragen: "Fändest du es arg schlimm, wenn wir alle über deine Leiche mal drüberrutschen würden, solange sie noch warm ist?" (Gestern, 23:25)alphall31 schrieb: Die Bezeichnung Bad Kunduz gab es schon bevor deutsche Soldaten überhaupt dorthin kamen . Letztendlich hat jeder Einsatz und die gestellten Aufgaben für sich seine speziellen Belastungen . Wenn man dann hier schon von kameraden spricht sollte man das bewerten dieser unterlassen vor fremden.Ich habe keine Namen genannt, keine Einheit, nicht mal einen Standort. Und nicht angezweifelt, dass ISAF mit großen Belastungen verbunden war. Darum geht es doch überhaupt nicht. Zum Übrigen, siehe meine Antwort auf @Quintus. |