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USA vs. Venezuela - Druckversion +- Forum-Sicherheitspolitik (https://www.forum-sicherheitspolitik.org) +-- Forum: Hintergründe (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=97) +--- Forum: Krisen, Konflikte und Kriege (https://www.forum-sicherheitspolitik.org/forumdisplay.php?fid=99) +--- Thema: USA vs. Venezuela (/showthread.php?tid=3052) |
RE: USA vs. Venezuela - goschi - 17.12.2025 (17.12.2025, 11:33)Kongo Erich schrieb: ... es wird immer deutlicher, dass es DT nicht um irgendwelche Drogen geht, oder gar um die Demokratie des Landes. sondern schlicht und einfach um die Kontrolle der Ölexporte von Venezuela. Es geht ihm um Trumpismus. "Kontrolle über Öl" ist viel zu weit gedacht. Das wird DT nicht gerecht. Entweder die USA handeln innerhalb von kurzer Zeit einen Deal mit Maduro aus, dass der gegen Geld abdankt, oder DT verliert schnell das Interesse. RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 18.12.2025 Die FAZ kommentiert im täglichen Newsletter: Zitat:Trumps riskantes Spiel in der Karibik RE: USA vs. Venezuela - Frank353 - 19.12.2025 Angeblich geht es Trump darum, die US amerik. Ölunternehmen, die Chavez 2007 durch Zwangsmehrheiten in Joint Ventures faktisch enteignet hat, wieder in ihre alten Rechte einzusetzen, plus vermutlich Entschädigung durch Öl. Zudem will er nach seiner Monroe-Doktrin 2.0, fremde Mächte aus der westlichen Hemisphäre vertreiben, also Russland (Militär), China (Geld), Iran (Ölfördertech.), Kuba (Geheimdienst). Das sind alles berechtigte Interessen der USA. RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 19.12.2025 (19.12.2025, 00:56)Frank353 schrieb: ...ich sehe darin keinen einzigen Grund, der völkerrechtlich einen Krieg rechtfertigen würde. RE: USA vs. Venezuela - goschi - 19.12.2025 (19.12.2025, 00:56)Frank353 schrieb: Angeblich geht es Trump darum, die US amerik. Ölunternehmen, die Chavez 2007 durch Zwangsmehrheiten in Joint Ventures faktisch enteignet hat, wieder in ihre alten Rechte einzusetzen, plus vermutlich Entschädigung durch Öl. Das sind sicherlich Interessen der USA. Aber dass es Trump um die geht, muß in Zweifel gezogen werden. Es geht um Show. Um Bilder. Um irgendeine Forum von virtueller Eskalation .... Er wird rund um Venezuela nichts erreichen. Weder mit Militär noch ohne. RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 20.12.2025 (11.12.2025, 22:44)Kongo Erich schrieb: ...inzwischen hat sich Lula aus Brasilien zu Wort gemeldet: Zitat: 20.12.2025, 16:10 UhrUnter den vielen Artikulationsmöglichkeiten ist das eine der Zurückhaltendsten: Lula weist lediglich auf die Konsequenzen für die Zivilbevölkerung der Region hin. Da der Mercosur in der Frage gespalten ist, scheint das die Sprachregelung zu sein, der alle Mitglieder halbwegs folgen können. Denn diese Konsequenz werden auch Befürworter einer US-Intervention nicht einfach verneinen können. Venezuela schrammt ohnehin gerade an einer humanitären Katastrophe entlang. Eine kräftige Ablehnung einer US-Intervention sähe deutlicher aus. Die USA beschlagnahmen erneut Öltanker vor venezolanischer Küste - berichtet die WELT (Kopie hier) Zitat:Die USA haben in internationalen Gewässern vor der Küste Venezuelas erneut ein Schiff beschlagnahmt. Das berichteten mehrere Nachrichtenagenturen und Fernsehsender am Samstag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Sie nannten den genauen Ort des Einsatzes oder den Namen des Schiffs nicht. RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 21.12.2025 Inzwischen gibt es etwas mehr Info zu dem nun geenterten Schiff: Ein Video zeigt die US-Enterung der "Centuries" vor Venezuela Weiter wird berichtet: Zitat:Bei dem Schiff soll es sich nach Angaben der britischen Firma für Risikobewertung in der Seefahrt, Vanguard, um die unter der Flagge Panamas fahrende "Centuries" handeln. Dem Rechtsexperten Jeremy Paner zufolge ist das Schiff jedoch nicht von den USA sanktioniert. "Die Beschlagnahmung eines nicht sanktionierten Schiffes stellt eine weitere Verschärfung des Drucks von Trump auf Venezuela dar", sagte Paner, ein ehemaliger Ermittler der US-Sanktionsbehörde OFAC.(Quelle) Die USA argumentieren, der Tanker habe gestohlenes Öl geschmuggelt. Es geht demnach also nicht um das Schiff, sondern um die Ladung, die wohl für China bestimmt war. Zu der Ausführung "gestohlenes Öl" ist anzumerken, dass es sich um Öl aus venezolanischen Quellen handelt, das also nach Auffassung der Regierung von Venezuela dem Land gehört. Dieses Land hat lediglich Förderlizenzen vergeben, deren Angemessenheit aber zunehmend strittig war. Die Lizenzen der Förderkonzerne und deren Anlagen wurden 2007 verstaatlicht oder "eingezogen", eine "Enteignung", die sogar im deutschen Grundgesetz (Art. 14 III GG) vorgesehen wäre. Venezuelas Regierung hatte die ausländischen Firmen aufgefordert, gegen eine entsprechende Etnschädigung mindestens 60% ihres Geschäfts an die staatliche Gesellschaft PDVSA zu übertragen, oder ihre Tätigkeit im Land zu beenden. Chevron ist - mit Erlaubnis der US-Regierung - bis dato, also bis zum Jahr 2025 im Land geblieben. Andere Firmen - wie der US-Konzern ConocoPhillips oder auch ExxonMobil - haben sich dagegen für die vollständige Entschädigung entschieden. Die Höhe dieser Entschädigung ist vielfach immer noch umstritten. Es geht da um Milliardensummen auch an "entgangenen Gewinnen", also an fiktiven künftigen Erträgen, die von den Konzernen eingefordert werden. Die entsprechenden Verfahren sind teilweise immer noch anhängig. Es geht also nicht um "gestohlenes Öl", wie das sehr vereinfachende Trump-Sprech suggeriert, sondern lediglich um die Höhe der Entschädigung, die - logisch- schon aufgrund der sehr volatilen Ölpreise nur schwer zu ermitteln ist. Die US-Regierung könnte sich also zurück lehnen und abwarten, ob und wie sich die US-Konzerne mit der Venezuelas Staatskonzern PDVSA einigen. Stattdessen lässt DT in bekannter Manier "die Muskeln spielen" - beansprucht also plump und primitiv das "Recht des Stärkeren", das global in der Nachkriegsordnung seit 1945 bewusst zugunsten des Völkerrechts abgelehnt wurde. In dem Zusammenhang ein kurzer Verweis auf unseren Thread "Venezuela vrs. Guyana", wo im Streit um das Offshore-Ölfeld Esequibo auch wieder der US-Ölmulti ExxonMobil involviert ist. RE: USA vs. Venezuela - Bairbus - 21.12.2025 Wer Trump widerspricht, muss mit einem Militärschlag rechnen... In was für einer Zeit leben wir eigentlich gerade? Blüht Grönland/Dänemark demnächst dasselbe? RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 21.12.2025 Inzwischen wird es immer deutlicher, dass es DT um einen "Regierungswechsel" geht - die Drogen wie auch das "gestohlene Öl" sind nur ein Vehikel, Vorwände, um mehr zu erreichen. „Schiffe in die Luft jagen, bis Maduro aufgibt. Und er wird aufgeben“ RE: USA vs. Venezuela - Quintus Fabius - 21.12.2025 Im Prinzip ist das bereits eine Angriffshandlung im Sinne der Charta der Vereinten Nationen. Aber da dass der Sicherheitsrat festzustellen hätte und die USA ohnehin tun können was sie wollen, ist das völlig irrelevant. RE: USA vs. Venezuela - EuropeanMind - 21.12.2025 Scheinbar gibt es mittlerweile ein drittes Schiff, was geentert werden sollte. https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/venezuela-usa-oeltanker-suedamerika-blockade-beschlagnahmung Zitat:US-Küstenwache soll weiteres Schiff vor Venezuela verfolgt haben Unbestätigten Berichten zufolge handelt es sich bei dem dritten Schiff um die Bella 1, welche unter der Flagge panamas utnerwegs war. RE: USA vs. Venezuela - Schneemann - 22.12.2025 Bei dem aktuellen Schiff handelt es sich um die Bella 1 - das Schiff ist tatsächlich unter Sanktionen stehend und fährt auch unter falscher Flagge. Rechtlich gesehen gibt es hier zumindest keine Problemfelder. Anders jedoch könnte es sich mit der Centuries verhalten haben. Zwar beeilte sich das Weiße Haus, darauf hinzuweisen, dass ja die Ladung sanktioniert sei, aber das kam dann doch etwas hektisch, nachdem das (für Sanktionen zuständige) Department of the Treasury mitgeteilt hatte, dass man die Centuries gar nicht auf dem Sanktionsindex hat. Dazu: Zitat:US seizes second oil tanker off Venezuela's coast [...]https://www.bbc.com/news/articles/c0mpy1ynnzzo Insofern: Wenn es eine klare Linie geben würde, die auch hieb- und stichfest ist, wäre das US-Vorgehen durchaus korrekt. Aber man hat z. B. eine Blockade ausgerufen nur gegenüber "bestimmten Schiffen unter bestimmten Voraussetzungen", was wiederum vom Blockaderecht so aber nicht vorgesehen ist. Und vor Venezuelas Häfen ist immer noch ein recht reger Schiffsverkehr gemäß Marinetraffic festzustellen. Man hat also eine Art von Blockade ausgerufen, die aber nur einige bestimmte Schiffe umfasst und die wiederum recht subjektiv angewendet wird. Die Regierung Trump täte gut daran, diese rechtliche Löchrigkeit zu beseitigen, aber angesichts der allgegenwärtigen national verbrämten Lobhudeleien wird sich da vermutlich nichts bewegen. Schneemann RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 23.12.2025 (22.12.2025, 14:45)Schneemann schrieb: Bei dem aktuellen Schiff handelt es sich um die Bella 1 - das Schiff ist tatsächlich unter Sanktionen stehend und fährt auch unter falscher Flagge. Rechtlich gesehen gibt es hier zumindest keine Problemfelder.Dazu schreibt die Braunschweiger Zeitung (Kopie hier) Zitat:Tanker entkommt: Schlappe für Donald Trumps Venezuela-Ölblockadewerden hier jetzt die Versenkungen von angeblichen Kurierbooten der Drogenschmuggler einschließlich der Ermordung der Insassen immer noch als legal verteidigt? Aber zurück zu den Reaktionen: es handelt sich also um Tanker, die - ob "staatenlos" oder nicht - insbesondere Öl nach China transportieren. Das entspricht den neuen Trump-Sicherheits-Doktrin, wonach es in Südamerika keine andere Macht als die USA geben dürfe. Die Reaktion darauf ist deutlich: China wirft den USA schweren Bruch des Völkerrechts vor Zitat: Die USA verhängen einseitig Energiesanktionen gegen Venezuela, nun setzt Präsident Trump sie zunehmend mit militärischer Stärke durch. China spricht von einem illegalen Vorgehen - wohl auch, weil Pekings Interessen bei der US-Blockade direkt betroffen sind.die Frage ist: bleibt es bei verbalen Unterstützungen, die auch von Russland kommen? Heute berät erst einmal der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung über die Spannungen zwischen den USA und Venezuela. Die Regierung in Caracas hatte die Sitzung mit Unterstützung Russlands und Chinas gefordert. Der venezolanische Außenminister Gil erklärte bei Telegram, er und Lawrow hätten über die in der Karibik von den USA begangenen "Aggressionen und flagranten Verstöße gegen das Völkerrecht" gesprochen: "Angriffe auf Schiffe, außergerichtliche Hinrichtungen und illegale Piraterie durch die US-Regierung". Lawrow habe Venezuela Russlands "uneingeschränkte Unterstützung angesichts der Feindseligkeiten gegen unser Land" zugesichert, fügte Gil hinzu. Das ist dann erst einmal ein "Showreiten" - denn ganz egal, entweder die USA einerseits oder China und Russland andererseits werden jede Beschlussfassung durch ein Veto blockieren. Wie reagieren dann China und Russland? Lassen sie sich einfach die Butter vom Brot kratzen? RE: USA vs. Venezuela - Schneemann - 23.12.2025 @Kongo Erich Zitat:werden hier jetzt die Versenkungen von angeblichen Kurierbooten der Drogenschmuggler einschließlich der Ermordung der Insassen immer noch als legal verteidigt?Bezieht sich das auf mich? ![]() Soweit ich mich entsinne, bin ich zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Je nach Rechtsansatz mündete es seinerzeit, als ich herumsuchte und irgendwann bei Piraten, Kaperei und der Pariser Seerechtsdeklaration ankam, immer in veritablen und wenig zufriedenstellenden Grauzonen, die sehr viel Auslegungsspielraum zurückließen. Vor diesem Hintergrund habe ich es mir dann nicht angemaßt, einen klaren Standpunkt zu beziehen, sondern habe den Diskurs auf sich beruhen lassen. Schneemann RE: USA vs. Venezuela - Kongo Erich - 23.12.2025 (23.12.2025, 12:37)Schneemann schrieb: @Kongo Erichnein |